Zum Hauptinhalt springen

Er überwand Angst und Amputation

In Kanada klingt in diesen Tagen die Karriere des österreichischen Skirennfahrers Matthias Lanzinger aus. Er wünscht sich mehr Repekt vor den Leistungen von Behindertensportlern.

Auf einmal brauchte er eine Prothese: Matthias Lanzinger anlässlich eines Pressetermins in der Rehabilitationsklinik in Bad Häring. (15. April 2008)
Auf einmal brauchte er eine Prothese: Matthias Lanzinger anlässlich eines Pressetermins in der Rehabilitationsklinik in Bad Häring. (15. April 2008)
Reuters
Der Unglückstag: Ein paar Wochen zuvor war Lanzinger in Kvitfjell so schwer gestürzt, dass ihm der linke Unterschenkel amputiert werden musste. (2. März 2008)
Der Unglückstag: Ein paar Wochen zuvor war Lanzinger in Kvitfjell so schwer gestürzt, dass ihm der linke Unterschenkel amputiert werden musste. (2. März 2008)
Keystone
Der Höhepunkt der zweiten Karriere: An den Paralympics von Sotschi gewann der Österreicher zwei Silbermedaillen. (9. März 2014)
Der Höhepunkt der zweiten Karriere: An den Paralympics von Sotschi gewann der Österreicher zwei Silbermedaillen. (9. März 2014)
Keystone
1 / 5

Fast auf den Tag genau sieben Jahre nach seinem fatalen Sturz im Weltcup-Super-G von Kvitfjell am 2. März 2008 hat der Österreicher Matthias Lanzinger seinen Rücktritt vom Spitzensport angekündigt. Der 34-jährige Lanzinger steht derzeit noch an der alpinen Ski-WM der Behindertensportler im kanadischen Panorama im Einsatz, wo er am Mittwoch in der Abfahrt und am Donnerstag im Super-G Silber gewann. Im Riesenslalom gehört der ehemalige Junioren-Weltmeister in der Kombination, der es auch im Weltcup einmal aufs Podest schaffte, zu den Topfavoriten.

Lanzinger, dem nach dem Sturz in Kvitfjell und logistischen Problemen bei der Rettungsaktion der linke Unterschenkel amputiert werden musste, war es wichtig, nicht durch die Hintertür von der Sportbühne abzutreten. «Die Weltmeisterschaft ist ein schöner Event zum Aufhören», erklärte er. Schon vor einem Jahr, im Rahmen der Paralympics von Sotschi, äusserte der Athlet seinen Wunsch für die weitere Entwicklung des Behindertensports: «Ich wünsche mir, dass man ihn mehr wahrnimmt. Dass die Leute sehen, welche sportlichen Leistungen hier erbracht werden.»

Die schwierigste und gleichzeitig wichtigste Station während seiner Rehabilitation war laut Lanzinger die Gewöhnung an die körperlichen Veränderungen nach der Amputation, die Bereitschaft, sich mit diesen anzufreunden. «Es war mir wichtig, die Bandagen herunterzunehmen, den Stumpf zu sehen, ihn anzufassen», sagte er 2013 anlässlich eines Podiumsgesprächs. Der Stumpf sei ein leichter Körperteil geworden, so Lanzinger weiter. Er spüre den Fuss, obwohl dieser nicht mehr vorhanden sei.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch