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«Die Journalisten haben jetzt nichts mehr zu fragen»

Die Salzburgerin Marlies Schild hat mit ihrem 34. Weltcup-Triumph im Slalom mit Vreni Schneider gleichgezogen – nach einer langen Leidenszeit.

Ein Jubel der Erleichterung in  Courchevel: Nach langer Durststrecke kann Marlies Schild wieder einen Slalom gewinnen. Damit zieht die Salzburgerin mit...
Ein Jubel der Erleichterung in Courchevel: Nach langer Durststrecke kann Marlies Schild wieder einen Slalom gewinnen. Damit zieht die Salzburgerin mit...
Reuters
...Vreni Schneider gleich. Die Glarnerin fuhr ebenfalls 34 Siege im Slalom-Weltcup heraus.
...Vreni Schneider gleich. Die Glarnerin fuhr ebenfalls 34 Siege im Slalom-Weltcup heraus.
Keystone
Auch Denise Feierabend kann mit ihrer Rangierung – Platz 19 – zufrieden sein. Die Engelbergerin ist ja auch lange Zeit verletzt gewesen und hat in Levi ihr Comeback gegeben.
Auch Denise Feierabend kann mit ihrer Rangierung – Platz 19 – zufrieden sein. Die Engelbergerin ist ja auch lange Zeit verletzt gewesen und hat in Levi ihr Comeback gegeben.
Keystone
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34 Slaloms hat Vreni Schneider in ihrer Karriere gewonnen. Den ersten am 17. Dezember 1986 in Courmayeur, den letzten am 19.März 1995 beim Weltucpfinal in Bormio, in ihrem letzten Rennen überhaupt, mit dem sie sich im letzten Moment zum dritten Mal den Sieg im Gesamt-Weltcup sicherte.

34 Slaloms – es schien ein Rekord für die Ewigkeit zu sein. Bis Marlies Schild kam. Wie die Glarnerin, war auch die Österreicherin etwas mehr als 22-jährig, als sie ihren ersten Slalom gewann. Es war am 13. März 2004 beim Weltcupfinal in Sestriere, als sie sich vor Sara Schleper und Tanja Poutiainen durchsetzte. In den Jahren danach wurde sie zur Dominatorin der Slalomszene. In der Saison 2006/07 gewann die Salzburgerin sieben Slaloms, in den andern Wintern gab es zwischen drei und fünf Siegen. Und so näherte sie sich bedrohlich der Schweizer Slalomkönigin. Als die Saison 2011/2012 begann stand Schilds Zähler bei 27 Siegen. Sechs Slaloms und sechs Siege später klopfte sie an Schneiders Tür. Nach dem überlegenen Erfolg von Andorra war sie bei 33 angekommen.

Der Rest schien Formalität. Nach Andorra kämpfte Schild mit Rückenproblemen, und so blieb sie bis zum Ende der Saison sieglos. Zu Beginn des nächsten Winters, nach einem zweiten Rang in Aspen, zog sie sich beim Training in Are einen Innenbandriss im rechten Knie zu und fiel für den Rest der Saison aus. Sie erzwang zwar einen Start bei der Heim-WM 2013 in Schladming, doch die Hauruck-Übung brachte ihr ausser der Bewunderung der Fans wenig ein. Am Ende der Saison entschloss sie sich zu einer langen Pause. Erst im September stand sie erstmals wieder auf den Skis. Und es dauerte recht lange, bis sie ihr Gefühl und ihr Selbstvertrauen wieder fand. Bis heute genau genommen, als sie im ersten Lauf von Courchevel (wo sie die letzten beiden Slaloms gewonnen hatte) mit Startnummer 16 auf den dritten Rang fuhr. Zwei Zehntel hinter der Führenden, ihrer Schwester Bernadette.

Wie in den besten Zeiten

Der zweite Lauf fuhr Marlies Schild so wie in ihren besten Zeiten. Mit ihrer perfekten Fahrt legte sie 1,45 Sekunden zwischen sich und der bisher führenden Kathrin Zettel. Es war eine Zeit an der Frida Hansdotter, die Zweite des ersten Laufes, klar scheiterte. Somit hätte nur noch Schwester Bernadette Vreni Schneider vor der Einholung retten können – eine unlösbare Aufgabe. Immerhin wurde sie Dritte und zum ersten Mal seit 2009, als die Riesch-Schwestern auf dem gemeinsam Podest standen, gelang dies einem Geschwisterpaar. Marlies Schild freute sich über den Rekord «weil jetzt die Journalisten nichts mehr zum Fragen haben» und verbesserte nebenbei einen zweiten: Mit 32 Jahren und 200 Tagen ist sie die älteste Slalomsiegerin in der Weltcupgeschichte. Vreni Schneider war bei ihrem Abschied 30 Jahre und 113 Tage alt.

Die Chance ist gross, dass Marlies Schild beim nächsten Slalom, am 29.Dezember in Lienz, die Schweizerin, die sie als Schülerin im Fernsehen bewundert hatte, mit dem 35. Sieg hinter sich lässt. Dennoch hat die langjährige Freundin von Beni Raich gegenüber der Schweizerin noch Nachholbedarf. Diese ist dreifache Olympiasiegerin und Weltmeisterin. Schild hat erst eine Goldmedaille zu Hause, gewonnen 2011 in Garmisch.

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