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Wieder nur "Leder" für die Schweizer - Fenninger Weltmeisterin

Während für die Schweizer auch im dritten WM-Rennen nur der 4. Platz herausschaute, gab es für Österreich schon die dritte Medaille. Anna Fenninger holte sich in Garmisch Super-Kombinations-Gold.

Die Schweizerinnen hielten am Freitag zwar streckenweise gut mit, doch in der Endabrechnung fehlten Dominique Gisin als Bester vier Zehntel zu einem Top-3-Platz und 0,67 Sekunden zu Gold. Damit wartet Swiss-Ski an den Titelkämpfen in Bayern nach drei von elf Entscheidungen weiterhin auf die erste Medaille.

Schon im ersten Teil des Pensums, der Abfahrt am Morgen, hatte Dominique Gisin überzeugen können. Die Engelbergerin zeigte sich erholt von ihrem Blackout am Dienstag, als sie kurz vor dem Ziel ein Tor verpasst hatte, und vermochte sich auch gegenüber den zwei Abfahrtstrainings deutlich zu steigern. Gisin blieb ohne gröbere Fehler, liess die Ski gut laufen und büsste als Zweite nur 26 Hundertstel auf Halbzeit-Leaderin Görgl ein. Am Nachmittag zeigte die Innerschweizer Speed-Spezialistin ihre beste Karriereleistung im Stangenwald.

Denise Feierabend gelang nach sensationeller Leistung in der Abfahrt (7. Zwischenrang) in ihrer Spezialdisziplin hingegen nur eine höchst mittelmässige Fahrt, mit welcher sie sogar langsamer war als Gisin. Dabei hatte die Innerschweizerin an den Gudiberg beste Erinnerungen: Vor zwei Jahren wurde sie auf genau diesem Hang Junioren-Weltmeisterin im Slalom.

Lara Gut, der im Vorfeld vom Swiss-Ski-Quartett die grössten Chancen auf eine Spitzenplatzierung zugetraut wurden, durfte als Abfahrtsfünfte mit nur 0,71 Sekunden auf die Spitze mit einer Medaille liebäugeln. Die Tessinerin nahm im Slalom hohes Risiko und lag bei der letzten Zwischenzeit noch um 0,26 Sekunden vor der späteren Zweiten Maze. Für Gut, die einfädelte und einen Überschlag produzierte, wäre ein Exploit wie an der WM 2009 in Val d'Isère, als die damals 17-Jährige aus Comano in der Super-Kombination überraschend die Silbermedaille geholt hatte, wiederum möglich gewesen.

Am Morgen hatte es bei der Fahrt von Lara Gut einen Zwischenfall gegeben. Weil im Zielraum die Französin Marchand-Arvier gestürzt war, stand ein Streckenposten auf der Piste und schwenkte die gelbe Flagge. Diese signalisiert der Fahrerin, dass sie ihre Fahrt abbrechen soll. Doch unmittelbar bevor Gut diese Stelle erreichte, verliess der Streckenposten die Piste wieder. Gut sah nach eigener Aussage zwar die gelbe Flagge und wollte schon bremsen, ehe sie sich doch zur Weiterfahrt entschloss.

Fabienne Suter hatte in der Abfahrt mit mehr als 2,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze (17. Zwischenrang) enttäuscht. Daraufhin gab die Schwyzerin ihren Verzicht auf den Slalom bekannt. Nur knapp schneller als Suter war die von einer fiebrigen Grippe geschwächte Deutsche Maria Riesch gewesen, die in der Folge auch am Nachmittag enttäuschte.

Die Slowenin Tina Maze gewann mit neun Hundertsteln Rückstand Silber, Bronze ging an die Schwedin Anja Pärson. WM-Gold ist für Anna Fenninge der mit Abstand grösste Erfolg in ihrer Karriere. Im Weltcup hat die 21-jährige Salzburgerin, deren erste Gratulantin im Zielraum Lara Gut war, noch nie gewinnen können (drei Podestplätze). Fenningers nach der Abfahrt führende Landsfrau Elisabeth Görgl, drei Tage zuvor Goldmedaillen-Gewinnerin im Super-G, verbremste den Slalom-Lauf und fiel noch in den 5. Rang zurück.

Lindsey Vonn, die nach wie vor an den Nachwirkungen der Hirnerschütterung leidet, die sie sich vor gut einer Woche bei einem Trainingssturz zugezogen hat, klassierte sich nur im 12. Zwischenrang nach der Abfahrt. Die Amerikanerin, Siegerin der einzigen Weltcup-Super-Kombination in diesem Winter, hatte allerdings schon vor ihrem Start am Morgen die Kombinationsabfahrt zu einer Trainingsfahrt herabgestuft. Erwartungsgemäss verzichtete Vonn danach auf den Slalom.

Die Österreicherin Kathrin Zettel, vor zwei Jahren in Val d'Isère Weltmeisterin in der Super-Kombination, hatte schon vor der WM ihren Verzicht auf die Titelverteidigung bekanntgegeben.

Schlussklassement: 1. Fenninger 2:43,23. 2. Maze 0,09 zurück. 3. Pärson 0,27. 4. Gisin 0,67. 5. Elisabeth Görgl (Ö) 0,89. 6. Feierabend 1,28. 7. Julia Mancuso (USA) 1,33. 8. Johanna Schnarf (It) 1,36. 9. Marusa Ferk (Sln) 1,77. 10. Lotte Smiseth Sejersted (No) 1,79. 11. Maria Riesch (De) 1,91. 12. Nicole Hosp (Ö) 2,38.

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