Wacker gewinnt in letzter Sekunde

Wacker schlägt Pfadi in Winterthur 24:23 und gleicht die Playoff-Final-Serie aus. Wer am Freitag in Thun gewinnt, hat einen Matchball im Kampf um den Titel.

Nicolas Suter sichert Wacker Thun mit dem letzten Torschuss des Spiels den Sieg und wird von seinen Teamkollegen beglückwünscht.

Nicolas Suter sichert Wacker Thun mit dem letzten Torschuss des Spiels den Sieg und wird von seinen Teamkollegen beglückwünscht. Bild: Keystone

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Wie man das wohl nennt? Heimnachteil möglicherweise? Auswärtsvorteil vielleicht? Wacker und Pfadi trafen zum fünften Mal in dieser Saison aufeinander, und zum fünften Mal setzte sich jenes Team durch, das gastierte – was ziemlich verrückt ist, weil die Hausherren hierzulande nachweislich gewöhnlich im Vorteil sind.

Dieser Auswärtssieg war ein besonders wertvoller. Die Thuner verhinderten, in der Playoff-Final-Serie 0:2 in Rückstand zu geraten und am Freitag zu Hause bereits einen Matchball abwehren zu müssen. Mit der Spielstätte am Deutweg schlossen die Berner Oberländer damit auch gleich Frieden. In ihrem letzten Auftritt in der Winterthurer Eishalle waren sie Pfadi 2003 gleichfalls in der Ausmarchung um den Titel unterlegen.

Mittlerweile nennt sich die Spielstätte Zielbau-Arena, und heuer erreichten die Gäste ihr Ziel. 24:23 schlugen sie die Zürcher. Den entscheidenden Treffer erzielte Nicolas Suter unmittelbar vor Ertönen der Schluss­sirene. Der gross aufspielende Aargauer behielt in hitziger Atmosphäre kühlen Kopf. Martin Rubins Ensemble hatte binnen sechs Minuten einen Viertorevorsprung preisgegeben und lief Gefahr, eine Partie zu verlieren, in der es über weite Strecken überlegen gewesen war.

Suter erzielte in extremis sein sechstes Tor des Abends. «Es herrschte Verwirrung. Ich wusste: Nun musst du werfen», erzählte der Aufbauer. Dem Nationalspieler missfiel, wie er und seine Mitstreiter mit der Führung umgegangen waren. «Wir haben den Sieg beinahe aus den Händen gegeben. Das darf nicht passieren.»

Wicks Penalty-Paraden

Coach Rubin hatte dieselben Leute in die Startaufstellung berufen wie in der ersten Begegnung, Captain Roman Caspar und der spätere Matchwinner Suter sassen zunächst auf der Bank. Wieder erwischte der Finalrundensieger den besseren Start. Zur Pause führte Wacker mit vier Treffern Differenz. Den Vorsprung vermochten die Thuner lange zu konservieren, auch weil Ersatzkeeper Flavio Wick drei Penaltys hielt, nachdem er bereits im ersten Vergleich zwei Strafwürfe pariert hatte.

Einen starken Eindruck hinterliessen überdies die am Samstag unter Wert geschlagenen Rückraumakteure Nicolas Raemy und Lenny Rubin, während Lukas von Deschwanden für einmal nicht auf Touren kam. Erneut fielen wenig Tore. Pfadi war nach 21 Minuten erst sechsmal erfolgreich gewesen.

Mit ihrem Triumph stoppten die von rund 180 Fans begleiteten Berner den Lauf der Zürcher, die Schaffhausen dreimal in Folge bezwungen und auch das erste Finalspiel gewonnen hatten. Pfadi, das wurde gestern deutlich, ist kein Gegner, vor dem sich Wacker zu fürchten braucht. Die Thuner sind im Rennen um den Titel wieder im Vorteil, spielen sie doch am Freitag in Partie drei daheim. Oder ist das doch ein Nachteil? (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.05.2018, 21:18 Uhr

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