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Sportstars spenden ihre Hirne

16 amerikanische Athleten spenden ihr Gehirn für wissenschaftliche Zwecke an die Boston University. Ziel ist es, Spätfolgen von Gehirnerschütterungen zu erforschen.

Christoph Landolt

16 amerikanische Athleten vermachen für den Fall ihres Todes ihre Denkapparate an die Boston University. Die Sportler, unter ihnen sechs ehemalige Spieler der National Football League (NFL) und die zweimalige Fussball-Olympiasiegerin Cindy Parlow, möchten damit einen Beitrag zur Untersuchung der Spätfolgen von Gehirnerschütterungen leisten. Die Athleten werfen der Liga vor, die Risiken und Nebenwirkungen von Gehirnerschütterungen zu verharmlosen.

Ted Johnson, Ex-Footballspieler der New England Patriots, der unter kognitiven Problemen und Depressionen leidet: «Ich bin nicht rachsüchtig. Ich versuche nicht, aus dem Grab zu steigen und die NFL mitzureissen. Aber jeder Arzt, der Gehirnerschütterungen nicht mit Langfrist-Schäden in Verbindung bringt, sollte sich schämen.» Er hoffe, dass die Studie der Boston University Klarheit in die Diskussion bringe, so Johnson gegenüber der «New York Times».

Frühere Untersuchungen an fünf NFL-Spielern hätten gezeigt, dass diese von Enzephalopathie – krankhaften Veränderungen des Gehirns – betroffen seien, so Dr. Robert Stern von der Boston University: «Wir hoffen, dass die NFL den Kopf aus dem Sand zieht und anerkennt, dass wiederholte Gehirnerschütterungen Risiken mit sich bringen.»

Gestern veröffentlichen Forscher eine Studie über das Gehirn des ehemaligen NFL-Profis John Grimsley, der im Februar 45-jährig verstorben war. Auch Grimsley zeigte Anzeichen von Enzephalopathie auf, die wahrscheinlich von den neun Gehirnerschütterungen herrührt, die Grimsley während seiner Karriere erlitten hatte. Gedächtnisverlust, Verwirrung und demenz-artiges Verhalten sei die Folge.

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