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«Schwingen hat seine Eigenheiten»

SRF-Sportchef Roland Mägerle erklärt im Interview, weshalb die Schwingfeste vorwiegend im Online-Livestream gezeigt werden.

«Mit dem Brünigschwinget zeigten wir wie jedes Jahr ein Fest von A bis Z direkt im Fernsehen», sagt SRF-Sportchef Roland Mägerle.
«Mit dem Brünigschwinget zeigten wir wie jedes Jahr ein Fest von A bis Z direkt im Fernsehen», sagt SRF-Sportchef Roland Mägerle.
Andreas Blatter

2018 sendet das Schweizer Fernsehen mehr Schwingen denn je. Weshalb?Roland Mägerle:Weil wir festgestellt haben, dass der Schwingsport mit seiner Tradition, aber auch mit seiner Dynamik beim Publikum sehr beliebt ist. Das Duell Mann gegen Mann kommt am Bildschirm gut zur Geltung.

Gesendet wird primär via Internet-Livestream. Gab es Über­legungen, Schwingen stärker auf den Plattformen SRF 2 und SRF Info zu präsentieren?Mit dem Brünigschwinget zeigten wir wie jedes Jahr ein Fest von A bis Z direkt im Fernsehen. Die Qualität bei den Stream-Übertragungen ist hoch, wir ­bieten Expertenkommentare, Videos und Liveticker. Zudem besitzen wir die Möglichkeit, jederzeit ins TV-Programm zu wechseln – nicht nur während des Schlussgangs. Die Erreichbarkeit ist gewährleistet: So ist die SRF-Sport App schon über 750 000-mal heruntergeladen worden.

Sind Schwingfeste nicht fernsehkompatibel?Doch. Aber natürlich gibt es Einschränkungen. Wir können nicht Sonntag für Sonntag von 7.30 bis 17.30 Uhr übertragen. Das ist auch eine Ressourcenfrage – bei reinen TV-Übertragungen ist der personelle Aufwand nochmals deutlich höher. Beim Brünigschwinget waren 55 Mitarbeiter im Einsatz, bei den übrigen Festen sind es rund 20. Darum wechseln wir beim Schwingen ins Fernsehen, wenn es die Aktualität zulässt und die Dramaturgie es erfordert. Die Konkurrenz im Sportbereich ist überdies gross.

Wie gut sind die Zuschauer­zahlen im Livestream?Ende Juni beim Nordostschweizer Teilverbandsfest erzielten wir 166 000 Livestream-Starts. Es war der Rekordwert für eine reine Onlineproduktion. Beim «Innerschweizerischen» waren es mit der Kooperation des ­Regionalfernsehens Tele M1 139 000 Livestream-Starts, beim «Südwestschweizerischen» 61 000. Das Interesse ist vorhanden, da besteht kein Zweifel.

Die Vertrag mit dem Schwingerverband läuft bis 2022. Die Übertragungsrechte sicherten Sie sich dem Vernehmen nach für rund 170 000 Franken.Vertragliche Details geben wir aus Vertraulichkeitsgründen nicht bekannt.

Aber der Preis ist äusserst ­moderat, einverstanden?Schwingen hat seine Eigenheiten und ist nicht vergleichbar mit anderen Sportarten. Zudem haben andere Stationen, beispielsweise Regionalsender, nach wie vor die Möglichkeit, bei uns Sublizenzen zu beantragen und ebenfalls Feste zu über­tragen.

Von gewissen Veranstaltern war zu hören, Sie seien an TV-Übertragungen gar nicht ­interessiert, weil sich die Kosten erhöhen würden.Natürlich entstehen Bedürfnisse baulicher Art; das können Podeste sein, ein Container,­ ­zusätzliche Medienplätze. Wir versuchen, den Rahmen so klein wie möglich zu halten, was mit Stream-Übertragungen deutlich leichterfällt als mit ganztägigen TV-Ausstrahlungen. An den Produktionskosten aber müssen sich die Organisatoren nicht beteiligen.

Hatte der Verlust der Teilrechte im Fussball Einfluss auf die ­Offensive im Schwingsport?Mit Ausnahme des Champions-League-Livespiels am Dienstagabend haben wir keine Rechte verloren, auch keine Teilrechte. Schwingen passt in unsere Sportstrategie, die drei Säulen umfasst. Dazu gehören neben internationalen Topevents sowohl Veranstaltungen in der Schweiz als auch Wettkämpfe von Schweizer Spitzensportlern.

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