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In der Heimat ein Nobody, in den USA ein Wrestling-Star

In der Schweiz kennt Wrestling-Profi Claudio Castagnoli kaum jemand, in den USA ist er als Cesaro ein Star. Eben war er wieder im Hallenstadion – zu Hause, wo er doch nicht ganz daheim ist.

Sein Markenzeichen: Cesaro mit der «Giant Swing», der Riesenschaukel.

«King of Swing», «Swiss Superman» oder «Swiss Cyborg». So nennen sie ihn, die Amerikaner, und wenn man weiss, dass kaum eine Gesellschaft so viel Freude am Etikett hat wie die USA, so macht es durchaus Sinn, dass Claudio Castagnoli, einst ein schüchterner Schüler aus dem luzernischen Meggen, heute als Showfigur Antonio Cesaro mit den besten Wrestling-Kämpfern durch die Welt tourt.

Eben war Cesaro gerade wieder für einen Kampf in der Schweiz, diesmal im Hallenstadion. Schön sei das immer, zurückzukommen, er vermisse die Schweiz sehr fest, sagte Castagnoli der «Luzerner Zeitung». Cesaros Zuhause ist die USA, Castagnolis Daheim die Schweiz. Seit 18 Jahren lebt der mittlerweile 38-Jährige seinen Traum im grossen Wrestling-Land, schlug sich während Jahren als Showkämpfer in Bars und kleinen Hallen durch, bis er von der millionenschweren World Wrestling Entertainment (WWE) unter Vertrag genommen wurde.

Entertainment, Unterhaltung ist im Wrestling ja das massgebende Stichwort. Die Showkämpfe sind minutiös abgesprochen, die riskanten Manöver erfordern Timing, Präzision und Teamwork. Jeder Kämpfer spielt eine Rolle, auf der Tour hat jeder sein Alter Ego.

Cesaro ist gross und athletisch und muskelbepackt, sein Markenzeichen ist die «Giant Swing», die Riesen-Schaukel. Die Gegner pflegt er dann bei den Beinen zu packen, die Zuschauer rufen und drehen ihre Zeigefinger in der Luft. Immer schneller schwingt Cesaro die oft über 100 Kilogramm schweren Athleten durch den Ring, bis zu 30 Sekunden lang.

Die «Giant Swing» in voller Länge. (Video: WWE)

Wrestling zehrt am Körper. Vor zwei Jahren schlug sich der Hüne am Ringpfosten eine ganze Zahnreihe aus, monatelang musste er danach eine Spange tragen. «Allzu lange kann ich das nicht mehr machen», sagte Castagnoli jüngst der NZZ, «jeder Wrestler arbeitet auch für seine Zukunft.» Der Luzerner vermarktet sich optimal, auf Instagram folgen ihm mehr als zwei Millionen Menschen, womit er sich im Schweizer Vergleich vor Grössen wie Granit Xhaka (2 Millionen) oder Stan Wawrinka (1,1 Millionen) und zum Beispiel hinter Roger Federer (6,9 Millionen) einreiht.

Auf ein Leben in Saus und Braus verzichtet er, sein Alltag bestehe aus Trainieren und (Show)kämpfen, führt Castagnoli weiter aus. Möglich machte seine Wrestling-Karriere damals übrigens der Zufall: In einer Lotterie gewann er eine Green Card, die Arbeitsbewilligung für die USA. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – solche Geschichten lieben sie auch im Wrestling, der durchgestylten Choreographie der Muskelmänner.

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