Zum Hauptinhalt springen

Münchenbuchsee vergibt Cup-Überraschung im Tiebreak

Drei Matchbälle hat der VBC Münchenbuchsee im vierten Satz des Cuphalbfinals gegen Lugano abgewehrt, im Tiebreak verpasste die NLB-Equipe vor über 500 Zuschauern jedoch die Sensation. Für die Berner folgen nun die Aufstiegsspiele.

Betretene Gesichter: Trotz starker Leistung ist Münchenbuchsees Traum vom Cupfinal ausgeträumt.
Betretene Gesichter: Trotz starker Leistung ist Münchenbuchsees Traum vom Cupfinal ausgeträumt.
Ulrich Kocher

Die Ernüchterung war Spielern und Betreuern des VBC Münchenbuchsee anzusehen, ihre leeren Blicke sprachen Bände. In Gedanken sei er nach dem Gewinn des vierten Satzes bereits im Wankdorf gestanden, sagte Captain Fabio Zulauf. Aussenangreifer Stefan Nüesch sinnierte, die Finaltüre sei ziemlich weit offen gestanden. 2:3 (21:25, 25:20, 23:25, 27:25, 9:15) unterlag Münchenbuchsee im Cuphalbfinal dem favorisierten Pallavolo Lugano, im vierten Durchgang wehrte das Heimteam drei Matchbälle ab. Rund anderthalb Stunden lang war zwischen der Tessiner NLA-Equipe und dem Berner B-Ligisten kein Niveauunterschied auszumachen. Im entscheidenden Tiebreak indes ging alles schnell – zu schnell. «Wir waren einige Augenblicke nicht bei der Sache. Gegen einen solchen Gegner wird dies bestraft», sagte Zulauf, der jedoch konstatierte, dass seine Mannschaft trotz der ersten Heimniederlage der Saison eine sehr starke Leistung gezeigt habe.

Vom Publikum getragen

Dass Cupfeste nicht nur im Fussball möglich sind, bewies der VBC Münchenbuchsee: 520 Zuschauer liessen die Kleinhalle aus allen Nähten platzen, die Fans, welche auf der provisorischen Zusatztribüne die Partie verfolgten, sassen wenige Zentimeter vom Spielfeldrand entfernt. «Wir haben uns von der tollen Ambiance tragen lassen», sagte Zulauf. «Nur das Sahnehäubchen mit dem Happyend fehlte.» Im Moment sei die Enttäuschung gross, «denn wir haben den Gegner mehr als nur nervös gemacht». Nüesch haderte mit der Phase im dritten Satz, in der die Berner 18:15 führten, nach mehreren Fehlern aber den Kürzeren zogen. Die vornehmlich aus Ausländern bestehende Multikulti-Truppe Luganos blieb vieles schuldig, wurde aber ihrem Ruf gerecht, über eine wenig homogene Equipe zu verfügen. Mit dem Serben Goran Bjelica (25 Punkte), der im Vorjahr an den Olympischen Spielen in Peking teilgenommen hatte, wussten die Gäste jedoch den besten Spieler der Partie in ihren Reihen. «Seine individuelle Klasse hat wohl die Differenz ausgemacht», analysierte Zulauf.

Nationalliga A im Fokus

Nun folgen für Münchenbuchsee die Aufstiegsspiele, am Samstag empfangen die Berner zum Auftakt die liechtensteinische Equipe aus Schaan. Mit einem Budget von rund 30'000 Franken – die Schweizer Spitzenteams operieren mit dem Zehn- bis Fünfzehnfachen – hätte der Dorfverein in der höchsten Spielklasse jedoch einen schweren Stand, zumal nur marginal mehr Geld generiert werden könnte. Der Vorstand würde einer Promotion keinen Riegel vorschieben. «Wir könnten das Team aber nur geringfügig verstärken», erklärte Präsident Urs Kolb. Der Sieger der Finalrunde steigt auf, der Zweite misst sich in einer Barrage mit dem NLA-Schlusslicht.

Kolb ist sich bewusst, dass zwei Berner NLA-Teams auf Dauer «eines zu viel sind». Zu-mal Swica Volley Münsingen derzeit finanziell ums Überleben kämpft. Eine Kooperation mit den Aaretalern schliesst der Vereinsvorsitzende nicht a priori aus, auch Münsingens Präsident Holger Herbst zeigt sich gesprächsbereit. Bereits im vergangenen Sommer gab es lose Kontakte. Die Juniorenabteilung der Münsinger ist national führend, in diesem Bereich liegt das Problem Münchenbuchsees: Aus dem Nachwuchs rücken keine Spieler mit Nationalligapotenzial nach.

>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch