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Maurer wieder eine grosse Nummer

Nach zwei Jahren mit viel Verletzungen und wenig Selbstvertrauen ist der grosse Mittelländer Reto Maurer (29) wieder zurück. Der dreifache Kranzfestsieger hat bewiesen, dass mit ihm auch am Sonntag in Utzigen zu rechnen ist.

Nach dem «Oberländischen» treffen sich die besten Berner Schwinger am Sonntag in Utzigen zum «Mittelländischen». Ergänzt wird das hochkarätige Teilnehmerfeld mit dem Innerschweizer «Eidgenossen»-Quartett Remo Holdener, Edi Kündig, Philipp Laimbacher und Andreas Ulrich – alle vom ruhmreichen Mythenverband. Mit von der für ihn ersten Kranzfest-Partie der Saison ist auch der Seeländer Christian Stucki. Zumindest was die Körpergrösse angeht, kann Reto Maurer mit dem Kilchberg-Sieger problemlos mithalten. Der Tiefbaupolier ist mit 1 Meter 96 einer der Grössten der Zunft. Was die schwingerischen Ehren betrifft, musste Maurer zuletzt kürzertreten. 2007 fiel der aus Ostermundigen stammende Sennenschwinger infolge eines Kreuzbandrisses die ganze Saison aus. 2008 kam er zurück, aber nur sporadisch. «Ich hatte immer wieder Verletzungen, die mich behinderten», so der gelernte Maurer. Während dieser Zeit hat sein Selbstvertrauen keine Luftsprünge aufgeführt. «Ich hatte damals schon ‹z gnage›.» Fast die Geburt verpasstHeute ist damals vorbei: Die Auftritt e am «Oberländischen», als Reto Maurer nach vier Gängen mit vier Siegen die Rangliste anführte, und gestern am Baselstädtischen (s. Text unten) haben gezeigt, dass mit dem Mittelländer wieder zu rechnen ist. «Ich fühle mich sehr gut, ja. So darf es ruhig weitergehen», sagt er. Gut gefühlt hat er sich an der Lenk nicht bloss, weil er da ein Heimspiel hatte. Die Liebe hat den «Eidgenossen» vor sechs Jahren nach Oberwil ins Simmental geführt. Mit den starken Oberländer Nachwuchsleuten Kilian Wenger und Ruedi Roschi trainiert Maurer in der Regel in Latterbach. Einen Krafttrainer, wie ihn sich inzwischen viele Spitzenschwinger leisten, «wollte ich nicht». Kraft und Rückhalt gebe ihm vorab seine Familie. «Ich kann den Sport ruhiger angehen als früher, auch wenn ich sowieso ein ruhiger Typ bin.» Kurz nachdem der dreifache Kranzfestsieger 2007 nach seiner Kreuzbandoperation aus dem Spital entlassen worden war, kehrte er wieder dahin zurück. Diesmal nicht als Patient, sondern zur Unterstützung seiner Frau. «Das war wirklich knapp», erinnert sich Maurer an die Geburt seiner Tochter. Im Sommer wird der Hüne zum zweiten Mal Vater, was seiner Gelassenheit und der Entfaltung seines Potenzials voraussichtlich nicht abträglich sein wird. Immer noch MittelländerEinmal wöchentlich kommt Reto Maurer ins Unterland und stärkt seine Fertigkeiten zusammen mit den besten Mittelländern. Insofern fühlt er sich am Sonntag in Utzigen durchaus noch als «Hausherr». Aber Heimweh nach Ostermundigen oder Bern hat der Wahloberländer «immer weniger». Maurer ist überzeugt, dass die Gastgeber den Sieg in den eigenen Reihen halten können. Neben ihm kommen dafür vorab seine «Miteidgenossen» Hansruedi Lauper und Willy Graber in Frage. Maurer hat das «Mittelländische» 2002, 2003 und 2006 gewonnen. «Es war immer ein sehr schönes Gefühl», erinnert sich der Reservist des Berner Kilchberg-Teams. 2008 Ein Gefühl, das er «gern noch mal erleben möchte. » An der Lenk unterlag Maurer dem Sieger Matthias Sempach und stellte zum Schluss unspektakulär, aber taktisch wertvoll mit dem Meiringer Matthias Glarner. Mit den vier Siegen zum Auftakt ergab dies am Schluss Rang vier und den Kranz. Zehn Kränze wie in seiner Rekordsaison 2006 werden es heuer wohl nicht. «Ich nehme gar nicht an so vielen Kranzfesten teil», sagt Maurer. Doch nach dem gestrigen Erfolg in Basel (Rang 2d.) sind es in dieser Saison schon zwei von zwei möglichen Kopfschmücken.

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