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Kitesurfen: Fast wie Eiskunstlauf auf dem Wasser

Mal auf dem Wasser, mal in der Luft: Manuela Jungo aus Düdingen fühlt sich in beiden Elementen zu Hause. Und dies fast überall auf der Welt.

Die Kitesurferin Manuela Jungo aus Düdingen fliegt für ihren Sport rund um den Globus.
Die Kitesurferin Manuela Jungo aus Düdingen fliegt für ihren Sport rund um den Globus.
zvg
Brasilien (im Bild), Ägypten, Hawaii,  die Dominikanische Republik und Venezuela: eine kleine Auswahl an Ländern, welche die 30-Jährige in den letzten Jahren angeflogen hat.
Brasilien (im Bild), Ägypten, Hawaii, die Dominikanische Republik und Venezuela: eine kleine Auswahl an Ländern, welche die 30-Jährige in den letzten Jahren angeflogen hat.
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Nicht nur smart und sportlich: Sie wurde einst Vize-Miss Bern.
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Brasilien, Ägypten, Hawaii, die Dominikanische Republik und Venezuela: eine kleine Auswahl an Ländern, welche Manuela Jungo seit Dezember angeflogen hat. Dort, wo Touristen ihre Ferien verbringen, hat die 28-Jährige aus Düdingen jeweils während mehrerer Wochen ihren Beruf ausgeübt. Manuela Jungo ist Kitesurferin. Wobei der Sport mit Brett (Board) und Drachen (Kite) für sie eher Berufung als Beruf ist. «Das Kitesurfen ist meine Leidenschaft. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn ich mich dank dem Wind auf dem Wasser frei bewegen kann.»

Die ehemalige Marketingfachfrau und Absolventin der Hochschule für Wirtschaft in Freiburg bestreitet die PKRA World Tour (Professional Kiteboard Riders Association). Aktuell belegt sie hinter einer Brasilianerin, einer Spanierin und zwei Polinnen den fünften Rang der Weltrangliste. In einem Sport notabene, in welchem Manuela Jungo bezüglich Herkunft und Alter eine Exotin ist. Das Gros der Konkurrentinnen stammt nicht aus einem Binnenland, ist jünger, aber schon länger im Leistungssport dabei.

Übung macht die Meisterin

«Während eines Sprachaufenthaltes habe ich im Jahr 2005 im Meer vor Hawaii zum ersten Mal auf dem Kiteboard gestanden. Seit zwei Jahren bin ich täglich auf dem Brett – im Training oder im Wettkampf.» Derzeit surft Manuela Jungo vor Ägypten. Zwei Trainingseinheiten zu je 90 Minuten auf dem Wasser, die ganzen administrativen Arbeiten und die Kontakte zu Sponsoren oder Medien stehen beim Einefrauunternehmen auf dem Tagesplan. Die Vorbereitung gilt dem nächsten Wettkampf, der zwischen dem 6. und dem 15.Juli vor St.Peter-Ording in der Nordsee stattfinden wird.

Der Spass kommt in der Funsportart nicht zu kurz. Ähnlich den Anfangszeiten des Snowboardsports gehören Lifestyle und Party dazu. «Bei den Wettkämpfen gerät das in den Hintergrund. Gefeiert wird erst am Abschlussabend», sagt Manuela Jungo, die ihre Wurzeln auf einem Bauernhof in Düdingen hat.

Sie bestreitet die Disziplin Freestyle. Mit Sprüngen und den Bewegungen zwischen Wasser und Himmel muss sie die Jury beeindrucken. «Fast wie beim Eiskunstlaufen, aber halt auf dem Wasser.» Auch wenn die Sprünge nur wenige Sekunden dauerten, so stecke hinter dem Einüben und dem Perfektionieren eines Runs viel Arbeit. «Es dauert ewig, bis man einen Sprung sicher im Griff hat», sagt Jungo und fügt an, dass sie ein Manöver an die 500-mal üben müsse, bis sie sicher wieder auf dem Wasser lande. Vor allem die kniffligen Tricks, bei denen sie mit dem Rücken zum Kite lande.

Das Leben aus dem Koffer hat die 28-Jährige im Griff. «Ich nehme nur das Wichtigste mit und muss am Flughafen trotzdem stets für das Übergepäck bezahlen.» Das liege aber vor allem am Material, an den zwei Kiteboards und den vier Drachen. «So, wie ich derzeit lebe, verliert ein gut gefüllter Kleiderschrank ziemlich an Bedeutung», sagt Manuela Jungo und schmunzelt. Das polyglotte Leben auf und neben dem Wasser fordert eben auch Opfer. Und die Düdingerin ist wild entschlossen, diese Opfer in nächster Zeit zu erbringen.

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