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Hoch auf dem Wagen

Beat Schenk hat in Lipica (SLO) mit Bronze zum zweiten Mal eine WM-Medaille bei den Zweiergespannen gewonnen. Der Fahrsport begleitet den in der Gegend von Avenches wohnhaften Ferenberger seit seiner Kindheit.

Beat Schenk auf seinem Zweiergespann.
Beat Schenk auf seinem Zweiergespann.
Manuel Zingg

Am Ortsrand des freiburgischen Dorfes St-Aubin führt eine kleine, nicht geteerte Strasse zu Beat Schenks Hof. Das gepachtete Anwesen auf flachem Land bei Avenches ist seit dem letzten Frühling der Wohnort von Beat Schenk und dessen Partnerin Isabel Weyermann. Schenk findet dort ideale Voraussetzungen vor, um seinen Sport, das Fahren mit dem Zweiergespann, zu betreiben.

Sandplätze für das Training der Dressur und des Hindernisfahrens stehen zur Verfügung. Im Bau ist auch eine gedeckte Anlage für den Winter. Direkt vom Hof aus kann Schenk auch ins Gelände fahren gehen. «Die Situation ist ideal hier», sagt der 45-Jährige, der in Ferenberg aufgewachsen ist.

«Wir planen, länger hier zu bleiben.» Von St-Aubin aus hat Schenk die Grundlage für seine zweiten WM-Medaillengewinn gelegt. In Lipica (Slowenien) holte er Bronze, nachdem er acht Jahre zuvor schon Silber gewonnen hatte.

Vater war auch Fahrer

Pferde haben Schenk von klein auf begleitet. Der Vater war 36 Jahre lang bei der damaligen Eidgenössischen Militärpferdeanstalt (Empfa), dem heutigen NPZ, in Bern tätig und fuhr selbst auch Gespanne. Schenk absolvierte eine Lehre als Schmied, befasste sich auch in der Armee mit Pferden und entschied sich früh, den Tieren sein Berufsleben zu widmen.

«Dazu gefällt es mir, mich wettkampfmässig mit Fahrern aus anderen Ländern zu messen», sagt der 45-Jährige. Seine Erfahrung gibt er auch als Trainer anderen weiter; Schenk ist als Coach in der Schweiz, Deutschland und Österreich tätig und oft unterwegs.

Vom Wettkampfsport war er eigentlich bereits zurückgetreten. «Dann packte mich die Lust, es nochmals zu versuchen», sagt der WM-Bronzemedaillengewinner. Er stellte ein neues Gespann zusammen. Zwei der drei Pferde, die Schenk in Slowenien einsetze, erwarb er erst vor kurzem, der achtjährige Wallach Elwin hatte zuvor gar noch gar nie einen Wettkampf bestritten.

In Medienberichten wurde der dritte Platz als Sensation bezeichnet. «Dies war es nicht, ich fuhr ja schon zuvor bei einer WM aufs Podest», sagt Schenk. «Eine kleine Überraschung war es jedoch schon. Ich wusste nicht, ob die Pferde zusammen harmonieren werden.»

Fahrsport ist kostspielig. Eine Saison kostet um die 50 000 Franken. Ohne familiäre Unterstützung ginge es nicht; Schenks Partnerin etwa arbeitet zu 80 Prozent bei der Swisscom. Zudem kann das Team auf die Unterstützung eines Sponsors aus der Sicherheitsbranche zählen. Der Lohn dafür sind Erfolge wie bei der WM, aber auch spezielle Erlebnisse wie der Wettkampf in Windsor.

Von der Queen geehrt

Dieser findet im Schlossgarten der britischen Königin statt; sie richtet den Anlass für ihren Mann, Prinz Philip, aus. Die Siegerehrung wird durch die Queen persönlich vorgenommen. «Ich konnte dort zweimal gewinnen», sagt Schenk und schwärmt: «Die Queen hat eine ganz spezielle Aura.»

Nach Windsor wird der 45-Jährige auch im nächsten Jahr reisen; die Saison 2018 wird er ­sicher noch bestreiten. «Ob ich 2019 nochmals an der WM an­trete, steht hingegen noch nicht fest», sagt Schenk.

Gespannfahren wird aber auch im Fall eines Rücktritts seine Passion bleiben. Als Trainer wird er dem Sport treu bleiben; auch der Schweizer Verband hat Schenk schon während einiger Jahre als Coach der Einspännerfahrer engagiert. Pferd und Wagen sind feste Bestandteile des Lebens von Beat Schenk, und sie werden es bleiben.

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