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Freestyle.ch ist zum Top-Event gewachsen

Wie freestyle.ch vom Insider-Anlass zum behördlich kontrollierten Massenspektakel wurde. Und für die Stadt zum Image-Faktor werden soll.

Emil Bischofberger

Vor zwei Wochen war es, als Stadtpräsident Elmar Ledergerber in einem Referat die Multifreestyle-Veranstaltung, die heute Abend auf der Landiwiese beginnt, zu einem der Top-Events der Stadt Zürich zählte (neben der Street Parade, Weltklasse Zürich und dem Theater-Spektakel). Künftig will die Stadt diese auch materiell unterstützen, was von der freestyle.ch AG natürlich sehr begrüsst wird. Vor allem, weil zahlreiche behördliche Auflagen das Budget nicht unwesentlich mitprägen.

In den Anfängen 1995 war das noch anders, wie sich Erwin Flury, der Initiator, Erfinder und - bis heute - Chef des Events erinnert. Problemlos erhielt er eine Bewilligung. Dabei war wohl auch ein Vorteil, dass «die Stadt nicht so genau wusste, was wir da wirklich machten».

Marketinginstrument für Sponsoren

Die Zurückhaltung der Stadt war verständlich, war man sich damals doch noch gar nicht bewusst, dass eine solche Veranstaltung für Sponsoren - oder eine Stadt - auch ein Marketinginstrument sein könnte. Das Wort Event fand erst Jahre später Aufnahme im allgemeinen Wortgebrauch. So veranstaltete Flury in den ersten Jahren freestyle.ch, ohne übermässig von den Behörden behelligt zu werden. Erste Einschränkungen von Seiten der Stadt kamen Jahre später. Etwa die Einführung der heute noch gültigen Mittagszeit. Deshalb beginnt der Contest jeweils erst um 14 Uhr. Zugleich wurde auch erstmals Miete erhoben für die Landiwiese.

Die Zustände haben sich stark verändert. Seit vier Jahren arbeitet etwa beim Veranstalter freestyle.ch AG eine Behördenbetreuerin. «Die Anforderungen sind extrem gestiegen», sagt Flury. Er sieht darin Positives und Negatives. «Die Erfüllung gewisser Auflagen ist eine finanzielle Belastung und mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Dafür weiss man: Wenn die Anlage abgenommen worden ist, sind wir aus dem Schneider.» Ein Beispiel für gesetzlich vorgeschriebenen Mehraufwand: Im VIP-Zelt musste eine massive Notausgangstür eingebaut werden. «Dabei könnte man im Notfall doch einfach die Zeltplachen öffnen», sagt Flury mit einem Schmunzeln. Er nimmt solche Aufwände mittlerweile gelassen, denn auch er sieht, dass sich sein Event gewandelt hat. «Früher waren unsere Sponsoren mit einem aufblasbaren Zelt vor Ort, heute stellen sie dreistöckige Bauten hin», sagt er. Tatsächlich ist die Kreativität der Hauptsponsoren bemerkenswert. Dieses Jahr im Angebot: Der Flug in Superman-Pose über das ganze Publikum, gesichert durch ein Drahtseil. Oder die Mini-Skating-Anlage inklusive Filmproduktion.

Es sind viele kleine Events innerhalb des grosse Events, mit ebenso grossem Erfolg beim jungen, konsumaffinen Publikum. Diese Zielgruppe ist mit ein Grund, warum freestyle.ch von der Stadt in die höchste Veranstaltungsebene gehoben wurde. «freestyle.ch hat eine internationale Ausstrahlung. Mit seinen jungen und trendigen Sportarten zeigt es Zürich als moderne Stadt», gibt denn auch Benno Seiler, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, als Begründung für die Wahl von freestyle.ch in den Kreis der Topanlässe an. Diese erfolgte im Rahmen einer Beurteilung aller Veranstaltungen in der Stadt während der vergangenen zwei Jahre. Top-Event wurde, wer mindestens 9 von 10 aufgestellten Kriterien (unter anderem Zuschauer, Internationalität) erfüllte. Die Veranstaltungen sollen künftig stärker unterstützt werden. Flury hofft auf einen Beitrag der Stadt bereits fürs nächste Jahr respektive einen Erlass der Mietkosten, welche für 2008 mehr als verdoppelt worden waren, nachdem man zuvor viele Jahre 30'000 Franken bezahlt hatte. Seiler dämpft die Erwartungen: «Wir machen uns Gedanken, aber entschieden ist noch nichts.»

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