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Floorball Köniz: Das Feuer droht zu erlöschen

Floorball Köniz ist nach furiosem Saisonstart etwas aus dem Tritt geraten. Gegen Uster behalten die Berner knapp die Oberhand.

Engagiert, aber glücklos: Köniz-Topskorer Jan Zaugg scheitert mit seinem Versuch an Uster-Goalie David Holenstein.
Engagiert, aber glücklos: Köniz-Topskorer Jan Zaugg scheitert mit seinem Versuch an Uster-Goalie David Holenstein.
Daniel Christen

Nach der Schlusssirene ist vor der Autogrammstunde. Die Kleinsten unter den 425 im Publikum stehen mit ihren Plakaten bereit, um die Signatur ihrer Vorbilder abzuholen. Die Könizer Spieler erfahren vom Nachwuchs grosse Bewunderung – auch nach einer unterdurchschnittlichen Darbietung.

Sie haben gegen Uster zwar gewonnen, dafür aber eine Extraschicht einlegen und den Gästen einen Punkt zugestehen müssen. Gegen die Zürcher wären drei Punkte budgetiert gewesen.

Floorball Köniz hegt in dieser Saison Ambitionen – unterstrich diese im September eindrücklich: Zum Saisonstart setzten die Vorstädter mit deutlichen Siegen über Meister Wiler-Ersigen und Rychenberg Winterthur sogleich ein starkes Zeichen. Zuletzt geriet die Equipe von Trainer René Berliat allerdings ins Stolpern. Gegen Waldkirch-St. Gallen und Uster, gemäss Papierform der unteren Tabellenhälfte zuzuordnen, gewann Köniz in der Summe nur drei Punkte.

«Die beiden Spiele waren mental schwierig. Ein guter Start hat seine Tücken», sagt Captain Kaspar Schmocker. Und Berliat ergänzt: «Wir finden momentan nicht richtig ins Spiel.» Ging das Duell mit den St. Gallern noch verloren (7:8 nach Verlängerung), behielten die Könizer gegen Uster in der Verlängerung immerhin das bessere Ende für sich (8:7). Trainer wie Captain werten den Sieg als kleinen Fortschritt.

Fehlende Aggressivität

Die Darbietung war allerdings mehrheitlich schwach. In Abwesenheit der angeschlagenen ­Aggressivleader Manuel Maurer und Florian Kuchen, die am kommenden Wochenende wieder ins Geschehen eingreifen dürften, wirkte Köniz erstaunlich passiv. «Das Zweikampfverhalten war nicht gut», gesteht Schmocker. Uster nutzte die Freiheiten, angetrieben vom Ex-Könizer Raphael Berweger. Kurz nach Spielmitte stand es 5:2 zugunsten der Gäste.

Erst im Schlussdrittel präsentierte sich Berliats Team während 15 Minuten so dominant wie erwartet. Topskorer Jan Zaugg, bis dahin ein gutes Stück von seinem gewohnten Niveau entfernt, traf in der 54. Minute sehenswert zum 7:5. Die Würfel schienen zugunsten der Könizer gefallen.

Wobei Letztere den Dienst wieder einstellten, zu viele Ballverluste verzeichneten. «Wir haben superdämliche Gegentore kassiert», ärgert sich Berliat. Uster glich aus zum 7:7, ehe Stefan Hutzli den Bernern in der Verlängerung doch noch den Zusatzpunkt sicherte.

Die Aussichten bleiben gut

Trotz der gebremsten Euphorie sind die Perspektiven des Cupsiegers von 2016 weiterhin vielversprechend. Die Nachwuchsreihe mit Hutzli, Fabian Michel und Yann Ruh hat ihr Potenzial schon mehrfach angedeutet – gegen Uster leiteten die drei im Schlussdrittel den Umschwung ein.

Und die Schweden, Jesper Johansson und Hampus Dargren, scheinen sich nach ihrer Ankunft akklimatisiert zu haben. Sie gehörten am Sonntag zu den Besseren im Team der Vorstädter.

Berliat fordert von seiner Equipe «mehr Disziplin», während Schmocker zur Ruhe mahnt: «Es bringt nichts, nach einem Rückschlag in Hektik zu verfallen.» Aus dem kleinen Durchhänger resultiert ein Verlust von «nur» drei Punkten – das reicht noch immer, um gemeinsam mit GC und Wiler-Ersigen an der ­Tabellenspitze zu stehen.

Doch nach dem furiosen Start gilt es nun das zum Auftakt entfachte Feuer wieder zum Lodern zu bringen. Ansonsten droht es zu erlöschen.

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