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Eine 25-Jährige durchbricht die Männerdomäne

Da steht das legendäre Ally Pally kopf. Erstmals in der Darts-Geschichte holt eine Frau einen Sieg bei der WM in London.

Die Engländerin bezwingt in ihrem Auftaktspiel ihren Landsmann Ted Evetts. Das Publikum feiert sie. Video: Official PDC via Twitter

Nach dem Match war Fallon Sherrock nur noch glücklich. Mit Tränen in den Augen sagte sie: «O mein Gott. Ich bin einfach froh, was ich für den Darts-Sport erreicht habe.» Sie sei so stolz auf sich und wie sie gespielt habe. «Ich habe jede Minute genossen.»

Momente vorher geschah es. Fallon Sherrock, eine gelernte Coiffeuse, hat bei der Darts-WM in London mit einem Gala-Auftritt Geschichte geschrieben. Die 25-Jährige gewann als erste Frau ein Match bei einer PDC-Weltmeisterschaft. Gegen ihren Landsmann Ted Evetts setzte sie sich in einer hochklassigen Partie mit 3:2 durch und glänzte bei ihrem Debüt im Londoner Ally Pally mit starken Nerven und einer 180er-Show.

Publikum wollte ihren Sieg

Dabei sah es am Anfang noch nicht nach einem Sieg aus. Sherrock hatte noch mit ihrer Nervosität zu kämpfen, verlor den ersten Satz. Dann aber drehte sie auf und nahm zwischenzeitlich mit sechs perfekten Darts sogar Kurs auf einen Neun-Darter und holte sich den Satz letztlich souverän. Auch von vier vergebenen Satzdarts im dritten Durchgang liess sich die 25-Jährige nicht aus der Bahn werfen und schaffte trotz 1:2-Rückstands noch den Eintrag in die Geschichtsbücher.

Anfangs hatte sie noch mit ihrer Nervosität zu kämpfen. (Bild: Keystone)
Anfangs hatte sie noch mit ihrer Nervosität zu kämpfen. (Bild: Keystone)

«Als der letzte Pfeil drin war, konnte ich es nicht glauben», sagte Sherrock. Der Sieg stehe für sie noch über ihrer Finalteilnahme bei der Frauen-WM der British Darts Organisation (BDO) im Jahr 2015. Und nicht nur sie hatte Freude an ihrem historischen Sieg, auch das Publikum feierte die gelernte Coiffeuse – und das schon während des Matchs. «Sherrock's on fire»- und «We love Fallon»-Rufe prägten das packende Spiel, Gegner Evetts hatte von Beginn an mit Buhrufen und Pfiffen zu kämpfen. Die Zuschauer wollten unbedingt den historischen ersten Erfolg einer Frau bei der Weltmeisterschaft miterleben.

«Ich werde mein Spiel spielen»

Die erste Chance auf diesen Erfolg hatte die zweite Frau im Wettbewerb, die Japanerin Mikuru Suzuki, am Sonntag noch knapp verpasst. Mikuru hatte im Entscheidungssatz gegen den Engländer James Richardson verloren. Sherrock hofft, dass ihr Sieg der Beginn eines neuen Zeitalters ist. Sie sagt: «Ich hoffe, dass noch mehr Frauen nachkommen werden.» Es gebe schliesslich so viele Frauen, die wie sie spielen könnten, wenn nicht sogar besser.

«Ich hoffe, dass noch mehr Frauen nachkommen werden.»

Fallon Sherrock

Der unterlegene Evetts zeigte derweil in der Niederlage Grösse. Er umarmte Sherrock zunächst auf der Bühne und später noch einmal hinter den Kulissen, wünschte ihr Glück für den nächsten Match. In diesem trifft sie am Samstag auf den Österreicher Mensur Suljovic. In dem Duell geht es für die Engländerin um den Einzug in die Runde der letzten 32. Wie im Spiel gegen Ted Evetts wird sie auch gegen die Nummer elf der Welt klare Aussenseiterin sein. Für die Coiffeuse kein Problem. Die bedingungslose Unterstützung des Publikums dürfte ihr erneut sicher sein.

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