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Die besten Handballer der Welt haben ein Problem

Prominente Handballer protestieren gemeinsam, weil der Terminkalender immer dichter und die Belastung immer grösser wird.

Der dichte Terminplan verlangt den Profihandballern alles ab.
Der dichte Terminplan verlangt den Profihandballern alles ab.
Keystone

103 Sekunden. Länger benötigen sie nicht, um in einem Video so einiges zu transportieren: Unbehagen, Unzufriedenheit und Wut. Sie, das sind ziemlich prominente Handballer. Vor allem aber: Es sind nicht wenige. Uwe Gensheimer, Nikola Karabatic, Mikkel Hansen und noch einige mehr blicken in die Kamera, setzen einen ziemlich grimmigen Blick auf und sagen: «Spielt nicht mit den Spielern.»

Es rumort in der Handballszene. Der Grund: Der Terminplan wird von Saison zu Saison dichter. Immer mehr Termine. Immer weniger Pausen. Immer mehr Unmut. Die Akteure erachten die Anzahl Spiele pro Jahr als zu hoch. Auf bis zu 80 Partien können sie am Ende einer Spielzeit kommen. Deshalb erheben sie sich nun. Deshalb dieses Video.

Sie würden immer mehr Einsätze haben, sagt Deutschland-Captain Gensheimer. «Die Gesamtzahl der Spiele oder der Druck auf die Protagonisten wird dabei nicht berücksichtigt.» Die Folgen seien zahlreich und unverantwortlich für die Gesundheit der Spieler, findet der dreifache Welthandballer Karabatic. «Und sie sind am Ende schlecht für unseren Sport.»

Kein neues Anliegen

Die Überbelastung war in der Vergangenheit immer wieder ein Thema. Zum Beispiel an der letzten Weltmeisterschaft im Januar, als die Halbfinalisten innert 17 Tagen zehn Auftritte hatten.

Auch deshalb sagt der kroatische Nationalspieler Luka Stepancic im Video: «Entscheidungen werden getroffen, ohne die Arbeitsbelastung der Spieler und ihre Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Integrität zu berücksichtigen.»

Die Protagonisten formulieren alle den gleichen Wunsch: «Hört auf uns.» Diese teilen nämlich auch die Befürchtung, langfristig ihr Niveau nicht halten zu können. Welthandballer Mikkel Hansen sagt: «Mit mehreren Ruhetagen stellen wir sicher, dass die Spieler physisch bereit sind und somit ihr Maximum auf dem Platz zeigen können.»

Initiiert wurde die Aktion von der europäischen Vereinigung der Handballer. Wie viel sie nun tatsächlich bewegen kann, ist fraglich. Schliesslich werden sowohl die nächsten Europameisterschaften als auch Weltmeisterschaften aufgestockt. Bedeutet wieder mehr Spiele. Wieder weniger Pause. Und – sollte sich bis dahin nichts ändern – noch mehr Unmut.

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