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Der «Iceman» tritt ab

Er wählt die grosse Bühne für seinen Abschied. Patrick Mendelin bestreitet mit Wiler-Ersigen noch den Champions Cup, ehe er sich seinem Projekt bei NLB-Klub Basel Regio widmet.

Gelungene Derniere: Patrick Mendelin feiert im letzten Heimspiel sein vorerst letztes NLA-Tor (gegen Thun).
Gelungene Derniere: Patrick Mendelin feiert im letzten Heimspiel sein vorerst letztes NLA-Tor (gegen Thun).
Max Füri

Es gab Wochenenden, da stand Patrick Mendelin dreimal im Einsatz. So etwa Mitte September: Am Freitag bestritt er mit Wiler-Ersigen den Season Opener gegen Köniz. Tags darauf nahm der Stürmer mit Basel (gegen Gordola) die neue NLB-Spielzeit in Angriff. Und am Sonntag stand er mit den Baslern im Cup nochmals auf dem Feld.

Mendelin liebt Herausforderungen. Mit Wiler-Ersigen hat der «Iceman», der für seine Kaltblütigkeit im Abschluss bekannt ist, neunmal den Meistertitel gefeiert. Bei seinem Stammverein Basel Regio bekleidet Mendelin das Amt als Sportchef. Und nebenher arbeitet er in einem 60-Prozent-Pensum bei einer Bank.

Das ändert sich ab nächster Woche: Fortan wird Mendelin im Unihockey nur noch eingleisig fahren und Wiler-Ersigen verlassen. Der morgen beginnende Champions Cup im finnischen Seinäjoki ist gleichbedeutend mit der Derniere des 30-Jährigen. Nachfolgend äussert sich Mendelin zu...

...den Aussichten von Wiler-Ersigen am Champions Cup:

«Wir fahren nach Finnland, um jedes Spiel zu gewinnen. Das ist bei den übrigen Teilnehmern vermutlich nicht anders, aber ich bin von unserem Team überzeugt. Die Qualität wird hoch sein, wir brauchen die bestmögliche Darbietung. Wenn alles zusammenpasst, ist vieles möglich, dann können wir mit unserem Kader gegen jedes Team der Welt bestehen und auch gewinnen. Aussenseiter sind wir auf keinen Fall, auch nicht gegen die Topteams aus Schweden und Finnland.»

...dem bevorstehenden Abschied von Wiler-Ersigen:

«Es ist das erste Mal, dass ich mich in einer vergleichbaren Situation befinde. Das letzte Heimspiel gegen Thun ist mir nahegegangen. Da durfte ich feststellen, Spuren hinterlassen zu haben. Ich bin keiner, der seine Emotionen nach aussen trägt. Aber der Abschied vom eigenen Publikum war wirklich schön. Ich habe hier einige Male eine Meisterfeier erleben dürfen. Basel ist aber mit der ganzen Arbeit, die ich in den Verein gesteckt habe, auf einem anderen emotionalen Level. Die Entscheidung war sehr schwierig, das Gefühl kam schleichend. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.»

...der Mehrfachbelastung:

«Einerseits ist das Projekt in Basel inzwischen so weit fortgeschritten, dass ich meine Energie zu 100 Prozent dort investieren möchte. Andererseits wurde der Aufwand mit dem Pendeln auf Dauer sehr anstrengend. Die Verkehrssituation ist ein Desaster, sie zehrte an meinen Kräften. Unterwegs nach Zuchwil stand ich oft im Stau und konnte nicht abschalten. Im letzten Jahr profitierte ich von den Trainings bei Wiler-Ersigen kaum mehr, die absolvierte ich im Überlebensmodus. Ich bringe die Einheiten durch und hoffe, nicht negativ aufzufallen. Zum Vergleich: In Basel bin ich mit dem Velo in drei Minuten bei der Halle. Das bedeutet für mich Lebensqualität.»

...den Ambitionen mit Basel:

«Wir wollen irgendwann zurück in die NLA (der Vorgängerverein Basel Magic musste sich 2008 aus der höchsten Spielklasse zurückziehen, die Red.). Das muss nicht auf Biegen und Brechen möglichst bald geschehen. Wenn die Entwicklung aber so weiterverläuft, gerade auch im Juniorenbereich, ist das Ziel Aufstieg realistisch. Es ist schwierig, den Niveauunterschied zwischen den beiden Ligastufen einzuschätzen. Langfristig wollen wir aber auf höchster Stufe nicht nur dabei sein, ­sondern ein konkurrenzfähiges Team stellen und in den Playoffs mitspielen. Ich bin überzeugt, dass wir in verschiedenen Bereichen bereits so gut arbeiten wie einige NLA-Vereine.

Ich will den Aufstieg als Spieler miterleben. Emotional würde es mir am meisten bedeuten, mit Basel auf höchster Stufe anzutreten. Das ist für mich derzeit die spannendste Herausforderung; ie Ansprüche an mich selbst sind bei Basel sogar noch grösser als bei Wiler-Ersigen.»

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