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Colognas Antwort auf Guts Frust-Tweet

«Ich bin Rätoromane»: Nach Lara Guts Frust-Tweet über die Verleihung der Sports Awards kontert der Sieger Dario Cologna.

Die Gewinner der Credit Suisse Sports Awards 2013 heissen Giulia Steingruber und Dario Cologna. Für Lara Gut, die im noch jungen Olympiawinter bereits vier Weltcuprennen gewann und einer der grossen Stars im Skizirkus ist, eine bittere Pille. «Ich bin zu sehr Tessinerin, um bei den Sports Awards zu gewinnen, und Stan ist zu sehr Romand», konstatierte Gut im Anschluss an die Wahl der Sportler des Jahres kurz nach Mitternacht via Twitter.

Stan, das ist der Tennisprofi Stanislas Wawrinka, der sich in dieser Saison mit begeisterndem Tennis erstmals den Weg in die Halbfinals eines Grand-Slam-Turniers bahnte, aber hinter dem zurzeit verletzten Langläufer Cologna anstehen musste. Und offenbar teilt Wawrinka Guts Einschätzung, bedachte er ihren inzwischen gelöschten Twitter-Beitrag doch mit einem Smiley.

Langlauf-Olympiasieger Cologna kann Guts Kritik nicht nachvollziehen und konstatierte: «Ich bin Rätoromane.» Die Skirennfahrerin will dies nicht gelten lassen und entgegnete ebenfalls via Twitter: «Was weisst du schon davon.» Zur Wahl gratulierte sie ihm trotzdem.

Mehrheit der Leser einverstanden

Die Leser von Redaktion Tamedia sind uneins, ob die Tessiner und die Romands systematisch benachteiligt werden. «Die Schweiz hört nicht am Gotthard und an der Saane auf», findet zum Beispiel Franco Borgnoni. Auch Reto Kuenzli wittert einen Hang zur Bevorzugung von Deutschschweizern bei den Sports Awards: «Ich kann mich noch gut erinnern, wie der Motorradrennfahrer Tom Lüthi Stéphane Lambiel vorgezogen wurde.» Die Mehrheit der Leser scheint mit der Wahl von Cologna und Steingruber aber einverstanden zu sein. «Giulia hat meiner Meinung nach in diesem Jahr mehr geleistet als Lara. Und Stan hat noch kein grosses Turnier gewonnen», fasst Jacques Stoller zusammen.

Der Blick in die Statistik stützt die These der ungeliebten Romands und Tessiner. Die letzte Sports-Awards-Siegerin, die nicht aus der Deutschschweiz stammt, war 1993 die eingebürgerte Tennisspielerin Manuela Maleeva-Fragnière, deren Wurzeln in Bulgarien liegen. Bei den Männern gewann in den vergangenen 20 Jahren nur der Neuenburger Didier Cuche den Titel für die lateinische Schweiz, wenn man das rätoromanische Gebiet nicht dazurechnet. Cuche, der seine TV-Interviews stets auf Schweizerdeutsch gab, wurde vom Publikum aber nur als halber Romand wahrgenommen.

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