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Brechen mit dem steten Umbruch

Erneut verlassen am Saisonende eine Menge Spielerinnen Rotweiss Thun. Coach Peter Bachmann hadert damit, stets wichtige Kräfte zu verlieren. Die Zuversicht aber bleibt.

Verlassen den Club: Laura Berger, Celine Oberson, Annina Ganz und Fabiola Hostettler (v. l.).
Verlassen den Club: Laura Berger, Celine Oberson, Annina Ganz und Fabiola Hostettler (v. l.).
Markus Grunder

Die Ereignisse wiederholen sich. Als Rotweiss’ Fanionteam am Samstag sein letztes Heimspiel der Saison austrägt, kommen einem die Dinge nur allzu vertraut vor. Mal wieder liegt ein gutes Jahr hinter den Thunerinnen; eines, in dem sie stetig besser geworden sind; eines, das sie auf Rang 4 beenden.

Mal wieder hat die Nationalliga-A-Equipe vorab im Cup bewiesen, mit den stärksten Ensembles mithalten zu können. Mal wieder verlassen im Mai gefühlte zig Leistungsträgerinnen den Berner Oberländer Club. Und im Sommer wird Coach Peter Bachmann quasi von neuem eine Mannschaft aufbauen müssen. Mal wieder.

Sie ist eigentlich ein feierlicher Anlass, die Partie gegen Rekordmeister Brühl. Die Thunerinnen schlagen den Playoff-Finalisten, und zwar mit 21:20 Treffern, vorübergehend liegen die Gastgeberinnen gar mit vier Toren Differenz vorn. Mit Celine Oberson, Annina Ganz, Laura Berger, Fabiola Hostettler und Selina Jordi werden verdienstvolle Akteurinnen in rührendem Rahmen verabschiedet, sie kriegen Blumen, Leckereien und nette Worte.

Die «üblichen Probleme»

Trainer Bachmann ist nur bedingt zum Feiern zumute, als er gebeten wird, ein erstes Fazit zu ziehen. Er spricht zwar zu Recht von einer gelungenen Saison, erwähnt die Fortschritte, die sein Team gemacht habe, und stellt erfreut fest, der Spitze nähergerückt zu sein, was die Ergebnisse belegen.

Er sagt aber auch, dass die «üblichen Probleme» allmählich zusetzten. Damit meint er die Tatsache, dass er wie in den Jahren davor mehrere Stammkräfte verliert. Die harte Arbeit, die Entwicklung, die angeeigneten Automatismen – all das war zwar nicht umsonst, aber den Erfolgscoach schmerzt, abermals nicht daran anknüpfen zu können, in der nächsten Saison erst wieder eine Basis legen zu müssen.

Stillstand und Fortschritt

Bachmann gewann mit Wacker Thun zweimal den Schweizer Cup und einmal den Europapokal. Er ist keiner, der sich mit Mittelmass begnügt, auch nicht damit, zur erweiterten Spitze zu gehören. Er sagt: «Irgendwann ist dann auch mal gut mit Rang 4.»

Stets sind die Thunerinnen in der jüngeren Vergangenheit Vierte geworden, jeweils hinter Nottwil, Brühl und Zug. Bachmann vermittelt den Eindruck, in der Lage oder zumindest zuversichtlich zu sein, die Lücke zu schliessen, stünden ihm während zweier Jahre mal dieselben Akteurinnen zur Verfügung. Die jüngsten Resultate stützen dies.

In der zu Ende gehenden Finalrunde besiegte Rotweiss Brühl gleich zweimal, das Team punktete auch gegen Nottwil, den andern Spitzenclub, und gegen die Innerschweizerinnen zogen die Berner Oberländerinnen Ende März im Cuphalb­final nur deswegen den Kürzeren, weil sie ihr sehr hohes Niveau in der Schlussphase nicht hatten halten können.

Bachmann glaubt sein Ensemble nun, am Ende der Saison, auf Augenhöhe mit den besser klassierten Mannschaften aus Zug und St. Gallen, und er sagt: «Nun wären wir in Playoff-Form.» Ein Playoff im klas­sischen Sinne gibts im hiesigen Frauenhandball gegenwärtig aber nicht, bloss eine Ausmarchung unter den zwei Spitzenequipen. Und so bleibt Bachmann und seinen Spielerinnen nichts als die Gewissheit, vieles richtig gemacht und das eigene Niveau stetig gesteigert zu haben.

Resignation? Denkste

Bachmanns Verdienste um Rotweiss sind gross, er hat aus einem Liftclub einen Verein geformt, der die Allerbesten ärgern und an guten Tagen schlagen kann, überdies ein gewisses Level nie unterschreitet. Und er hat die Hoffnung nicht aufgegeben, auch mit den Thunerinnen unmittelbar um den Titel spielen zu können. Was es dazu braucht, ist klar: Kontinuität.

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