Zum Hauptinhalt springen

Boxend im Business

Der 28-jährige Berner Alain Chervet, der am 26. Dezember im Kursaal seinen 18. Profikampf bestreitet, betreibt seit rund einem Jahr einen Boxclub.

Marco Spycher
Spass am Boxen: Alain Chervet trainiert hart und managt seinen eigenen Boxclub.
Spass am Boxen: Alain Chervet trainiert hart und managt seinen eigenen Boxclub.
Susanne Keller

Verschwitzt und ausgepowert: So sehen die Kursteilnehmer nach einem Training mit dem Schweizer Profiboxer Alain Chervet aus. Er selber gibt noch letzte Tipps, lacht viel und hat Freude an dem, was er macht. Seit gut einem Jahr führt der Berner seinen eigenen Boxclub im Liebefeld, die Boxing Kings.

«Es läuft sehr gut. Viele rufen mich an und wollen sich für einen Kurs anmelden. So macht es Spass.» Trotz Doppelbelastung scheint er die Situation gut zu bewältigen. «Wenn ich nicht gerade einen Kurs leite, habe ich jeweils Zeit für mein eigenes Training.»

Beim Sparring mit dem ehemaligen Profi Yves Studer zog sich der 28-Jährige Mitte November einen Riss im Nierenbecken zu. Aufgrund dieser Verletzung musste er den vorgesehenen Titelkampf um den Meister der europäischen Nicht-EU-Staaten vom 26. Dezember im Kursaal absagen.

In den Ring steigen wird er an diesem Tag trotzdem. «Ich bin sehr froh, dass ich am Boxing Day antreten darf, obwohl es lange unsicher war.»

7-Tage-Woche

Als Profiboxer einen Club zu führen, ist eine schwierige Aufgabe. «Klar, hatte ich früher mehr Zeit für mich, ich habe aber einen Weg gefunden, der für mich passt.» Und Chervet fügt hinzu: «Natürlich wäre es optimal, wenn ich als Profiboxer genügend Geld verdienen würde. Aber mir war von Anfang an klar, dass das in der Schweiz nicht möglich ist. Somit habe ich mir nun meinen Traum vom eigenen Club erfüllt.»

Schon zu Beginn seiner Karriere trainierte er bei den Boxing Kings. Der vorherige Besitzer, Daniel Hartmann, sagte schon früh zu Chervet, dass dieser dereinst seinen Club übernehmen solle. Im September 2017 fand die Stabübergabe statt.

«Ich war überrascht, dass es so schnell ging», sagt Chervet. Die Leidenschaft für seinen Club ist ihm anzumerken. «Ich arbeite jede Woche sieben Tage, die restliche Zeit verbringe ich mit der Familie. Für mehr reicht es nicht.»

Neben der Arbeit im Club und seiner Karriere kümmert sich Alain Chervet nämlich auch um seine zwei Kinder. «Ich kann es jeweils so einrichten, dass es aneinander vorbeiläuft.» Auch deshalb hat er nach wie vor das Gefühl, einen Traumjob zu haben. «Und ich komme lieber sieben Tage in meinen Club, anstatt mich fünf Tage an einem Arbeitsplatz zu beschäftigen, an dem ich mich nicht wohlfühle», ergänzt er.

Wettkämpfer ausbilden

«Nach meiner Karriere will ich mein Wissen jungen Kämpferinnen und Kämpfern weitergeben und sie zu Wettkämpfern ausbilden.» Einen Erfolg kann er bereits jetzt vorweisen: Sein 24-jähriger Schüler Angelo Rafael Peña sicherte sich Ende November den Schweizer-Meister-Titel der Amateure im Leichtgewicht.

Wie es in der Karriere Chervets weitergeht, weiss er nicht. «Ich werde aber sicher nicht mehr allzu lange Ernstkämpfe bestreiten.» Trotzdem hat er noch ein Ziel vor Augen. «Den Meistertitel der europäischen Nicht-EU-Staaten im Superleichtgewicht möchte ich holen.» Vorerst steht aber der Kampf im Kursaal gegen den Tansanier Khalid Manje an.

Eines ist sicher: Unabhängig vom Resultat wird Chervets Telefon künftig oft klingeln. Es warten schon die nächsten Kursteilnehmer, die schwitzen und sich auspowern wollen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch