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«Bolt ist nicht mehr so stark wie 2008»

An den Spielen von Peking war Usain Bolt mit seinen Weltrekorden über 100 und 200 Meter der grosse Star. Doch nun wittern die US-Amerikaner Morgenluft – ein Irrtum?

Auf dem absteigenden Ast? Maurice Greene zweifelt an der Form von Usain Bolt.
Auf dem absteigenden Ast? Maurice Greene zweifelt an der Form von Usain Bolt.
Keystone

Maurice Greene, der vor zwölf Jahren in Sydney die Goldmedaille über die 100 Meter gewann, verspricht für die Spiele in London das Ende von Usain Bolts Dominanz. «Das Rennen wird deutlich enger sein, als es die meisten Leute erwarten. Es wird ein aufregender Wettkampf», sagte der US-Amerikaner. Den aktuellen Weltrekord von 9,58 Sekunden, den Bolt 2009 in Berlin aufstellte, werde der Jamaikaner nicht noch einmal senken. «Ich kann Ihnen versprechen, dass dies nicht passieren wird», gab Greene zu Protokoll. «Ich schaue mir die Leute an und analysiere ihre Rennen. Bolt hat mir nicht gezeigt, dass er noch immer in der Form von 2008 ist. In dieser Form würde er sicher gewinnen, aber er hat Probleme auf den ersten 65 Metern. Erst von dort an ist er der Alte.»

Trotz Greens Zweifeln und der negativen Schlagzeilen die Bolt kürzlich wegen eines Autounfalls in den frühen Morgenstunden schrieb, ist er aber auch in dieser Saison der Mann mit der besten Zeit. Bei seinem Sieg in Rom stoppte die Uhr für den schnellsten Menschen der Geschichte nach 9,76 Sekunden, womit er in der Hitliste vier Hundertstel vor der Nummer 2, dem US-Amerikaner Justin Gatlin, liegt. Die Jamaikaner Yohan Blake (9,84) und Asafa Powell (9,85) sowie der US-Amerikaner Tyson Gay und Keston Bledman aus Trinidad und Tobago (beide 9,86) folgen auf den nächsten Positionen.

Bei Gay ortet Greene noch Steigerungsgpotenzial: «Tyson kann eigentlich schneller laufen als Justin, aber er hat sich erst gerade von einer Verletzung erholt und ist noch nicht bei 100 Prozent.» Gay, der 2009 in Shanghai in 9,69 Sekunden seine persönliche Bestzeit erzielte, hat gegenüber der Konkurrenz den Vorteil, dass sein Körper relativ ausgeruht sein dürfte. «Das ist vielleicht eine gute Sache für ihn», so Greene. Es bleibe aber abzuwarten, ob sein Landsmann rechtzeitig richtig in Schwung komme. Bolt sei noch immer gefährlich.

Einen weiteren Formtest absolviert Bolt an den jamaikanischen Olympia-Trials, die heute in Kingston beginnen. Nationaltrainer Maurice Wilson erklärte gegenüber dem «Jamaica Observer», man dürfe noch keine Fabelzeiten erwarten, sollte Bolt ernsthaft getestet werden, sollte er aber in der Lage sein, den Turbo zu zünden. Der Superstar hat sich für London auch vorgenommen, Revanche für die WM 2011 im südkoreanischen Daegu zu nehmen. Dort brachte ihn ein Fehlstart über 100 Meter um die Chance, seinen Titel zu verteidigen.

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