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Berger und seine Türöffner

Bei Wiler-Ersigen bestehen zwei Drittel des Kaders aus jungen Talenten. Noch sind die Einsätze der wenigen erfahrenen Kräfte aber essenziell.

Ist gefordert: Trainer Thomas Berger dirigiert die jungen Spieler.
Ist gefordert: Trainer Thomas Berger dirigiert die jungen Spieler.
Max Füri

Patrick Mendelin kann auch emotional. Der langjährige Stürmer Wiler-Ersigens ist ein ruhiger Zeitgenosse, der auch in grossen Spielen keine Anzeichen von Nervosität zeigt. Gerade deswegen war er für die Unteremmentaler so wichtig, gerade deswegen werden sie ihn vermissen. Mendelin wurde am Samstag anlässlich des Heimspiels gegen Thun offiziell verabschiedet – und war gerührt von den stehenden Ovationen.

Mendelin wird sich nach dem Ende dieser Woche stattfindenden Champions Cup seinem Stammklub Basel Regio anschliessen. Am internationalen Kräftemessen im finnischen Seinäjoki (Freitag bis Sonntag) spielt der 30-Jährige nochmals an der Seite von Matthias Hofbauer und Joel Krähenbühl. Das Trio bildet die Angriffsformation der Erfahrenen, die den Verein in den letzten Jahren geprägt haben. Die Verantwortlichen sprechen schon länger vom anstehenden Generationenwechsel. Langsam, aber sicher vollzieht er sich.

Der Sog

Wiler-Ersigen hat eine ganze Reihe junger, talentierter Akteure, die bereits in dieser Saison viel Spielzeit erhalten. Sie deuten ihr Potenzial immer wieder an. «Unsere Jungen sind stark, wenn sie im Sog der Älteren mitziehen können», sagt Trainer Thomas Berger dazu. Es brauche derzeit aber noch immer die Routiniers, um den Weg zu ebnen. Am Samstag gegen Thun (11:2-Sieg) zeigte der amtierende Meister ein schwaches Startdrittel, er tat sich schwer gegen die frech aufspielenden Berner Oberländer. Dann nahmen Hofbauer, 36-jährig, und Krähenbühl (32) das Heft in die Hand, stellten innert zwei Minuten von 2:1 auf 4:1. Die Tür war geöffnet, die Zukunftshoffnungen begannen sich zu entfalten. Im Schlussdrittel – das Spiel war längst entschieden – setzten sie zum Schaulaufen an.

Der fragliche Stellenwert

Bergers Team musste am Wochenende eine Zusatzschicht einlegen. Die NLA-Runde, die Wiler-Ersigen wegen des Champions Cup verpasst, wurde vorgestern Sonntag vorgeholt. Das Auswärtsspiel bei Kloten-Bülach war eine Pflichtaufgabe, der Meister löste sie mit einem 6:4-Sieg glanzlos.

Letzteres will Wiler-Ersigen am kommenden Wochenende tun. «Wir wollen Erfahrungen sammeln», sagt Berger, «das Turnier ist fürs Team, gerade für die Jungen, enorm wertvoll.» Der Bündner merkt aber an, der Stellenwert des Turniers sei schwierig zu definieren. Zum einen, weil der Zeitpunkt alles andere als ideal ist – im Oktober befindet sich ein Unihockeyteam in der Regel noch weit von der Bestform entfernt. Zum anderen, weil das Interesse am Treffen der internationalen Spitze eher gering ist. Der Fokus der Unteremmentaler gilt eindeutig der Titelverteidigung in der Schweizer Meisterschaft im nächsten Frühling.

Nach Mendelins Abgang werden in der Offensive mit den erwähnten Hofbauer und Krähenbühl sowie dem Schweden Daniel Johnsson nurmehr drei Kräfte verbleiben, die sich zu den Er­fahrenen zählen lassen. Die jungen Wilden werden gefordert sein, noch ein Stück mehr Verantwortung zu übernehmen. Dazu wissen sie mit Berger einen bedingungslosen Förderer hoffnungsvoller Talente als Coach. Der frühere U-19-Nationaltrainer betont aber mehrmals, wie herausfordernd die Transformation ist. Es wird die «Alten», wie Berger sie nennt, noch einige Zeit als Wegbereiter brauchen. Sie öffnen langsam, aber stetig die Tür für die nächste Generation.

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