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Auf Augenhöhe

Floorball Köniz hat am ersten Playoff-Wochenende gezeigt, dass es in der Viertelfinalserie gegen Meister GC keineswegs chancenlos ist. Auf den deutlichen Sieg zum Auftakt folgte am Sonntag jedoch eine klare Heimniederlage.

Ausgeglichen: Nach zwei Spielen steht es zwischen den Grasshoppers und Jonas Ledergerbers (Mitte) Floorball Köniz 1:1.
Ausgeglichen: Nach zwei Spielen steht es zwischen den Grasshoppers und Jonas Ledergerbers (Mitte) Floorball Köniz 1:1.
Raphael Moser

Der blosse Blick auf die Resultattafel kann manchmal irreführend sein. Floorball Köniz war Gegner GC nicht derart unterlegen, wie es das Ergebnis von 2:8 vermuten liesse. Die deutliche Differenz kam erst in den Schlussminuten zustande, als die Könizer sämtliche Kräfte in die Offensive investierten und damit dem Gegner viel Platz für Konterangriffe eröffneten. Ein Szenario, das allgemein oft eintritt.

Auf dem Weg zur Niederlage liessen die Berner wiederholt beste Gelegenheiten aus. Oft schlossen sie zu überhastet ab, verfehlten das Tor oder scheiterten am herausragenden Nationaltorhüter Pascal Meier. «Wir müssen es weiter versuchen. Es braucht aber feine Anpassungen, um den idealen Zeitpunkt für den Abschluss zu finden», befand Trainer René Berliat. Die Offensive ist seit Saisonbeginn eine Baustelle, Köniz erzielt nicht genügend Tore. Und im Spiel vom Sonntag erwischten die wenigsten Angriffsspieler einen guten Tag.

Zu optimistisch, zu naiv

Letztlich war die Frage nach dem Spielausgang auch eine Frage des Momentums. Dieses kippte früh auf die Seite der Zürcher, die Gäste nutzten zwei grobe Fehlzuspiele der Könizer Verteidigung zu zwei frühen Toren. «Das war naiv von uns», kommentierte Berliat, «in der Angriffsauslösung spielten wir teilweise zu optimistisch.» Im Hintertreffen liegend, wirkten die Berner trotz grossem Engagement verkrampft. Auf den Anschlusstreffer Oliver Schmockers folgte bald das 1:3 in Unterzahl. Luca Graf, bis letzten Sommer noch bei Köniz engagiert, traf aus der Distanz.

Im Schlussdrittel machte sich Berliats Team das Leben selbst schwer, leistete sich weiterhin zu viele Ungenauigkeiten. Der neue Cupsieger GC wusste diese zu nutzen und siegte letztlich ungefährdet. Dazwischen hatte Nino Wälti das zweite und letzte Könizer Tor erzielt.

Am Samstag war es hingegen Köniz gewesen, das durch effizientes Spiel überzeugt hatte. In Spiel eins in Zürich holte der Qualifikationssechste endlich wieder hervor, was ihn in der letzten Saison so stark gemacht hatte: konsequentes Verteidigen und Kaltblütigkeit im Abschluss. Für erfolgreiche Auftritte in den Playoffs braucht Köniz genau diese Kombination. Der 19-jährige Jan Zaugg – er hatte die Hälfte der Qualifikation wegen eines Schlüsselbeinbruchs verpasst – zeichnete sich als dreifacher Torschütze aus.

Am Ende stand ein 7:3-Sieg zu Buche. Und trotz der anschliessenden Niederlage am Sonntag zeigte sich Trainer Ber­liat zufrieden mit dem Auftakt. Mehr noch, im zweiten Spiel sah er gar eine Steigerung: «Im Spiel mit Ball sind wir noch besser geworden. Phasenweise haben wir das Geschehen dominiert.»

Beidseits starke Goalies

GC bleibt nach den ersten beiden Aufeinandertreffen der Favorit. Den Ausgleich in der Viertelfinalserie hat die Equipe von Luan Misini, früher Berliats Assistent bei Köniz, vor allem dank einer starken Chancenverwertung realisiert. Allerdings haben die Berner im Vergleich zur Qualifikation einen Gang höher geschaltet. Zudem hat neben Meier von GC auch Floorballs Goalie Patrick Eder überzeugt. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag spielten die Berner nicht wie ein Team, das im Vergleich mit dem Meister nur Aussenseiterchancen hat. Köniz spielt zurzeit auf Augenhöhe mit den Grasshoppers.

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