Ein Déjà-vu, das niemand wollte

Beachvolleyball

Das Duo Hüberli/Betschart muss sich in Gstaad mit dem 4. Rang begnügen.

Die Reserven von Hüberli/Betschart reichten am Sonntag nicht mehr aus.

Die Reserven von Hüberli/Betschart reichten am Sonntag nicht mehr aus.

(Bild: Keystone)

Annic Berset

Tanja Hüberli findet ihre Stimme erst im zweiten Anlauf wieder. Zu gross ist im ersten Moment die Enttäuschung, sie ist den Tränen nahe. «Am Ende waren wir einfach chancenlos», fasst die 26-Jährige das Spiel zusammen, das sie mit ihrer Partnerin Nina Betschart so gern für sich entschieden hätte.

Nur ein paar Stunden zuvor waren die beiden Beachvolleyballerinnen in Gstaad vor vollen Rängen frenetisch zu ihrer Halbfinalpartie begrüsst worden, wo das favorisierte Duo Klineman/Ross aus den USA wartete. Die Amerikanerinnen traten als Vizeweltmeisterinnen an, die beiden bisherigen Duelle gegen die Schweizerinnen waren klar zu ihren Gunsten ausgefallen.

Von diesen Statistiken liess sich zu Beginn des Halbfinals aber weder Tanja Hüberli noch Nina Betschart aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil: Die beiden wirkten fokussiert, das harte Programm in den letzten beiden Wochen an der WM in Hamburg und in Gstaad merkte man ihnen nicht an. Scheinbar unbeeindruckt erarbeiteten sich Hüberli/Betschart einen Vorsprung von sieben Zählern, benötigten nur noch vier Punkte zum Satzgewinn.

Und dann? Riss der Faden, komplett. Den Schweizerinnen gelang es nicht, den Vorsprung über die Ziellinie zu bringen, mit zu vielen Fehlern schenkten sie den Amerikanerinnen den ersten Durchgang und somit auch den Match.

Denn nach verlorenem Startsatz wich der Fokus etwas der Frustration über die verpassten Chancen. So bejubelten die USA schliesslich einen 2:0-Sieg und den Final­einzug.

Leere Batterien

Abhaken, weitermachen, sagte sich das topgesetzte Schweizer Duo nach dem Spiel. Denn es galt, für die Partie um Platz drei möglichst schnell den Fokus wieder zu finden. Und es galt, die Erinnerungen an die vergangene Woche an der WM zu vergessen, als die beiden mit dem unliebsamen vierten Rang vorliebnehmen mussten. «Wenn es bei uns beiden passt, spielt es keine Rolle, wer auf der anderen Seite des Feldes steht», gab sich Hüberli nach dem verlorenen Halbfinal kämpferisch.

Auf der anderen Seite standen wenig später die Brasilianerinnen Ana Patricia und Rebecca. Zum zweiten Mal innert zwei Wochen standen sich die zwei Paare gegenüber, den WM-Achtelfinal hatten die Schweizerinnen noch für sich entschieden.

Am Sonntagnachmittag aber waren die Batterien der Schweizerinnen leer. Mit 21:14 und 21:12 sicherte sich Brasilien die Bronzemedaille, Betschart/Hüberli gingen – wie vor einer Woche – leer aus. Gold holten sich die Amerikanerinnen im Finalspiel gegen Maria Antonelli und Carol mit 2:1.

Zweimal seien die Gegnerinnen einfach besser gewesen, versuchte Hüberli die Niederlage zu erklären. «Wir haben viel gelernt in diesen zwei Wochen, und bald werden wir zu schätzen wissen, was wir geleistet haben», ergänzte Nina Betschart.

In Zukunft, sagen die beiden, wollten sie daran arbeiten, die Bilanz gegen alle Teams in die Höhe zu schrauben. «Viel fehlt nämlich nicht dazu.»

Berner Zeitung

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