Klopp sagt, warum Shaqiri nicht mehr spielt

Im Dezember noch der gefeierte Mann bei Liverpool, jetzt kaum mehr im Einsatz. Das hat mehrere Gründe.

Liverpool-Coach Jürgen Klopp erwartet im Achtelfinal-Rückspiel ein anderes Bayern und sieht das Duell weiterhin völlig offen. (Video: Teleclub)

Der FC Liverpool schiesst eigentlich ziemlich gerne und ziemlich viele Tore. Aber im Jahr 2019 geht es für das Team von Jürgen Klopp in der Liga auf und ab. Es gibt vor allem wenig berauschende Unentschieden und berauschende Siege. Auf den 4:3-Erfolg gegen Crystal Palace folgen zwei 1:1, eines gegen Leicester, das andere bei West Ham. Nach dem 3:0 gegen Bournemouth: 0:0 bei Manchester United. Nach dem 5:0 gegen Watford: 0:0 bei Everton. Liverpool tänzelt nicht mehr ganz so locker durch die Premier League, ist jetzt auch nur noch Zweiter. Trotz dem 4:2 am Sonntag gegen Burnley.

Die erwähnten Siege holten die Reds jeweils zu Hause. Die Unentschieden, abgesehen von jenem gegen Leicester, auswärts. Auch gegen die Bayern gibt es nun ein Auswärtsspiel. Für einen wäre es die perfekte Bühne: Xherdan Shaqiri. Champions-League-Achtelfinal gegen den ehemaligen Verein, was will man mehr? Nun, der Schweizer würde vor allem eines gerne: etwas mehr Spielzeit bekommen als zuletzt.

Die Formation passt – auch für die Konkurrenz

Durchspielen durfte Shaqiri noch nie im laufenden Kalenderjahr, und zuletzt wurde er kaum mehr eingesetzt. Er, der noch im Dezember plötzlich Held war in Anfield, weil er beim 3:1 zweimal gegen Manchester United traf – es war der Sieg der José Mourinho den Job kostete. Nach dem Doppelpack erzählte der Flügelspieler, dass sie ihn in Liverpool jetzt schon Legende nennen würden.

Dass Shaqiri nicht spielt, hat mehrere Gründe, mitunter auch jene, die schon vor dem Saisonstart auf eine schwierige Situation für ihn hinwiesen. Da ist diese Formation, ein 4-3-3, die Trainer Klopp gerne und seit Februar eigentlich immer auf den Rasen schickt. Eine Formation, die eigentlich zu Shaqiri passt. Aber auch zu Mohamed Salah. Der Ägypter, wenn auch nicht mehr ganz so treffsicher wie noch vor Jahresfrist, hat seinen Platz eigentlich auf sicher. Genauso wie Sadio Mané und Roberto Firmino, die zwei weiteren Teile der Liverpooler Angriffsmaschinerie. Klopp verzichtet nur in Ausnahmefällen auf jemanden aus diesem Trio.

Plötzlich ist Lallana zurück

«Wenn wir das System spielen, das wir normalweise spielen, dann gibt es nur drei Positionen im Mittelfeld, jemand muss draussen bleiben», sagte Trainer Klopp kürzlich. Er war gefragt worden, warum er so selten auf den Guineer Naby Keïta setze. Dasselbe gilt für Shaqiri weiter vorne. Der Coach sagt: «Systemtechnisch müssen wir uns anpassen, wenn Shaqiri spielt.» Und das will Klopp gerade nicht. Zudem hatte der Schweizer in den vergangenen Wochen mit Rückenproblemen zu kämpfen. Jetzt aber ist er wieder ganz fit.

Doch nicht nur Liverpools aktuelles System ist Shaqiris Problem. Beim Sieg gegen Burnley glänzte zuletzt einer, der lange kaum mehr ein Thema mehr: Adam Lallana. Noch vor einem Jahr musste der 30-Jährige bei der U-23 von Liverpool mitspielen, er hatte davor mit Verletzungen zu kämpfen und suchte seine Form. Lallanas Tiefpunkt damals: Nach einem Foul eines Tottenham-Juniors verlor der Engländer die Nerven und packte den Gegner von hinten an der Gurgel. An die WM in Russland durfte er nicht. Jetzt hat er sich in der Hierarchie von Klopp wieder an Shaqiri vorbeigekämpft. Wegen seinen ausserordentlichen Trainingsleistungen, so der Trainer.

Die Brecher und Oxlade-Chamberlain

Ohnehin hat Klopp ein grosses Angebot an Mittelfeld- und Offensiv-Kräften. Mit Daniel Sturridge und Divock Origi sitzen zwei Stürmer fast immer auf der Bank, die in anderen Teams bessere Aussichten hätten. Für das Mittelfeld gibt es neben Shaqiri und Lallana auch noch Captain Henderson, Keita, Wijnaldum, Fabinho und Milner.

Die Konkurrenz ist riesig. Und es droht noch mehr Ungemach für Shaqiri in Person von Alex Oxlade-Chamberlain. Auch er Engländer, auch er verpasste die WM, im Gegensatz zu Lallana aber wegen einer Knieverletzung, die ihn fast ein Jahr ausser Gefecht gesetzt hat. Am Freitag kam er zu seinem Comeback bei der U-23. Oxlade-Chamberlains bevorzugte Position: Rechtsaussen.

mro

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