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Wawrinka will das Unmögliche möglich machen

Heute ab 15 Uhr versucht Stan Wawrinka zu schaffen, was noch niemand geschafft hat: Rafael Nadal im Final des French Open zu besiegen.

Was für ein Spiel! Stan Wawrinka gewinnt den  Halbfinal gegen Andy Murray (6:7, 6:3, 5:7, 7:6, 6:1) und steht zum zweiten Mal im Final von Roland Garros.
Was für ein Spiel! Stan Wawrinka gewinnt den Halbfinal gegen Andy Murray (6:7, 6:3, 5:7, 7:6, 6:1) und steht zum zweiten Mal im Final von Roland Garros.
AP Photo/Petr David Josek
Im Final trifft er auf Rafael Nadal.
Im Final trifft er auf Rafael Nadal.
Keystone
Holt sich der Waadtländer am Sonntag den vierten Grand-Slam-Titel?
Holt sich der Waadtländer am Sonntag den vierten Grand-Slam-Titel?
AP Photo/Petr David Josek
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101 Siege bei nur 2 Niederlagen – auf Sand ist Rafael Nadal über drei Gewinnsätze quasi unschlagbar. Bezwungen wurde er 2009 im Paris-Achtelfinal von Robin Söderling, als ihn Knieprobleme und die Trennung seiner Eltern plagten, und 2015 im Roland-Garros-Viertelfinal von Novak Djokovic, als er sich im Tief befand und nur ein Schatten seiner selbst war.

Nadal in Bestform hat unter diesen Bedingungen noch niemand in die Schranken gewiesen, und in Topverfassung ist der neunmalige French-Open-Champion ohne Zweifel. Er hat in Paris mittlerweile 23 Sätze in Serie gewonnen, und 2017 an seinem Lieblingsturnier bisher erst 29 Games abgegeben.

Überzeugender war er nie ins Endspiel vorgestossen. Nadal ist zwar ein chronischer Tiefstapler, doch diesmal gibt sogar er zu, dass er bisher hervorragend gespielt hat: «Ich bin sehr erfreut, wie gut seit dem Tag meiner Ankunft hier alles gelaufen ist.»

«Die grösste Herausforderung»

Stan Wawrinka weiss natürlich um die Schwierigkeit seiner Aufgabe. «Gegen Rafa, der fit und in Topform ist, den French-Open-Final zu bestreiten, ist die grösste Herausforderung, die es im Tennissport gibt. Er hat ein Spiel, das für Sand gemacht ist, das macht die Sache für die Gegner extrem kompliziert. Er spielt mit extrem viel Drall, er bringt immer noch einen Ball mehr zurück, und wenn du mit einem Schlag kurz wirst, kannst du dem Punkt gleich ‚auf Wiedersehn‘ sagen», erklärt der Waadtländer.

Trotzdem hat er nicht vor, klein beizugeben. Er fühle sich physisch am Tag nach der harten Partie gegen Andy Murray besser als erwartet, ja sogar perfekt. «Ich muss einen grossen Match zeigen und unter allen Umständen verhindern, dass er das Spiel diktiert, sonst habe ich keine Chance.» Das Geschehen bestimmen will freilich auch Nadal. «Ich muss sicherstellen, dass er nicht in der Position ist, hart zu schlagen», sagt der Sandplatzkönig über den Schweizer Herausforderer. «Ich werde alles tun, was ich kann, damit er nicht aggressiv spielen kann.»

Der Mallorquiner richtet sich auf einen harten Kampf ein. «Stan hat den Event in Genf gewonnen und nun hier den Final erreicht – er hat einen guten Lauf. Er ist der schwerstmögliche Gegner.»

«Ich mache alles rechtzeitig»

Und doch ist die Favoritenrolle klar verteilt. Stab Wawrinka muss das Unmögliche möglich machen. Allerdings: Wenn das einem zuzutrauen ist, dann dem 32-Jährigen Romand. Dreimal hat er einen Grand-Slam-Final erreicht: Dreimal war er als Aussenseiter angetreten, und dreimal verliess er den Platz als Gewinner. Daher sagt er vor dem grossen Showdown, er werde sich nicht mit einem Linkshänder einschlagen, überhaupt sei es zu spät, noch etwas zu ändern

«Um bei einem Grand-Slam-Turnier gut zu spielen, bereitet man sich sechs Monate vorher vor, nicht zwei Wochen vorher. Jetzt stehe ich zum vierten Mal im Final, ich weiss, dass ich nicht irgendwas Verrücktes machen muss. Am Sonntag spiele ich mich um 11 Uhr ein, esse danach gut. Ich mache alles rechtzeitig, damit ich nicht in Stress gerate.» In Stress geraten soll nur Rafal Nadal, und zwar auf dem Platz.

Bernerzeitung.ch berichtet ab 15 Uhr live vom Final Wawrinka gegen Nadal.

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