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Übereifriger Schiedsrichter sorgt für Aufregung

Roger Federer qualifizierte sich am Donnerstag für die dritte Runde der US Open. Schlagzeilen machte aber der Schiedsrichter.

Geht das schon unter Coaching? Der Referee geht vom Stuhl und spricht mit Kyrgios. Video: AP.

Roger Federer gewann am US Open auch seinen zweiten Match ohne Satzverlust. Er bot keine Meisterleistung, war beim 7:5, 6:4, 6:4-Sieg über Benoît Paire aber letztlich ungefährdet. Er führte das Auf und Ab auf den unorthodoxen Gegner zurück, sagte aber, er sei zufrieden. «Ich habe keineswegs schlecht gespielt.» Der Franzose seinerseits meinte, er schaue mit Bedauern auf die Partie zurück. «Ich hätte mehr herausholen können. Es war nicht so, dass Roger einfach zu stark war.»

Federer schlug fünf Asse, ihm unterliefen aber auch fünf Doppelfehler. Das ungewöhnlich schlechte Verhältnis dieser beiden Aufschlagkategorien ist auch auf die langsamen Bedingungen zurückzuführen. «Ich beklage mich deswegen nicht, aber für mein Dafürhalten ist der Belag etwas zu langsam», hielt er fest.

Kyrgios gelingt die Wende

Interessanter als der Sieg des Schweizers war am Donnerstag in New York freilich eine Szene mit seinem nächsten Gegner, Nick Kyrgios. Der Australier lag gegen Pierre-Hugues Herbert 4:6, 0:3 in Rückstand und wirkte reichlich unbeteiligt, als Schiedsrichter Mohamed Lahyani vom Stuhl stieg, um Kyrgios ins Gewissen zu reden. Der 23-Jährige schaffte in der Folge tatsächlich noch die Wende – 4:6, 7:6, 6:3, 6:0.

Er sagte danach allerdings, die Aktion Lahyanis habe «überhaupt keinen Effekt» gehabt. «Da lag ich 0:3 zurück, kurz darauf 2:5. Offensichtlich hatte es überhaupt nicht geholfen.» Lahyani habe ihm nicht gesagt, er solle besser spielen, «nur dass mein Auftritt den Tennissport schlecht aussehen lasse».

Sorgt für Aufregung in New York: Schiedsrichter Mohamd Lahyani – hier ebenfalls im Gespräch mit Nick Kyrgios am China Open im Oktober 2017.
Sorgt für Aufregung in New York: Schiedsrichter Mohamd Lahyani – hier ebenfalls im Gespräch mit Nick Kyrgios am China Open im Oktober 2017.
AFP
Roger Federer verwertet am Donnerstag an den US Open nach knapp zwei Stunden seinen ersten Matchball gegen Benoit Paire (ATP 56).
Roger Federer verwertet am Donnerstag an den US Open nach knapp zwei Stunden seinen ersten Matchball gegen Benoit Paire (ATP 56).
Timothy A. Clary, AFP
Für Paire ist es indes die siebte Niederlage im siebten Spiel gegen Federer. Einen Satz konnte er nur einmal gewinnen: Im diesjährigen Turnier in Halle.
Für Paire ist es indes die siebte Niederlage im siebten Spiel gegen Federer. Einen Satz konnte er nur einmal gewinnen: Im diesjährigen Turnier in Halle.
Timothy A. Clary, AFP
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Herbert war über die eigenmächtige Aktion des Schweden logischerweise nicht glücklich. Er hielt zwar fest, zuallererst ärgere er sich über sich selber, weil er den zweiten Satz nicht über die Runden gebracht habe. «Aber du weisst nie, was passiert wäre, wenn Mohamed nicht vom Stuhl gestiegen wäre und mit ihm gesprochen hätte. Ich kann nur sagen, dass Nick danach viel besser spielte.» Der Franzose stellte klar, dass es nicht der Job des Schiedsrichters sei, die Position des Coaches einzunehmen.

Federer ging mit ihm einig, der Schiedsrichter habe die Entscheidungen auf dem Stuhl zu treffen, betonte er. Indirekt liess der Baselbieter auch durchblicken, was er von der Medienmitteilung hält, in der zusammengefasst steht; Lahyani sei wegen des Lärmpegels runtergestiegen und habe Kyrgios gesagt, dass er medizinische Hilfe anfordern könne, wenn er sich krank fühle.

«Er fragte nicht nur, wie es Nick gehe, dafür stand er zu lange dort. Es war eine Unterhaltung, und Unterhaltungen können die Einstellung verändern.» Und dann machte Federer noch klar: «So etwas wird am Samstag nicht mehr vorkommen.» Und Lahyani wird nach seiner Kompetenzüberschreitung in naher Zukunft kaum noch auf dem Stuhl sitzen, wenn Kyrgios spielt.

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