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Formbarometer der Schweizer in Paris

So ergeht es den Schweizer Tennisspielern am French Open.

Die Weltnummer 3 spielt bei seiner Rückkehr in Paris bislang überzeugend. Die Auftaktgegner Lorenzo Sonego und Oscar Otte stellten den Maestro vor keine grossen Probleme.
Die Weltnummer 3 spielt bei seiner Rückkehr in Paris bislang überzeugend. Die Auftaktgegner Lorenzo Sonego und Oscar Otte stellten den Maestro vor keine grossen Probleme.
Tim Clayton/Getty Images)
Jozef Kovalik und Christian Garin hiessen die Gegner des Romands. Vor allem gegen den Chilenen beeindruckte der Westschweizer in der zweiten Runde. Wie weit wird sein Weg in Paris noch gehen nach einer durchwachsenen Vorbereitung?
Jozef Kovalik und Christian Garin hiessen die Gegner des Romands. Vor allem gegen den Chilenen beeindruckte der Westschweizer in der zweiten Runde. Wie weit wird sein Weg in Paris noch gehen nach einer durchwachsenen Vorbereitung?
Julian Finney/Getty Images
Als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht, nutzte der 27-Jährige seine Chance und verdiente sich mit seinem Sieg in Runde 1 gegen den Spanier Pedro Martinez Portero ein Duell gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic.
Als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht, nutzte der 27-Jährige seine Chance und verdiente sich mit seinem Sieg in Runde 1 gegen den Spanier Pedro Martinez Portero ein Duell gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic.
Yoan Valat, Keystone
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Belinda Bencic

Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen. Zuerst sah Bencic gegen Laura Siegemund (WTA 95) wie die sichere Verliererin aus. Doch mit grosser Kampfkraft schaffte sie nach 4:6, 2:4-Rückstand den Satzausgleich. Bei 4:1 im finalen Satz mit zwei Breaks Vorsprung schien der Sieg der Ostschweizerin nur noch Formsache zu sein, zumal Siegemund wegen der einbrechenden Dunkelheit auf eine Vertagung des Spiels drängte. Als die Partie dann tatsächlich unterbrochen wurde, stand es 4:4 – alles war wieder offen.

An Auffahrt kehrten die Kontrahentinnen kurz vor 13 Uhr zurück auf den Centre-Court. Und diesmal war Bencic von Anfang an die Chefin auf dem Platz. Sie entwickelte viel Druck, vermied es aber, Winkel zu öffnen. Nach sieben Minuten und zehn Ballwechseln war der Spuk vorbei, die Favoritin stand als 4:6, 6:4, 6:4-Siegerin fest. «Ich denke, wir waren beide sehr nervös. Ich bin glücklich, konnte ich mein Spiel durchziehen», hielt Bencic fest. In der dritten Runde trifft die Weltnummer 15 auf Donna Vekic (WTA 24). Die Ex-Freundin Stan Wawrinkas hat zuletzt genau wie die Schweizerin auf Sand grosse Fortschritte erzielt. Bencics Aussichten sind auch mittelfristig gut, weil die mögliche Achtelfinalgegnerin Kiki Bertens (WTA 4) wegen einer Magenverstimmung aufgeben musste.

Leistung: wechselhaftChance, die nächste Runde zu überstehen: 60 Prozent

Roger Federer

Der Baselbieter wirkte in der zweiten Runde eindeutig weniger inspiriert als noch beim ersten Auftritt am French Open nach vier Jahren. Doch gegen Oscar Otte war auch keine Sonderleistung nötig. Die Nummer 141 der Welt schöpfte auf dem Court Philippe Chatrier zwar ihr Potenzial aus, war aber schlicht zu wenig gut, als dass sie Federer ernsthaft hätte in Verlegenheit bringen können. Federer reichte in jedem Satz ein Servicedurchbruch, wobei ihm der Deutsche im ersten und im dritten Durchgang bei den Breakchancen mit unerzwungenen Fehlern die Sache leicht machte. Selber liess der Roland-Garros-Champion von 2009 beim 6:4, 6:3, 6:4-Sieg vier Breakbälle zu, diese wehrte er freilich ab. Der 37-Jährige löste die Pflichtaufgabe problemlos, wenn auch ohne zu glänzen.

Roger Federer schlägt Oscar Otte in der 2. Runde des French Opens. (Video: SRF)

Auch in der dritten Runde ist Federer hoher Favorit. Er trifft auf den 20-jährigen Norweger Casper Ruud (ATP 63). Als Federer 1998 in Paris erstmals im Hauptturnier eines Grand-Salm-Events aufschlug figurierte noch Ruuds Vater Christian im Tableau.

Leistung: solidChance, die nächste Runde zu überstehen: 90 Prozent

Stan Wawrinka

Christian Carin (ATP 37) war als harte Nuss eingestuft worden, immerhin hat der Chilene 2019 schon zwei Sandplatzturniere gewonnen. Doch Wawrinka liess gegen den 22-Jährigen nichts anbrennen. Anfänglich überzeugte der Waadtländer durch seine mentale Stärke, als er im ersten Durchgang vier Breakbälle abwehrte und selber zwei seiner vier Chancen nutzte. Danach dominierte auf Court 1, im Volksmund Stierkampfarena genannt, mit seinen harten und präzisen Grundschlägen beinahe nach Belieben. Nach exakt 100 Minuten stand der 6:1, 6:4, 6:0-Erfolg des Gewinners von drei Grand-Slam-Titeln fest. Wawrinka wollte sich nach der Partie keine Note geben, aber er sagte: «Ich fühlte mich, ich bewegte mich gut, ich war aggressiv, wenn es nötig war - es war sein sehr guter Match. Ich bin glücklich mit meiner Leistung, aber es war erst ein Spiel der zweiten Runde.

Stan Wawrinka gewinnt gegen Cristian Garin. (Video: SRF)

Am Ende erwies sich der Romand noch als barmherziger Samariter, indem er einen Knaben, der von den Autogrammjägern erdrückt zu werden drohte, auf den Platz hob. In der dritten Runde trifft er auf Grigor Dimitrov (ATP 46), der Marin Cilic (ATP 13) in mehr als vier Stunden und fünf Sätzen niederrang.

Leistung: hervorragendChance, die nächste Runde zu überstehen: 65 Prozent

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