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Federers fürchterlicher Sturz auf der Abfahrtspiste

Um seine Tenniskarriere nicht zu gefährden, verzichtet der Baselbieter seit längerem aufs Skifahren. Wenn er von seinem Zwischenfall in Crans-Montana erzählt, weiss man, wieso.

Roger Federer beim Interview in einem kleinen Kinosaal in Dubai.
Roger Federer beim Interview in einem kleinen Kinosaal in Dubai.
Christophe Viseux

Roger Federer weilt bereits seit einigen Wochen mit seiner Familie an seinem Zweitwohnsitz in Dubai, wo er sich intensiv auf die nächste Saison vorbereitet. Die Verlockung, dem Schweizer Nationalsport Skifahren zu frönen, ist für ihn da nicht gross. Die Mini-Piste in der Skihalle der «Mall of the Emirates» ist für ihn, der gerne schnell fährt, nicht interessant.

Seit über zehn Jahren ist er, dessen vier Kinder alle die Skischule besucht haben, nicht mehr richtig Ski gefahren. Weil er nicht riskieren möchte, sich bei einem Sturz zu verletzen und so seine Tenniskarriere zu gefährden.

«Nicht wirklich professionell unterwegs»

Wer denkt, das sei etwas übertrieben, sollte sich die Story anhören, die der 38-Jährige beim Interview in Dubai erzählt: «So zwischen 16 und 22 war ich nicht wirklich professionell unterwegs. Ich hatte Glück, ich hätte mir da auch eine schwere Verletzung zuziehen können. Zweimal stürzte ich mit dem Velo, einmal in Ecublens und einmal in Basel, wo ich dachte, ein Lastwagen würde mich überrollen. Und einmal ging ich nach der Rückkehr vom Australian Open mit Marc Rosset Ski fahren. Ich fuhr wie ein Verrückter, nahm eine Schanze, flog zehn Meter weit, stürzte und fand mich 100 Meter weiter unten im Schnee wieder. Marc lachte, aber er machte sich Sorgen um mich.»

Der Genfer bestätigt die Story am Telefon. Darauf angesprochen, lacht er herzhaft. «Das war kurz vor der Davis-Cup-Begegnung gegen Australien in Zürich (im Jahr 2000), für die mich ­Jakob Hlasek nicht aufgeboten hatte. Roger und ich verbrachten drei Tage in Crans-Montana, unmittelbar nach unserer Rückkehr aus Australien. Er hatte viel mehr Mühe mit dem Jetlag als ich. Einmal schlief er während eines Abendessens in einem chinesischen Restaurant ein.»

«Er fuhr, als sei er Peter Müller»

Und wie war dieser legendäre Sturz? War er wirklich so eindrücklich? «Ja, doch, das kann man schon sagen», so Rosset. «Wir fuhren auf der Abfahrtspiste der Frauen, wo es zwei Schanzen hintereinander hat. Es ist immer das Gleiche: Bei der ersten Abfahrt hat du noch Respekt und fährst etwas verhalten. Bei der zweiten machst du schon mehr Tempo. Und bei der dritten sah ich Roger, wie er an mir vorbeibrauste und auf die Schanze zufuhr, als sei er Peter Müller. Aber in der Luft hat er das Gleichgewicht verloren und ist nach hinten gestürzt. Da dachte ich: Oh nein, das ist nicht gut! Ich fuhr zu ihm, als er im Schnee lag, und als er sagte, er sei okay, war ich sehr erleichtert.»

Schweizer Teamleader mit zarten 18

Federer reiste darauf nach Zürich, wo er in der Saalsporthalle mit 18 der Schweizer Teamleader war. Er hätte sich gewünscht, dass Rosset auch dabei gewesen wäre, doch der Genfer und Captain Hlasek hatten sich verkracht. Die Schweizer verloren 2:3, wobei Federer gegen Mark Philippoussis und im Doppel mit Lorenzo Manta gegen Arthurs/Stolle gewann. Den dritten Punkt verpasste Federer gegen Lleyton Hewitt. Seine bleibendste Erinnerung aus jenen Tagen dürfte aber sein fürchterlicher Sturz in Crans-Montana gewesen sein.

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