Federers Familie zieht Tokio Sydney vor

Vor dem ATP-Finale in London ist Roger Federer guten Mutes. Er muss nicht nur Fragen zu seinen Gegnern, sondern auch zu seiner Planung der Saison 2020 beantworten.

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Adrian Ruch

Es ist die erste Frage, die im Bauch der imposanten O2-Arena aus dem Plenum an Roger Federer gerichtet wird: Warum hat er die Teilnahme am ATP-Cup abgesagt, obwohl er kurz zuvor einen Showkampf in China bestreitet? Die Frage kommt für den Tennisstar und Medienprofi nicht unerwartet, er ist darauf vorbereitet. Er sagt einleitend sogar, er sei froh, sich erklären zu dürfen. «Als ich mich einschrieb, das war nach Wimbledon, da dachte ich, ich würde in Sydney spielen. Als ich dann erfuhr, dass Stan (Wawrinka, die Redaktion) nicht spielen und meine Familie nicht nach Sydney mitkommen würde, hatte der ATP-Cup für mich nicht mehr die gleiche Priorität.»

Diese habe er zunächst auf die Exhibitions in Südamerika legen wollen: «Dort wollte ich schon lange wieder mal spielen.» Aber es ging nie – mal wegen seines Knies, mal wegen der Kinder. «Dann ist logischerweise das Australian Open wichtig, zudem mein Traummatch in Südafrika gegen Rafa (Nadal), dann Wimbledon und schliesslich Olympia in Tokio. Etwas musste bei dem Programm einfach dran glauben», so Federer weiter.

Die Familie reist mit

Die Entscheidung hatte einen Zusammenhang mit Federer Beschluss, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Seine Familie werde mit nach Japan reisen, erzählte er. «Ich besprach alles mit Mirka (seiner Frau), und wir kamen zum Schluss, dass es für die Kinder wichtiger ist, länger an einem Ort zu sein. Nach dem Showkampf in China werde ich wieder zurück nach Dubai fliegen, wo zu diesem Zeitpunkt meine Basis ist. Immerhin bleiben da nochmals zwei Wochen mit der Familie - und das ist viel.»

Derzeit zählt für den Baselbieter freilich die Gegenwart, und die heisst ATP-Finals in London. Der sechsmalige Gewinner erzählt, sein Gefühl sei gut. «Den Belag empfinde ich als angenehm, ich habe keine Probleme mit dem Körper, bin sehr motiviert und hoffe, dass 2019 noch ein gutes Turnier in mir steckt.» Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass auf ihn eine schwierige Aufgabe wartet, schon am Sonntagabend gegen Dominic Thiem. «Das ist nicht eine normale erste Runde wie in Basel oder an einem Grand-Slam-Turnier. Du trittst nicht gegen jemanden an, der nicht zu den Top 50 gehört, sondern gleich gegen die Nummer 5 der Welt. Thiem hat eine wunderbare Saison gespielt und mich zweimal geschlagen.»

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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