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Darum dürfen Federers Söhne nicht immer dabei sein

Ein harmonisches Umfeld und eine zufriedene Familie sind für Roger Federer in Wimbledon zentral. Dazu sind Kompromisse nötig.

Der Nachwuchs von Roger und Mirka (r.) Federer ist nicht bei jeder Partie im Stadion dabei: Das Erstrundenspiel gegen Lloyd Harris durften die Kleinen allerdings live mitverfolgen.
Der Nachwuchs von Roger und Mirka (r.) Federer ist nicht bei jeder Partie im Stadion dabei: Das Erstrundenspiel gegen Lloyd Harris durften die Kleinen allerdings live mitverfolgen.
Freshfocus/Sven Thomann
Der 20-fache Grand-Slam-Sieger ist mit seinen Kindern gern in Wimbledon. Weshalb sie beim Spiel gegen Kei Nishikori nicht im Centre Court waren, begründet er mit: «Da ist vielleicht eine Anspannung im Team und bei den Freunden. Deshalb war es besser, dass sie zum Viertelfinal nicht gekommen sind.»
Der 20-fache Grand-Slam-Sieger ist mit seinen Kindern gern in Wimbledon. Weshalb sie beim Spiel gegen Kei Nishikori nicht im Centre Court waren, begründet er mit: «Da ist vielleicht eine Anspannung im Team und bei den Freunden. Deshalb war es besser, dass sie zum Viertelfinal nicht gekommen sind.»
Freshfocus/Antoine Couvercelle
Für den 37-Jähirgen ist Harmonie im Umfeld und, vor allem, in seiner Familie zentral. «Das ist für uns absolut wichtig», betont er.
Für den 37-Jähirgen ist Harmonie im Umfeld und, vor allem, in seiner Familie zentral. «Das ist für uns absolut wichtig», betont er.
Freshfocus/Antoine Couvercelle
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Roger Federer demonstrierte in Wimbledon auf dem Weg in seinen 13. Halbfinal einmal mehr eine seiner bemerkenswertesten Eigenschaften: Der bald 38-Jährige schafft es zusammen mit seiner Frau Mirka, seinen Alltag optimal zu managen und sein Leben im Gleichgewicht zu halten. Nicht nur auf dem Court, auch daneben behält er immer die Übersicht. Was nicht einfach ist, hat er doch gerne viele Freunde um sich, sein grosses Team (inklusive Kinderbetreuung, Homeschooling und Koch), seine Eltern und natürlich seine eigene Familie. In Wimbledon mietet er deshalb inzwischen zwei Häuser; es sind dieselben wie letztes Jahr.

Harmonie im Umfeld und, vor allem, in seiner Familie seien für ihn zentral, sagte er auch nach dem Sieg über Kei Nishikori im Viertelfinal gegenüber newsnetz.ch. «Das ist für uns absolut wichtig, wichtiger als alles andere. Wir versuchen, ein ‹home-away-from-home-feeling› zu kreieren, wohin wir auch gehen. Das ist das Wichtigste – dass wir es gut haben als Familie.» Diese kommt deshalb auch nur an ausgewählte Turniere mit, wie Cincinnati, Indian Wells oder eben Wimbledon.

Lieber dabei als damals die Mädchen

Seine Zwillingssöhne Leo und Lenny wurden im Mai fünf. Die Feier nach dem 8. Wimbledonsieg des Vaters hatten sie 2017 noch mit staunenden Augen von der Player Box aus mitverfolgt. «Sie dachten wohl, das ist ein schöner Spielplatz», kommentierte Federer. Inzwischen verstehen sie viel besser, was auf einem Tennisplatz geschieht, spielen auch selber und zeigen Interesse dabei zu sein, wenn der Papa spielt.

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«Sie sind gerne hier in Wimbledon», sagt Federer. «Weil wir ein Haus haben, ist das ganz anders als in einem Hotelzimmer. Sie haben das Gefühl des Daheimseins. Sie betteln zwar nicht die ganze Zeit, dass sie meine Matches schauen dürfen. Aber sie kommen schon lieber als früher die Mädchen.» Bei Myla und Charlene, die im Juli 10-jährig werden, erlösche das Interesse am Tennis jeweils relativ rasch, so Federer. «Zehn Minuten ist für sie okay, dann können sie wieder gehen. Deshalb kommen sie auch nicht so oft ans Tennis. Ich will auch nicht, dass sie etwas machen müssen, das ihnen nicht so viel bedeutet.»

«Da ist vielleicht eine Anspannung»

Leo und Lenny aber seien gerne dabei, wobei manchmal auch nur einer von ihnen ins Stadion kommen wolle. «Eigentlich sollen sie auch selber entscheiden, ob sie kommen wollen oder nicht.» Bei den harten Partien der Endphase der Turniere, wie schon gegen Nishikori, spielen aber noch andere Erwägungen mit. «Da ist vielleicht eine Anspannung im Team und bei den Freunden. Deshalb war es besser, dass sie zum Viertelfinal nicht gekommen sind.» Der Höhepunkt des Turniers sei für die Buben der Moment gewesen, als in Federers Partie gegen Matteo Berrettini die Welle ums Stadion kreiste. «Daran hatten sie mega Freude.»

Die Söhne dürften also voraussichtlich auch im Halbfinal nicht auf der Tribüne sitzen, wenn es am Freitag zum Schlager gegen Rafael Nadal kommt, den viele jetzt schon als Höhepunkt des Tennisjahres bezeichnen – egal, was geschieht. Sollte der Vater aber am Sonntag tatsächlich zum 9. Mal den goldenen Challenge Cup mit der Ananasfigur auf dem Deckel in die Höhe stemmen, würde er in seiner Box ziemlich sicher auch wieder vier strahlende Kindergesichter entdecken.

Resultate und News zum Turnier in Wimbledon finden Sie im Liveticker.

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