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Stucki gefällt auch im Gefälle

Der Seeländer Christian Stucki (32) zeigt sich in ausgezeichneter Form. Er dominiert das Mittelländische Schwingfest auf dem Gurten nach Belieben und gewinnt alle sechs Gänge.

Festsieger Christian Stucki...
Festsieger Christian Stucki...
Andreas Blatter
...wird auf Schultern getragen.
...wird auf Schultern getragen.
Andreas Blatter
Erstes Kafi in der Festhütte.
Erstes Kafi in der Festhütte.
Andreas Blatter
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Der Gurten ist ein spezieller Ort für ein Schwingfest. Selbstverständlich ein speziell schöner – speziell bei schönem Wetter. Aber auch wegen des Geländes. Beim dritten Mittelländischen Schwingfest auf dem Hausberg nach 1968 und 2010 hat nicht jeder der fünf Sägemehlringe in der Ebene der Gurtenwiese Platz.

So kommt es, dass die Schwinger ihre Kämpfe teils im Gefälle austragen. Christian Stucki sagt, er sei überrascht gewesen, als er das Wettkampfgelände zum ersten Mal gesehen habe. «Es war gewöhnungsbedürftig, in abschüssigen Sägemehlringen zu schwingen – aber kein Problem.»Probleme sind dem Schwinger Stucki zurzeit sowieso fern.

Nach dem «Seeländischen» entscheidet er auch das «Mittelländische» mit sechs Siegen für sich. Von den zwölf gewonnenen Gängen en suite hat der Seeländer nur einmal die Maximalnote verpasst – im vierten Gang auf dem Gurten gegen Philipp Reusser.

Und so muss Stucki nach dem Triumph als Erstes beinahe entschuldigend erklären, weshalb er einen zähen Gegner wie Reusser nicht mehr aufstehen lasse, sondern bei Gelegenheit am Boden bezwinge, selbst wenn es dafür keine 10 gebe.

Das sind schöne Probleme – oder eben: keine Probleme. «Ich bin jedenfalls sehr zufrieden», sagt Stucki, «die Umstellungen zahlen sich aus.»

Der Kampf gegen Kämpf

Der 32 Jahre alte Seeländer hat nach durchzogenem Saisonstart mit Rang 5 beim «Emmentalischen» und beim «Bern-Jurassischen» seine Taktik angepasst. «Ich war zu passiv gewesen und habe mir vorgenommen, künftig vermehrt anzugreifen.»

Seither hat er das Sägemehl nach jedem Kampf als Sieger verlassen. Nun lässt sich bei Stucki für gewöhnlich bereits am frühen Vormittag sagen, wie das Fest am späten Nachmittag enden wird: Beginnt er mit einem Sieg, ist er in der ­Folge beschwingt vom Selbstvertrauen kaum mehr zu bremsen.

Auf dem Gurten erinnert er sich im ersten Gang gegen Bernhard Kämpf in letzter Minute an sein Vorhaben, aggressiver zu Werke gehen zu wollen. Prompt bodigt er den Oberländer kurz vor Ablauf der Zeit. Just gegen Kämpf bezog Stucki im Frühling beim Hallenschwinget in Thun eine seiner ganz seltenen Niederlagen.

«Das hatte ich im Hinterkopf. Entsprechend wichtig war der Sieg für den Verlauf des Fests.» Tatsächlich bleibt der Hüne, dessen Gewicht vom Speaker mit «gut 100 Kilogramm» geschätzt wird (Stucki: «Es sind 100 Kilogramm und 50 Liter Wasser»), bis zum Ende unangetastet. Im Schlussgang bodigt er Curdin Orlik nach 71 Sekunden.

Die Höhepunkte folgen für Stucki im Prinzip erst im August mit dem Schwägalp-Schwinget und dem Unspunnenfest. Beide Traditionsanlässe hat er noch nie gewonnen. «Ich blicke nicht zu weit nach vorne», sagt er in gewohnt trocken-lockerer Manier, «aber momentan fühle ich mich gut – es rauscht.» Und wie.

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