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Mit der dritten Garde ans erste Bergfest

An Pfingsten gehts am ringsten? Nicht für die Berner. Die Teilnahme am Stoos-Schwinget vom Pfingstmontag passt nicht ins Programm. Der Teilverband entsendet ein wenig namhaftes Kontingent.

Der Stoos-Schwinget ist traditionell das erste Bergfest der Saison. Es käme am Pfingstmontag einer Überraschung gleich, sollte ein Berner hier triumphieren.
Der Stoos-Schwinget ist traditionell das erste Bergfest der Saison. Es käme am Pfingstmontag einer Überraschung gleich, sollte ein Berner hier triumphieren.
Urs Flüeler, Keystone

Peter Schmutz sagt: «Für uns Berner geht es als Mannschaft am Schwarzsee so richtig los.»

Hat der Teamchef der Berner Schwinger etwa die Agenda nicht im Griff? Seine Athleten werden dieses Jahr an vier von sechs Bergfesten in die Zwilchhosen steigen: am 23. Juni eben am Schwarzsee, am 20. Juli auf dem Weissenstein, am 28. Juli auf dem Brünig... aber als Erstes steht für sie am Pfingstmontag der Stoos-Schwinget an.

Selbstverständlich kennt Schmutz die Termine. «Aber unser Fokus an den Bergfesten liegt dieses Jahr auf Schwarzsee, Weissenstein und Brünig.» Als Geringschätzung des traditionell ersten Bergfests der Saison will Schmutz seine Äusserung nicht verstanden haben. Für den Technischen Leiter des BKSV hat der Stoos durchaus eine spezielle Bedeutung.

2014 trat die Berner Mannschaft dort erstmals unter Schmutz’ Führung an einem Bergfest an. Am Vormittag passte wenig zusammen, am Mittag gab es eine Aussprache, am Abend liessen sich Christian Stucki und Kilian Wenger als Sieger schultern.

Das Mittagssujet, die Berner im kleinen Kreis versammelt, im Hintergrund der Kleine und der Grosse Mythen, wurde zum Symbolbild ihres Leitspruchs «Zäme si mir starch». Zudem wurden aufgrund der auf dem Stoos gesammelten Erfahrungen Änderungen punkto Vorbereitung und Kommunikation in die Wege geleitet.

Die ungünstige Konstellation

Vor fünf Jahren reisten die Berner am Pfingstmontag mit einem starken Aufgebot in die Innerschweiz – zum Leidwesen der Organisatoren des Oberaargauischen Schwingfests, welches zwei Tage zuvor in Messen stattgefunden hatte und schwächer als üblich besetzt gewesen war. Die Spitzenkräfte im Kanton priorisierten die Teilnahme auf dem Stoos. Trägerverein war der Schwingklub Limpach.

Derselbe Schwingklub ist beim «Oberaargauischen» morgen in Grafenried wieder in die Organisation eingebunden – und erneut sind die Berner zwei Tage danach auf dem Stoos gemeldet. «Wir nehmen Rücksicht auf die eigenen Feste. Es wäre falsch gewesen, hätte derselbe Schwingklub ein zweites Mal für diese Konstellation büssen müssen», sagt Schmutz.

Aus diesem Grund werden die Berner nur mit einer kleinen Auswahl von zehn Schwingern auf den Stoos reisen, wovon die beiden «Eidgenossen» Patrick Schenk und Niklaus Zenger die bekanntesten sind.

Nun stellt sich die Frage, weshalb die Berner für den Stoos überhaupt ein Kontingent stellen. An ein anderes Bergfest ausweichen war nicht möglich: Am Schwarzsee, auf dem Weissenstein und auf dem Brünig ist der Teilverband bereits im Einsatz. Der Rigi-Schwinget findet am selben Tag statt wie das «Oberländische». Dasselbe gilt für die Konstellation Schwägalpfest/Berner «Kantonales».

Auf dem Stoos greifen neben den Bernern die Inner- und Nordwestschweizer zusammen. Die Richtlinien des Eidgenössischen Schwingerverbands (ESV) sehen vor, dass «an einem Bergkranzfest maximal drei Teilverbände teilnehmen dürfen. Diese Anzahl soll wenn möglich ausgenutzt werden.»

Soll heissen: Rein reglementarisch hätten die Berner auf den Stoos verzichten und wie etwa die Nordwestschweizer dieses Jahr nur an drei Bergfesten teilnehmen können. Doch der Zentralvorstand des ESV respektive dessen Mehrheit war dagegen und entschied, dass der BKSV auf dem Stoos antreten muss.

Gegen Reichmuth und Wicki

Schmutz mag sich nicht dazu äussern. Er spricht lieber über die sportliche Herausforderung: «Es wird pickelhart, die Konkurrenz ist gewaltig. Aber an solchen Gegnern kann jeder unserer Schwinger wachsen.»

15 «Eidgenossen» sind gemeldet. Favorisiert sind der dreifache Saisonsieger Pirmin Reichmuth und Joel Wicki, in jüngerer Vergangenheit der konstanteste und beste Schwinger aus der Innerschweiz. Dazu kommen mit Nick Alpiger der stärkste Nordwestschweizer sowie die wuchtigen Sven Schurtenberger und Patrick Räbmatter. Es käme einer gewaltigen Überraschung gleich, könnte ein Berner um den Festsieg schwingen. Das Ziel des BKSV lautet: drei Kränze.

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