Wiler-Ersigen stärker denn je

Unihockey

Wiler-Ersigen hat zwei Weltmeister geholt und ist für die morgen startende Saison Favorit. Floorball Köniz hofft auf Rückkehrer Manuel Maurer, und die Tigers Langnau haben keinen Ausländer mehr im Kader.

Der Finne Krister Savonen gilt derzeit als bester Feldspieler der Welt.

Der Finne Krister Savonen gilt derzeit als bester Feldspieler der Welt.

(Bild: zvg)

Adrian Lüpold

Fans der gehobenen Unihockeykunst können sich die Hände reiben. Wiler-Ersigen hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen und dabei ins qualitativ edelste Regal gegriffen.

«Die Transfers bedeuten eine Attraktivitätssteigerung für das Unihockey. Da darf sich der neutrale Zuschauer freuen», sagt Wilers Präsident Reto Luginbühl, der als Mitglied des Nationalligakomitees von Swiss Unihockey auch die Interessen der Liga vertritt.

Es ist etwa so, wie wenn im Fussball ein Club den derzeit weltbesten Abwehrspieler Virgil van Dijk und mit Ronaldo gleichzeitig noch den gefährlichsten Mittelstürmer des Planeten engagieren würde.

Rekordmeister Wiler-Ersigen (12 Titel) ist es gelungen, mit den finnischen Weltmeistern Krister Savonen (25) und Jonas Pylsy (29) zwei der begehrtesten Akteure ins Unteremmental zu locken.

«Unglaubliche Situation»

Verteidiger Savonen wurde 2018 von der Fachplattform «Floorball Today» zum weltbesten Feldspieler gewählt. Stürmer Pylsy gewann zuletzt drei finnische Meisterschaften de suite, schaffte es beim WM-Sieg der Finnen letztes Jahr in Prag ins All-Star-Team und steuerte im Final des Champions Cup, des Pendants zur Champions League im Fussball, einen Hattrick zum Triumph von Classic Tampere bei.

«Es hat sich die unglaubliche Situation ergeben, dass bei beiden der Vertrag auslief und sie Lust auf einen Transfer ins Ausland hatten», sagt Wiler-Ersigens Coach Thomas Berger und ergänzt: «Es sind grossartige Spieler, die mit ihren Stärken perfekt in unser System passen und die Qualität im Team steigern.»

Natürlich gilt der SV Wiler-Ersigen, der in der letzten Saison den 12. Titel der Vereinshistorie feiern konnte, auch in dieser Spielzeit als haushoher Favorit in der NLA.

«Für uns kann es nur eine Zielsetzung geben: Wir wollen in allen Wettbewerben an der Spitze sein und wenn möglich alle Finals erreichen. Das gilt für die Meisterschaft, den Cup und den Champions Cup», erklärt Berger.

Wilers 20-jähriger Nationalspieler Jan Bürki sagt stellvertretend für seine Teamkameraden: «Es ist sehr cool, mit zwei Weltmeistern, die sich schon sehr gut integriert haben, zusammen zu spielen. Sie machen jeden Mitspieler besser und helfen den Jungen enorm.»

Könizer Talentschmiede

Bei Floorball Köniz, dem Meister von 2018, ist es zu einer Rochade gekommen. Supertalent Jan Zaugg (21) wechselt zu Mullsjö AIS in die schwedische Eliteliga. Manuel Maurer (26) geht den umgekehrten Weg und schliesst sich nach einem Jahr im hohen Norden wieder seinem Heimatclub an.

Überragende 67 Punkte in 39 Spielen sammelte Maurer in Schweden; es zeigt, über welche Fähigkeiten er verfügt. «Schweden war eine tolle Zeit. Ich konnte Erfahrungen sammeln.

Aber ich merkte auch, wie die emotionale Bindung zu meinem Stammverein gefehlt hat», sagt Maurer, der den Vorstädtern wieder zu mehr Durchschlagskraft verhelfen soll. Auf der Ausländerposition wird der Tscheche Patrik Doza (zu Rychenberg) durch den Schweden Andreas Nordh ersetzt.

Generell bleiben die Könizer aber ihrer Philosophie treu, die sie zu einem Vorzeigeverein macht, was die Ausbildung anbelangt. Der Grossteil des Kaders besteht aus Einheimischen. Wie gut die Talentschmiede funktioniert, zeigte sich Anfang September, als drei junge Könizer in Nationalteams berufen wurden.

Stefan Hutzli (21) debütierte in der A-Nationalequipe, Yann Ruh (20) und Cyril Haldemann (21) konnten sich in der U-23 für höhere Aufgaben empfehlen. Und die nächste Generation steht in den Startlöchern, mit Pascal Michel hat es erneut ein Junior ins Eliteteam geschafft.

Der finnische Coach Jyri Korsman, der in seine zweite Saison geht, ist optimistisch: «Wir sind auf dem Papier nicht die Stärksten, aber dank Mentalität und Zusammenhalt können wir für Überraschungen sorgen.»

Nur Schweizer im Emmental

In einer Liga, in der bei zehn Teams 35 Ausländer unter Vertrag stehen, bilden die Tigers Langnau die Ausnahme. Nach dem Abgang des Tschechen Martin Kisugite besteht das Kader nur noch aus Schweizern.

Die Tigers hatten letzte Saison grosse Schwankungen. Der Cupsieg überstrahlte das Verpassen des Playoff, auf starke Leistungen folgten oft unerklärliche Niederlagen. Das oberstes Ziel ist es deshalb, konstanter aufzutreten und das Playoff zu erreichen.

«Wenn es um das Eingemachte geht, wollen wir wieder dabei sein. Das Team ist fleissig, wir haben einen tollen Spirit. Und ohne Ausländer können vielleicht andere Spieler den nächsten Schritt machen», sagte Matthias Gafner unlängst gegenüber Swiss Unihockey.

Der ehemalige Assistent ist zum Chefcoach aufgestiegen, er ersetzt den Tschechen Michal Rybka, der dem Club als Ausbildungschef erhalten bleibt. Gafner kennt die Tigers aus dem Effeff und ist prädestiniert, Spieler aus der eigenen Jugendabteilung im Fanionteam zu integrieren und zu fördern.

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