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ULA verschiebt seine Grenzen

Unihockey Langenthal-Aarwangen hat mit einem 7:6-Sieg nach Verlängerung gegen Sarnen die Halbfinalserie ausgeglichen.

Torhüter Michael Niklaus kam mit ULA noch nie so weit.
Torhüter Michael Niklaus kam mit ULA noch nie so weit.
Marcel Bieri

Michael Niklaus hat im Aktivbereich nie für einen anderen Verein als Langenthal-Aarwangen (ULA) gespielt. 31 Jahre alt ist der Postbote mittlerweile, am Sonntag durfte er einen weiteren Sieg feiern. Einen weiteren unerwarteten. ULA stand mit Sarnen der Qualifikationssieger der Nationalliga B gegenüber, ein Team, das vier routinierte Ausländer in seinen Reihen hat.

Einen Tag zuvor waren die Oberaargauer den Innerschweizern trotz einer guten Leistung 3:8 unterlegen. Auch Sarnen scheint aber für das auf einer Erfolgswelle schwebende ULA keine unüberwindbare Hürde zu sein. Michael Niklaus war in den letzten 20 Minuten des Spiels nicht mehr zu überwinden, seine Vorderleute holten einen zwischenzeitlichen Dreitorerückstand auf. Und gewannen die zweite Halbfinalpartie in der Kreuzfeldhalle in der Verlängerung 7:6.

Erst Thurgau, jetzt Sarnen

ULA verschiebt derzeit gerade seine Grenzen. In der Qualifikation noch hatte wenig auf einen solchen Playoff-Verlauf hingedeutet. Die Oberaargauer schlossen diese auf dem sechsten Platz ab, im Rahmen der Erwartungen. Dann aber folgte der Viertelfinal. Das ambitionierte Thurgau war der Gegner, ULA eliminierte diesen mit 3:0.

Und nun hält es auch Sarnen stand. Einem Team, das überragende Einzelkönner wie Robin Markström in seinen Reihen hat. Der grossgewachsene schwedische Offensivverteidiger leitete immer wieder gefährliche Angriffe ein und war auch selbst zweimal erfolgreich. Mit Weitschüssen, die selbst für einen erfahrenen Torhüter wie Niklaus nicht abzuwehren waren. «Er schiesst meist scharf und halbhoch und oft, wenn sich noch andere Spieler vor dem Gehäuse befinden», schildert der ULA-Schlussmann das Problem, das sich ihm stellt, wenn Markström zum Abschluss ansetzt.

Aber egal, ob der Skandinavier erfolgreich war und die Gäste das Spiel zweimal bei drei Toren Differenz scheinbar zu kontrollieren schienen: Auch solche Situationen kann das Team mittlerweile bewältigen. In der Verlängerung trat ein weiterer Routinier in Erscheinung. Marc Mühlethaler, mit 34 Jahren der älteste Spieler im Team, erzielte den entscheidenden Treffer.

Känzig statt Ausländer

Mühlethaler ist einst mit Langenthal-Aarwangen von der 1. Liga in die Nationalliga B aufgestiegen und 2013 in den Oberaargau zurückgekehrt. «Es hat bei einigen NLB-Teams fast zu viele Ausländer im Team», sagt er. Die Oberaargauer haben in dieser Saison im Gegensatz zu den Vorjahren keinen Akteur mit fremdem Pass im Team. Dies nicht, weil man aus Prinzip abgeneigt gewesen war, Ausländer zu verpflichten. Vielmehr hat sich vor der Saison keine sinnvolle Möglichkeit eines Transfers ergeben. «Tobias Känzig etwa nimmt bei uns die Rolle eines Ausländers an», sagt Mühlethaler. Känzig (25) ist im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem NLA-Klub Wiler-Ersigen zu ULA gestossen. Am Sonntag erzielte der Stürmer zwei Treffer.

Es folgt eine anspruchsvolle ­Woche für die Oberaargauer. Unter Umständen steht ULA in dieser Woche dreimal im Einsatz. Am Donnerstag findet das dritte Spiel der Best-of-5-Serie in Sarnen statt, am Samstag begegnen sich die Teams in Langenthal, am Sonntag eventuell ein fünftes Mal wieder in der Innerschweiz.

Pöstler Niklaus hat Ferien genommen, der Polymechaniker Mühlethaler hingegen wird normal arbeiten gehen. «Die Strapazen nehmen wir gerne auf uns», sagen Niklaus und Mühlethaler. Jeder kämpft für jeden, allen macht es gerade ziemlich viel Spass, für ULA zu spielen. Sarnen ist immer noch Favorit, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass an ihrer Stelle die Oberaargauer die Auf-/Abstiegsplayoffs gegen ein NLA-Team bestreiten.

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