Nun wartet auf die Skorpions das Dessert

3:2 im entscheidenden Spiel und 3:2 in der Halbfinal-Serie – im Playoffderby haben sich die Skorpions Emmental Zollbrück gegen die favorisierten Wizards Bern-Burgdorf durchgesetzt.

Ausgelassener Jubel bei den Frauen von den Skorpions Emmental Zollbrück nach der Qualifikation für den Halbfinal. Foto: Marcel Bieri

Ausgelassener Jubel bei den Frauen von den Skorpions Emmental Zollbrück nach der Qualifikation für den Halbfinal. Foto: Marcel Bieri

Nach 64 Minuten und 5 Sekunden brachen in Burgdorf alle Dämme und regnete es plötzlich grüne Skorpions-Konfetti: Soeben hatte die 25-jährige Nadia Reinhard den 3:2-Siegtreffer für die Gäste aus dem oberen Emmental erzielt und damit ihr Team in die Playoff-Halbfinals geschossen.

«Natürlich ist das der bisher wichtigste Treffer in meiner Karriere», jubelte die 25-jährige Nationalspielerin, «als der Ball wieder zu mir zurücksprang, hielt ich einfach voll drauf – und der Schuss landete perfekt im Netz.» Für das favorisierte Bern-Burgdorf ist dieses Verdikt bitter. Die Wizards hatten lange mehr vom Spiel sowie auch mehr und die besseren Chancen – und nützten durch Lea Hanimann (9.) und Corinne Häubi (22.) zwei davon zur scheinbar vorentscheidenden frühen Führung.

Individuelle Fehler

Damit schien Wizards-Trainer Mirco Torri recht zu behalten, dass sein Team eher breiter aufgestellt und nicht nur auf Tore seines ersten Blocks angewiesen sei. «Wir glaubten aber immer an unsere Chance, schliesslich hatten uns die Wizards in den letzten Partien vorgemacht, wie man 0:2-Rückstände in Siege umwandelt», sagt Reinhard.

Torri bekam letztlich doch nicht recht, aber eben gerade weil seine Paradeformation, die zuvor 26 der 31 Playoff-Treffer erzielt hatte, ausgerechnet in der alles entscheidenden Partie ohne etwas Zählbares blieb. Ärgerlich war zudem, dass die beiden ersten Gegentreffer die Folge von individuellen Fehlern waren – «die wir aber mit taktischen Umstellungen provoziert hatten», wie der Ende Saison zurücktretende Skorps-Trainer Felix Coray festhält. Auch für Nationalcoach Rolf Kern, der zehn seiner Akteurinnen im Einsatz sah, ist «das Scheitern für die Wizards bitter, zumal sich diese lange auf Siegeskurs befunden hatten».

Bern-Burgdorf habe es in dieser attraktiven Partie, in der die Intensität oft etwas zulasten der Präzision gegangen sei, aber trotz weiterer guter Chancen verpasst, seine Führung auszubauen – was die nie aufgebenden Skorps zur nicht mehr erwarteten Wende nutzten. Beide Teams überzeugten in dieser Finalissima mit grossen kämpferischen Tugenden – und die gut 400 lautstarken Zuschauer sorgten für eine würdige Kulisse, vor der es schade war, dass es einen Verlierer geben musste. Für die Skorps wartet nun in den zweiten Playoff-Halbfinals der Clubgeschichte gegen den favorisierten Qualifikationssieger Piranha Chur das Dessert.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt