Mit den Fans feiern

Der SC Langenthal kann heute gegen La Chaux-de-Fonds weiter die Weichen Richtung Titel stellen. Jeff Campbell könnte erstmals nicht als Spieler Meister werden.

Vor der Fankurve: Per Hånberg (links) und Jeff Campbell jubeln über den Finaleinzug.

Vor der Fankurve: Per Hånberg (links) und Jeff Campbell jubeln über den Finaleinzug.

(Bild: Leroy Ryser)

Am letzten Freitag durften die Spieler des SC Langenthal nach dem Spiel bei den Fans eine Ehrenrunde drehen, kurz nachdem sie den EHC Olten in die Ferien schossen. Als sie bereitstanden, reagierten die Fans und forderten auch den Trainer auf, das Eis zu entern. Gemeinsam mit Jeff Campbell ging er der Kurve entgegen und machte mit einem breiten Grinsen die La-Ola-Welle.

«Ich liebe es, zu feiern», sagte Per Hånberg wenige Minuten später. Am Morgen des letzten Halbfinalspiels habe er der Mannschaft ein Video gezeigt von einem Team, das in seiner Kabine einen Sieg bejubelt. «Ich habe gesagt, dass ich das heute auch tun will. Sie haben meine Forderung erfüllt», sagte der Schwede begeistert. Mittlerweile ist gut eine Woche vergangen, und auch weiter ist den Langenthalern zum Feiern zumute. Nachdem am Mittwoch Brent Kelly in der Verlängerung zum 3:2-Sieg traf, ist klar: Die Siegeschancen sind vorhanden. Der SCL kann im dritten Anlauf zum dritten Mal Meister werden. Heute (19.45 Uhr) bietet sich im Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds die Chance, in der best-of-7-Serie auf 2:0 zu erhöhen.

Hart arbeiten

Für Brent Kelly, der Langenthal Ende Saison verlässt, ist klar: «Das ist eigentlich die letzte Serie meiner Karriere. Da will ich unbedingt zum Erfolg beitragen», sagt er. Ein solchen entscheidenden Treffer erziele er umso lieber. «Das hat ein bisschen ausgesehen wie ein junger Brent Kelly», sagt er und lachte kurz darauf über sich selbst. Sein eigentlicher Mitspieler, der ihn jahrelang begleitete, gehörte wenige Minuten danach ebenfalls zu den Gratulanten. Als nicht mehr aktiver Spieler enterte Jeff Campbell verständlicherweise das Eis aber nicht.

Campbell, der verletzungsbedingt nicht mehr auflaufen kann, ist Assistent von Per Hånberg und so aber dennoch mittendrin statt nur am Rande dabei. «Ich schätze diese Möglichkeit sehr. Ich werde immer der Spieler bleiben, auch auf der Bank würde ich am liebsten selbst aufs Eis gehen und eingreifen», sagt er. Eines aber ist in seinem Job beim Alten geblieben. «Ich will so hart arbeiten, wie ich nur kann», sagt Campbell. Seine Aufgabe sehe er darin, die Spieler zu unterstützen.

Ihnen Informationen zu geben, die es ihnen ermöglicht zu gewinnen. Noch vor dem Final kündete er beispielsweise an, das Boxplay des Gegners zu analysieren und neue Ideen einzubringen. Offensichtlich hat es genützt. Ein Powerplaytor resultierte, ausserdem glich Langenthal zu sechst und ohne Torhüter das Spiel aus. «Ich freue mich, wie hart die Spieler auch für Per und mich arbeiten», sagt Campbell. Alleine sie geben ihm die Möglichkeit, den vierten Final zu gewinnen.

Mit dem SCL gewann Campbell 2012 und 2017 den Titel in der damaligen National League B, 2013 wurde er ausserdem National-League-A-Meister mit dem SC Bern. Die Ungeschlagenheit will der Kanadier auch als Trainer wahren. Ob er sich auch deshalb selbst in neuer Position alten Traditionen verschrieben hat, verneint er aber. «Eigentlich trage ich den Playoff-Bart nur, weil ich dann etwas nachlässiger mit dem Rasieren sein kann»; sagt er und lacht. Fakt ist und bleibt in Langenthal aber dennoch: Wenn die Bärte von Campbell und Kelly einmal so lang sind, wie sie jetzt sind, dann ist die Meisterfeier auf dem Wuhrplatz zum Greifen nah.

Fans auf den Strassen

Trainer Hånberg träumt genau davon. «Ich will die Langenthaler auf der Strasse sehen. Ich will sie feiern sehen. Ich will meine Spieler glücklich sehen.» Diese Worte hat der Schwede schon im letzten Sommer gebraucht, vor den Playoffs hat er sie wiederholt. Es besteht kein Zweifel, dass der 52-Jährige mit dem von ihm aufgebauten System einen grossen Anteil zum Erfolg beigetragen hat. Das könnte sich auch heute abermals zeigen.

Langenthaler Tagblatt

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