Langenthal gleicht die Serie aus

Der SC Langenthal gewinnt das zweite Derby in der Verlängerung. SCL-Kanadier Pascal Pelletier trifft in der 77. Minute zum 4:3 und damit zum 1:1-Ausgleich in der Playoff-Halbfinalserie.

<b>Auch die zweite Halbfinalpartie</b> zwischen Langenthal und Olten war hart umkämpft.<p class='credit'>(Bild: Marcel Bieri)</p>

Auch die zweite Halbfinalpartie zwischen Langenthal und Olten war hart umkämpft.

(Bild: Marcel Bieri)

Mit voller Wucht starteten die beiden Teams in die zweite Kraftprobe. Den Distanzschuss von SCL-Stürmer Simon Sterchi lenkte sein Sturmpartner Dario Kummer zur 1:0-Führung an Olten-Keeper Simon Rytz ins Gehäuse. Schon in der dritten Minute war das Derby damit richtig lanciert.

Nur wenig später eröffneten sich dem Berner Team zwei weitere Grosschancen. Zunächst als Kummer in Unterzahl in Richtung Rytz stürmen konnte. Doch er wurde noch von EHCO-Verteidiger Tim Grossniklaus von den Beinen geholt.

Den zugesprochenen Penalty vergab Toms Andersons. Nur kurz darauf glich die Mannschaft aus der Dreitannenstadt in Überzahl nach einer starken Power-Play-Phase aus.

Mit Emotionen

Anders als noch im ersten Duell entluden sich regelmässig Emotionen. Erzürnt forderte beispielsweise Toms Andersons hinter dem gegnerischen Tor eine Strafe, weil er sich als gefoult betrachtete. Seine Linie lancierte gleich einen weiteren Angriff, bei welchem der gebürtige Lette die Scheibe mit der Wut im Bauch in die Maschen drosch.

Hatte Brent Kelly 2018 in den Halbfinals gegen Olten sowie im ersten Duell der aktuellen Serie keinen Treffer realisieren können, war sein Führungstor zum 3:2 umso sehenswerter: Ex-Tigers-Captain Pascal Pelletier fuhr seitlich in Richtung gegnerisches Tor, drehte ab und passte aus der Drehung auf Kelly, der aus mittlerer Distanz ins rechte, hohe Eck traf.

Nachdem Kelly kurz vor Drittelsende in die Bande gecheckt wurde, entluden sich die Emotionen in einer Massen-Keilerei (sieben Zwei-Minuten-Strafen sowie zwei Zehn-Minuten-Strafen).

Beide Teams erarbeiteten sich in der Folge jede Menge verheissungsvoller Angriffe, um die herausgearbeiteten Chancen in der Hitze des Gefechts gleich wieder zu versieben und nach einem torlosen dritten Drittel in die Overtime einzuziehen.

Als SCL-Trainer Per Hanberg kurz vor dem Puck-Einwurf zur Verlängerung übers Eis schritt, machte er mit seinen Gesten noch einmal die Fans heiss. «Sie sind unser siebter Mann auf dem Feld», sagte er vor dem Start in die Serie. Und tatsächlich trug das Publikum den SCL zum Sieg.

Auch wenn die Verlängerung zusehends zu einem Abnützungskampf führte, in welchem letztlich Kommissar Zufall eng in die Entscheidungsfindung einbezogen wurde. So hatte beispielsweise Pascal Pelletier in der 70. Minute den Siegtreffer auf dem Stock, als er alleine auf Simon Rytz losziehen konnte, doch der Olten-Keeper gewann das Duell.

Sieben Minuten später folgt eine ähnliche Szene: Erneut schoss Pelletier, Rytz konnte die Scheibe noch abbremsen, aber nicht komplett abwehren. Sie rutschet unter ihm hindurch zum 4:3-Sieg.

Nachdem in der laufenden Saison das Derby achtmal in der Qualifikation ausgetragen worden war und von seinem Reiz verloren hatte, ist seit Mittwoch wieder Zunder drin – moralisch hat Langenthal das Momentum an sich gerissen. Der SCL strebt am Freitag nach dem Break.

Langenthal - Olten 4:3 n.V. (1:1, 2:2, 0:0)

2768 Zuschauer. – Tore: 3. Kummer (Sterchi) 1:0. 11. Gervais (Wyss, Haas/Ausschluss Küng) 1:1. 22. Wyss (Hohmann) 1:2. 28. Andersons 2:2. 34. Kelly (Pelletier, Dünner) 3:2. 39. Ulmer (Grossniklaus, Mäder/Ausschluss Küng) 3:3. 77. Pelletier (Küng, Pienitz) 4:3.

Langenthaler Tagblatt

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