Ein Berner in Basler Diensten

Handball

Christian Meiers Leidenschaft ist die Arbeit mit jungen Spielern. Mit 47 Jahren ist der Seeländer beim RTV Basel doch noch NLA-Coach geworden.

Christian Meier. Foto: Robert Varadi

Christian Meier. Foto: Robert Varadi

Reto Pfister

Es war nicht sein Ziel, Trainer in der NLA zu werden. Und nun ist er es doch geworden.

Christian Meiers Leidenschaft ist das Ausbilden von jungen Spielern. Bei seinem Stammverein Sutz-Lattrigen im Berner Seeland übernahm er bereits als 15-Jähriger erste Coachingaufgaben. Der BSV Bern vertraute dem erst 25-jährigen Meier für die Saison 1997/1998 die Leitung der Inter-A-Junioren an, er holte mit diesen den Schweizer-Meister-Titel.

Meier entwickelte sich in der Folge zu einem als Fachmann in Sachen Nachwuchsförderung anerkannten Coach. Er wurde von Suhr Aarau engagiert und war auch Assistenztrainer beim U-17-Nationalteam. Und heuerte 2017 bei der HSG Nordwest in der Region Basel an.

Der Strategiewechsel

Jetzt, mit 47, taucht Meier plötzlich im Rampenlicht auf, als Cheftrainer beim RTV Basel in der NLA. Er hatte in den letzten Jahren einige Angebote aus der obersten Spielklasse erhalten. «Ich lehnte diese aber immer ab, sah mich als Nachwuchstrainer», sagt der vierfache Familienvater.

Ganz auf den Handballsport hatte er nie gesetzt, sein Geld verdient er hauptsächlich als Geschäftsführer eines Sportparks im aargauischen Wohlen. Dann kam die Anfrage des RTV. Die Mutter von Rückraumspieler Gian Attenhofer, den er in der U-19 betreut hatte, gehört dem Vorstand an und brachte Meier als neuen Trainer ins Spiel.

Die Basler hatten einen Strategiewechsel beschlossen. Bis in die letzte Saison bestand das Team vorwiegend aus Ausländern. Stattdessen setzt der RTV nun auf die vielen Talente aus der Region, die Anzahl an Akteuren ohne Schweizer Pass ist deutlich reduziert worden. Und Meier schien der geeignete Mann, um die neue Club-Philosophie umzusetzen. «Ich weiss, wie man Junge fördert», sagt der Berner selbstbewusst. Und entschloss sich, das Angebot anzunehmen.

Die Aufgabe, die er beim RTV übernommen hat, ist keine einfache. Meier soll gleichzeitig die Talente weiterentwickeln und den Ligaerhalt schaffen. Damit die Spieler, die Fortschritte gemacht haben, auch weiterhin in Basel auf höchster Stufe spielen können. «Ich habe die Anzahl der Trainings erhöht, im athletischen Bereich arbeiten wir anders als zuvor», nennt er Massnahmen, die er ergriffen hat. «Aber es braucht Zeit, bis die Spieler ihr Potenzial auch auf höchster Stufe abrufen können», sagt Meier.

Zeit, die ihm der Verein einräumt. Zeit, die ihm auch der Modus in der obersten Schweizer Spielklasse gibt. Selbst wenn sein Team nach 27 Qualifikationsrunden wie im Moment Letzter sein sollte, könnte es noch im Playout gegen den Zweitletzten den Ligaerhalt schaffen.

Freundschaftlich

Am Mittwochabend (19.45 Uhr) tritt der RTV in Gümligen gegen den BSV Bern an. Meier freut sich auf diese Partie. «Ich kenne die BSV-Verantwortlichen gut, das Verhältnis ist freundschaftlich», sagt er. Es ist eines jener vielen Spiele, in denen die Basler Aussenseiter sind. Und die Jungen im Team demonstrieren können, dass sie auch gegen stärkere Kontrahenten bestehen können.

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