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Die Talentierten

Der FC Uetendorf spielt in der Swiss Futsal Premier League vorne mit und ärgert die etablierten Teams regelmässig. Der Kader der Oberländer liest sich wie eine kleine All-Star-Equipe des Berner Regionalfussballs.

Edis Colic (30): Der Captain der Uetendorfer spielte schon für Thuns U-21, Köniz, Spiez und Breitenrain. Aktuell steht er im Kader des FC Prishtina (2. Liga regional).
Edis Colic (30): Der Captain der Uetendorfer spielte schon für Thuns U-21, Köniz, Spiez und Breitenrain. Aktuell steht er im Kader des FC Prishtina (2. Liga regional).
Patric Spahni
Goalie Manuel Hadorn (30), der auch auf dem Feld eine sehr gute Figur abgibt, war jahrelang Captain des FC Rothorn (2. Liga regional).
Goalie Manuel Hadorn (30), der auch auf dem Feld eine sehr gute Figur abgibt, war jahrelang Captain des FC Rothorn (2. Liga regional).
Patric Spahni
Coach Roland Truog ist der Gründer des FC Uetendorf. Er war einst Sportchef beim FC Lerchenfeld und beim FC Breitenrain.
Coach Roland Truog ist der Gründer des FC Uetendorf. Er war einst Sportchef beim FC Lerchenfeld und beim FC Breitenrain.
Patric Spahni
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Der FC Uetendorf mischt die Swiss Futsal Premier League gewaltig auf. Die im Berner Oberland beheimatete Mannschaft liegt sechs Runden vor Ende der regulären Saison in der höchsten Schweizer Liga auf dem starken dritten Zwischenrang. Die ausgezeichnete Platzierung stelle keine allzu grosse Überraschung dar, könnte man als Kenner der Berner Fussballszene beim Betrachten des ziemlich prominent besetzten Kaders meinen.

Fussballerische Kompetenz

Akteure wie Edis Colic, Fabio Donato, Severin Freiburghaus, Marco Hurter, Miroslav Konopek, Xhemajl Likaj oder der derzeit verletzte Anto Franjic spielten zusammen viele Jahre auf dem grünen Rasen für Breitenrain oder Köniz auf höchstem Amateurniveau in der Promotion League und verfügen dementsprechend über grosse fussballerische Kompetenz. Dank ihrer spielerischen Klasse und ihrer immensen Erfahrung auf hohem Level vermögen die Uetendorfer auch ihre fehlenden Trainings in der Halle mit einer spielerischen Leichtigkeit zu kaschieren und halten mit jedem Gegner mit.

Denn Übungseinheiten absolviert die Equipe von Trainer und Clubgründer Roland Truog in der Regel nicht, weil fast alle Akteure unter der Woche sowieso mit ihren Fussballclubs trainieren. «Trainings liegen auch aus Zeitgründen nicht drin. Und ich weiss am Samstag oft noch gar nicht, welche Spieler am Sonntag auflaufen werden», sagt Truog, der die meisten seiner Spieler von Kindesbeinen an kennt.

Spass steht im Vordergrund

Der FC Uetendorf, seit 2018 Mitglied in der höchsten Liga, ist eine Art Exot in der Futsalszene. Und er bildet den kompletten Gegenentwurf zu den beiden anderen Berner Vereinen Minerva und Mobulu, deren Spieler komplett auf Futsal setzen und in unzähligen Trainings an taktischen Varianten oder Standardsituationen feilen. «Wir könnten mit gezielten Trainings im taktischen Bereich wohl noch sehr viel mehr rausholen», erzählt Coach Truog, der einst als Sportchef beim FC Lerchenfeld und beim FC Breitenrain amtete und dadurch über ein grosses Beziehungsnetz verfügt.

Letztlich steht bei den Uetendorfern indes der Spass und die Freude am Hallenfussball an allererster Stelle. Anto Franjic, einer der treffsichersten Berner Stürmer des letzten Jahrzehnts, sagt: «Viele von uns kennen sich bereits seit den Junioren. Es macht grossen Spass, mit den alten Kollegen von früher zusammenzuspielen.»

Ambitionen sind da

Franjic, der auch im Kader des regionalen 2.-Ligisten Prishtina steht, riss sich vor einigen Wochen die Achillessehne. Dass er am letzten Sonntag beim 10:7-Sieg gegen das Futsal-Team Fribourg Old Fox trotzdem in der Halle weilte und die Kollegen moralisch unterstützte, zeigt den familiären, kollegialen Charakter, der beim FC Uetendorf vorherrscht.

Überhaupt sind die Spiele der Oberländer jeweils auch wie ein kleines Klassentreffen des Berner Regionalfussballs. Beim Match gegen Fribourg versammelten sich etliche Fussballer von Ostermundigen, Italiana oder Prishtina auf der Tribüne, um die technischen Schmankerl der Spasskicker zu geniessen und zu kommentieren. «Wir sind wie eine kleine Familie.

Die Freude am Spiel ist zwar das Wichtigste. Aber wenn du auf dem Feld stehst, willst du natürlich auch gewinnen», erklärt Edeltechniker und Captain Edis Colic (ehemals Thun, Köniz, Spiez, Breitenrain, derzeit Prishtina), der mit 15 Saisontoren auf Rang 2 der Torschützenliste liegt.

Coach Truog strebt mit seiner Equipe den vierten Rang an, der im Viertelfinal des Playoffs Heimrecht gewähren würde. Das sollte machbar sein. Und in der K.-o.-Phase ist dem mit so viel Talent gesegneten Team dann erst recht einiges zuzutrauen.

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