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Die Lysser Auferstehung

Mit einer Serie von acht Siegen in Folge hat sich der SC Lyss im Kampf um die Playoff-Plätze in der MSL zurückgemeldet. Die Seeländer haben auch im mentalen Bereich gezielt gearbeitet.

Reto Pfister
Serge Meyer ist mit dem SC Lyss auf die Erfolgsspur zurückgekehrt. Foto: Iris Andermatt
Serge Meyer ist mit dem SC Lyss auf die Erfolgsspur zurückgekehrt. Foto: Iris Andermatt

Mitte Dezember 2019: Der SC Lyss hat von den letzten elf Spielen deren zehn verloren. Der Aufsteiger aus dem Seeland scheint auf dem Weg zurück in die 1. Liga zu sein.

Ende Januar 2020: Nach acht Siegen in Folge ist Lyss wieder mittendrin im Kampf um die Playoff-Plätze. Selbst gegen Leader Martigny vermag das Team von Trainer Serge Meyer zu bestehen. Beim 5:4 n.P. am Samstag verliert Lyss den ersten Punkt seit dem Beginn der Siegesserie.

Es ist wie eine wundersame Auferstehung. Bei der das Mentale eine wichtige Rolle spielt, aber auch spielerische Verbesserungen.

Spiel für Spiel wachsen

«Als wir viele Spiele hintereinander verloren haben, waren auch solche darunter, die wir auch hätten gewinnen können», blickt Trainer Serge Meyer zurück. «Es fehlten jedoch die Erfolgserlebnisse, zudem machte sich auch Angst vor einem droheneden Abstieg breit.»

Die Lysser nahmen die Hilfe von René Schmid in Anspruch, einem vor allem in der Boxszene tätigen Mentalcoach, und führten in einer kurzen spielfreien Phase im Dezember einen Anlass unter seiner Anleitung durch. «Dies hat uns geholfen, die Lockerheit wieder zu finden», sagt Meyer.

Schmid begleitet das Team auch jetzt noch. Dazu war das Erfolgserlebnis unmittelbar vor Weihnachten enorm wichtig. Am 22. Dezember gewannen die Seeländer in Düdingen 5:1, stiegen mit der Gewissheit ins Jahr 2020, doch noch Partien gewinnen zu können. Dazu kamen taktische Anpassungen. «Wir stehen dadurch defensiv viel besser», hat der Lysser Chefcoach erfreut festgestellt.

Kreative Suche

Dazu waren die Seeländer auch noch auf dem Transfermarkt aktiv. Sie hatten bereits vor der Saison erkannt, dass es nicht unbedingt sinnvoll sein würde, auf dem umkämpften Berner Terrain mit den Konkurrenten Thun, Wiki-Münsingen und Huttwil nach Verstärkungen suchen zu wollen. Kreativität lautete das Motto bei der Verpflichtung von neuen Spielern.

Diese bewies Lyss auch jetzt, um das wegen Verletzungen zeitweise ausgedünnte Kader zu ergänzen. Geholt wurde Verteidiger Sébastien Colomb, der mehr als ein Jahr kein Spiel mehr bestritten hatte. Meyer kannte ihn noch aus dem Bieler Nachwuchs. Und man durchforstete die Teamlisten der letzten Saison nach Spielern, die aktuell nirgends unter Vertrag standen. Und fand so den Kanada-Schweizer Chris Smith, der nach einem Jahr bei den Ticino Rockets nach Übersee zurückgekehrt war.

Colomb trug sich bereits mit zwei Toren, Smith mit zwei Assists in die Skorerliste ein. Zudem befasste man sich mit dem Gedanken, den NLA-erfahrenen Routinier Joel Fröhlicher (zuletzt Basel) zu lizenzieren. Davon nahm man Abstand, weil Fröhlicher beruflich stark beansprucht ist.

Zudem half den Lyssern der von Sportlern immer wieder bemühte Grundsatz, Spiel für Spiel zu nehmen. Meyer wiederholt, was Routinier Bruno Blatter bereits vor zwei Wochen gesagt hat: «Wir beginnen nicht zu rechnen, was wir noch brauchen, um ins Playoff einzuziehen», sagt der Trainer des SCL.

Lyss ist derzeit wegen der schlechteren Tordifferenz gegenüber Wiki-Münsingen unter dem Strich klassiert, tritt am Mittwoch in Huttwil (bereits in der Abstiegsrunde) sowie am Samstag in Chur (fast sicher im Playoff) an. Mit Leistungen wie zuletzt besitzt das Team gute Chancen,im Playoff mit dabei zu sein.

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