Die Klatsche als Weckruf

Konolfingen muss sich beim FC Lerchenfeld mit einem 0:0 begnügen.

Konolfingens Michel Joss (r.) gegen Luca Santschi.

Konolfingens Michel Joss (r.) gegen Luca Santschi.

(Bild: Patric Spahni)

Peter Berger@PeterBerger67

Ein Spiel des FC Konolfingen ist in dieser Saison auch eine Familienangelegenheit. An der Seitenlinie dirigiert Trainer Marcel Joss seinen Spieler und Sohn Michel Joss. Als Zuschauer ist ab und zu auch Sven Joss zugegen. Der 25-jährige Verteidiger des FC Thun fehlte indes am Samstag auf dem Sportplatz Waldeck. Der Profi hatte einen Zügeltermin.

Beim torlosen Unentschieden gegen Lerchenfeld vermochte Mittelfeldakteur Michel Joss nicht die gewünschten Akzente zu setzen. Prompt kam von der Seitenlinie die Anweisung, er solle mehr laufen. «Der Vater hatte recht, ich bekundete Mühe, ins Spiel zu finden», gibt der 28-jährige Michel zu. Sohn und Vater haben keine Probleme mit der Rollenverteilung auf dem Fussballplatz. «Wir verstehen uns gut und haben eine ähnliche Denkweise», sagt der Papa. Der Junior ergänzt: «Das heisst aber nicht, dass wir immer gleicher Meinung sind. In solchen Situationen schaltet sich jeweils die Mutter ein und versucht zu schlichten.»

Am Samstag herrschte bei Joss’ Einigkeit nach der Partie. «Das Unentschieden ist gerecht, auch wenn wir am Ende die besseren Chancen hatten», lautete das einheitliche Fazit. Anton Kqiraj, Lukas Aberhard und Christian Eicher vergaben jedoch die guten Möglichkeiten.

Schnell gelernt

Die Gäste verfügten gegen Ende über konditionelle Vorteile. «Wir haben im August hart trainiert, das beginnt sich nun auszuzahlen», erklärt Marcel Joss. «Allerdings erzielen wir noch nicht viele Tore, dafür kassieren wir auch nicht mehr viele.» Letzteres war zum Saisonauftakt noch anders gewesen. Mit einer 2:7-Packung waren die Konolfinger vor einem Monat von Dornach heimgeschickt worden. «Wir erhielten eine Klatsche, aber die Spieler haben diesen Weckruf verstanden. Seither agieren wir stabil», sagt der Coach.

Zuletzt resultierten drei Unentschieden und ein Sieg. Beim 2:1 über Cornol stand jedoch nicht Marcel Joss an der Seitenlinie. Für den beruflich Abwesenden (Securitas) war der frühere Thun-Stürmer und Trainer Hansruedi Baumann eingesprungen. «Wir kennen uns schon lange. Er hilft mir, wenn ich ihn brauche», sagt Joss und fügt lachend an, «wahrscheinlich muss ich Hansruedi bald wieder aufbieten, damit wir endlich wieder zu drei Punkten kommen.»

Denn der aktuelle 7. Rang ist nach der erfolgreichen vergangenen Saison (Rang 4) nicht der Anspruch der Konolfinger. Das bestätigt auch Michel Joss: «Wir sind eine eingespielte Mannschaft und kennen uns gut. Uns ist bewusst, dass wir noch Steigerungspotenzial haben.»

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