Den Leader trotz Niederlage geärgert

Der FC Münsingen hat gegen den turmhohen Favoriten Yverdon-Sport einen couragierten Auftritt gezeigt. Doch am Ende setzte sich die individuelle Klasse der Westschweizer durch – sie gewannen im Aaretal 3:1.

Einsatz total: Münsingens Markus Hubacher (rechts) attackiert Yverdons Belly Vumbi.

Einsatz total: Münsingens Markus Hubacher (rechts) attackiert Yverdons Belly Vumbi.

(Bild: Patric Spahni)

Adrian Lüpold

Die sportliche Vita von Christos Aravidis ist beeindruckend. Noch im Jahr 2016 trug der wendige Stürmer von Yverdon das Nationaltrikot Griechenlands. Insgesamt in fünf Länderspielen lief der 32-Jährige in seiner Karriere auf, in der er fast 70 Tore in der höchsten griechischen Liga buchte.

Seit dieser Saison verstärkt er Yverdon, was viel über die Ambitionen der Westschweizer aussagt. «Wir hoffen, dass dies die letzte Saison in der Promotion League wird. Wir haben alles, um den Aufstieg zu schaffen», sagte Yverdons Präsident Mario Di Pietrantonio gegenüber der Zeitung «24 Heures».

Illustres Offensivtrio

In der Tat agierten die Waadtländer in den ersten zehn Runden in eigenen Sphären. Sie gewannen acht Partien und spielten zweimal remis. Logisch, dass sie beim Tabellenletzten Münsingen als turmhoher Favorit ins Spiel stiegen. Die Gäste wurden ihrem Rendement vorerst gerecht, sie gaben von Beginn an den Tarif bekannt, übten Druck aus und trafen schon in der ersten Minute die Latte.

Im Sturm sorgte Aravidis für Unruhe. Dass er dabei von ehemaligen Spielern der Super League wie Norman Peyretti (ex Thun) und Alessandro Ciarrocchi (ehemals Bellinzona, Aarau) flankiert wird, zeigt auf, über welche Qualitäten Yverdon verfügt.

In der 14. Minute kombinierte sich das illustre Trio durch den Münsinger Strafraum, und Aravidis veredelte die Aktion mit einem überlegten Abschluss zur Führung für die Gäste.

Doch die Aaretaler zeigten Charakter, hielten den Favoriten nach dem frühen Rückstand in Schach und probierten in Abwesenheit des gesperrten Captains und Sturmtanks Patric Gasser auch offensive Akzente zu setzen. Und der Mut zahlte sich aus: In der 30. Minute profitierte Sandro Christen nach einem Freistoss von der Unsortiertheit in Yverdons Abwehr und glich das Spiel aus. Der FCM nervte Yverdon nun zunehmend.

«Zeigt Persönlichkeit und spielt wieder mehr zusammen!», schrie Yverdons Coach Anthony Braizat entnervt aufs Spielfeld. Nach dem Seitenwechsel spielte das Wettkampfglück dann aber in die Karten der Gäste, die durch einen abgelenkten Freistoss 2:1 in Führung gingen (52.).

Tapfere Münsinger stemmten sich gegen die Niederlage und bewiesen, dass sie trotz der derzeit schwierigen Tabellenlage nichts von ihrem Kampfgeist eingebüsst haben. Yverdon entschied das Spiel acht Minuten vor Schluss mit dem 3:1 zwar endgültig. Doch den Aaretalern bleibt die Gewissheit, dass sie mit ihren Mitteln wieder in der Lage sind, auch gegen Topteams mit ehemaligen Nationalspielern mitzuhalten. Das sollte Mut für die nächsten Aufgaben geben.

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