Auf dem Weg zum Profi

Der 21-jährige Hermiswiler Eric Lüthi setzt ab 2020 voll auf das Mountainbiken. Beim Flückiger-Cross in Madiswil belegte er Platz 14.

Trotz viel Dreck hat das Querrennen in Madiswil Eric Lüthi viel Spass bereitet.

Trotz viel Dreck hat das Querrennen in Madiswil Eric Lüthi viel Spass bereitet.

(Bild: Manuel Zingg)

Peter Berger@PeterBerger67

Das Radquer-Rennen in Madiswil hat bei Eric Lüthi Spuren hinterlassen. Der Oberaargauer war von Kopf bis Fuss mit Dreck bespritzt. Die regendurchweichte Strecke hatte nicht nur dem «Einheimischen» alles abverlangt. «Das Rennen hat trotzdem Spass gemacht. Speziell die Abfahrt war cool, auch wenn es schwierig war, dass man in den Spuren bleiben konnte.»

Einen Sturz konnte Lüthi indes verhindern. Für den Oberaargauer aus dem nahe gelegenen Hermiswil resultierte der 14. Rang, direkt hinter dem 35-jährigen Lokalmatador und Organisator Andreas Moser. Aber die Platzierung ist für ihn zweitrangig. «Querrennen fahre ich vor allem, um im Winter die Intensität hoch zu halten.» Sein Fokus gilt dem Mountainbike.

Wobei Lüthi durchaus mit Ambitionen in die Radquer-Saison gestartet ist. Zum ersten Mal hat sich der 21-Jährige für Weltcupanlässe eingeschrieben. «Ich hoffte zu Beginn, dass es mir vielleicht noch für die Teilnahme an der Heim-WM in Dübendorf reichen würde. Aber ich merkte, dass ich zu wenig entschlossen auf das Quer setze, um eine wirkliche Chance zu haben.»

In Bern reichte es für Rang 32, in Belgien zuletzt nur für den 42. Platz, auch weil der Berner erkältet angetreten war. Obwohl der WM-Traum für den SM-Vierten von 2018 in der Nachwuchskategorie geplatzt ist, hat er die Lust am Sport im Dreck nicht verloren. Ich betrachte die Querrennen nun als gute Vorbereitung für die Mountainbikesaison.

Das Versuchsjahr

Und in seiner Paradedisziplin will Lüthi nächstes Jahr angreifen. «Ich möchte Profi werden.» Im Sommer hat er in Herzogenbuchsee die Ausbildung zum Zahntechniker abgeschlossen. Weil er während der Lehre Zeit für den Sport beziehen durfte, hat er sich verpflichtet, noch bis Ende Jahr weiterzuarbeiten.

«Wenn es klappt, würde ich im neuen Jahr noch in einem 20-Prozent-Pensum arbeiten.» Denn Lohn wird der U-23-Fahrer von seinem Langenthaler Nachwuchsteam SNV Racing nicht erhalten. «Ich muss eigene Sponsoren finden», weiss Lüthi, der weiterhin bei den Eltern leben wird, um Kosten zu sparen.

Wieder ins Nationalkader

Der Cross-Country-Spezialist peilt 2020 die Top 25 im Weltcup an. «Das ist ein hochgestecktes Ziel. Doch ich möchte mich auch wieder für das Nationalkader aufdrängen und für die Weltmeisterschaft qualifizieren.» Auf Stufe U-17 und U-19 hatte Lüthi jeweils zum Nationalteam von Swiss Cycling gehört, bevor er diesen Status verlor. «Die Konkurrenz in der Schweiz ist brutal hart», betont er.

Weil er als Profi seinen heutigen Trainingsumfang von rund 15 Stunden pro Woche wird steigern können, sieht er durchaus Chancen, den Sprung an die Spitze zu bewerkstelligen. «Ich möchte es auf jeden Fall versuchen.» Ende 2020 will Lüthi dann ein erstes Fazit als Berufssportler ziehen und die Situation neu beurteilen.

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