Als Aufsteiger gegen den Aufsteiger

Der SC Langenthal reist am Dienstagabend erstmals seit 2013 nach Sierre. Für den 20-jährigenRobin Nyffeler, eine Entdeckung der Saison, ist das sogar eine Premiere.

Robin Nyffeler setzt sich durch.

Robin Nyffeler setzt sich durch.

(Bild: Leroy Ryser)

Es ist nicht überraschend, dass Robin Nyffeler mit einem zufriedenen Lächeln auf den bisherigen Saisonverlauf blickt. Nicht nur dass der SCL über seinen Erwartungen spielt, vielmehr ist es auch Nyffeler selbst, der in dieser Zeit mehrmals überzeugen konnte.

Von seinem Trainer wird er nicht nur bei fünf gegen fünf konstant eingesetzt, sondern auch im Boxplay und in heiklen Phasen zum Ende des Spiels. «Das macht mich stolz. Er schenkt mir das Vertrauen. Und ich will dann auf dem Eis unbedingt beweisen, dass es dafür gute Gründe gibt», erklärt der Stürmer. Alleine schon die Statistik untermauert den Wert des Talents deutlich: Kein SCL-Stürmer blockt mehr Schüsse als der 20-Jährige.

Kein Problemmit der Defensivrolle

Dass Nyffeler von Campbell in diesen Situationen forciert wird, kommt nicht von irgendwoher. Campbell selbst war einst Center, wie es Nyffeler heute ist, auch deshalb sagt er, er gebe lieber jenen das Vertrauen, die rücksichtslos in der Defensive agierten und das Tor sicherten. Dass Nyffeler deshalb in eine Defensivrolle «gedrängt» worden ist, stört ihn nicht.

«Ich nehme das gerne an», sagt er, auch wenn er sich nach produktiven Juniorenjahren erst daran gewöhnen musste. «Wenn es etwas gibt, mit dem ich noch nicht zufrieden bin, dann ist es meine Ruhe am Puck und vor dem Tor.» Bisher hat Nyffeler offiziell erst einen Punkt gesammelt, es war ein Treffer gegen Visp; ein Assist gegen Winterthur wurde ihm fälschlicherweise nicht gutgeschrieben.

«Manchmal konzentriere ich mich fast zu stark auf die defensive Aufgabe, vielleicht könnte ich nach vorne mehr tun», sagt er. Auch Schüsse feuert er selten ab, weil er lieber den Rückwärtsgang einlegt, als sich mit etwas mehr Risiko in Position zu bringen. «Aktuell gehört das aber auch zur Rolle. In der vierten Linie wollen wir zuerst einmal die Null halten», sagt der Huttwiler. Alles andere entwickle sich dann sicherlich noch mit zunehmender Erfahrung.

Dass er schon jetzt deutlich mehr zum Einsatz kommt als noch im letzten Jahr und während dieser Eiszeit auch noch überzeugt, ist derweil augenfällig. «Ich erhalte viel Lob, das tut mir gut. Ich schätze das sehr, wenn gestandene Spieler wie beispielsweise Yves Müller mich für meinen Einsatz loben.» Ausserdem sei er auch stolz, dass er ein Teil der besten Boxplay-Mannschaft der Liga sein dürfe. Er sagt verhalten: «Ich bin wichtiger als früher.» Dieser Fortschritt sei auf die SCL-Verjüngungskur zurückzuführen, aber auch auf den Trainer, der ihn als jungen Spieler fördere.

«Das hindert uns nicht daran, zu gewinnen»

Dass Robin Nyffelers Karriere noch jung ist und entsprechend Potenzial in ihm steckt, zeigt sich auch heute Abend. «Ich freue mich auf ein neues Stadion», sagt Nyffeler. Beim letzten Auftritt von Sierre in der NLB, damals im Jahr 2013, war der SCL-Stürmer erst 14 Jahre alt. Klar sei aber, dass man den Aufsteiger bezwingen wolle, aufgrund der Ausgangslage sogar müsse. «Sie sind gut strukturiert. Das hindert uns aber nicht daran, zu gewinnen.»

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