Verfrühte Rückkehr

Spiez-Stürmer Ivan Markovic spielte schon für Thun.

Ivan Markovic ist wieder daheim und sucht in Spiez die Freude am Fussball. Foto: Raphael Moser

Ivan Markovic ist wieder daheim und sucht in Spiez die Freude am Fussball. Foto: Raphael Moser

Peter Berger@PeterBerger67

Ivan Markovic lässt seinen Blick über den Rasen des ABC-Zentrums in Spiez schweifen. «Schon als vierjähriger Knirps kickte ich fast täglich hier», sagt er. Dass er jetzt mit 22 Jahren wieder hier ist, war eigentlich nicht der Plan. Vor allem am 25. Mai 2015 schien eine Rückkehr weit weg. Damals gab er beim FC Thun unter Trainer Urs Fischer sein Debüt in der Super League. In der 67. Minute wurde er gegen Basel (2:2) eingewechselt. «Den Augenblick, als mich Assistenztrainer Marc Schneider rief und sagte, ich solle mich bereit machen, vergesse ich nie. Das war ein derart gutes Gefühl, ich kann es noch heute nicht richtig beschreiben. Es war auf jeden Fall der schönste Moment in meiner Karriere.» Es folgten noch drei weitere Kurzeinsätze, einer unter Fischer («Er hat mich Disziplin gelehrt. Ich musste ihn bis zum Schluss siezen»), zwei unter Jeff Saibene.

Dann schlug die Verletzungshexe zu. In der Zwischenzeit hat er sich schon viermal einen Muskelfaserriss am hinteren Oberschenkel zugezogen. «Die Verletzungen nerven mich.» Ohne die Zwangspausen wäre er wohl nun nicht in Spiez. Aber statt des Durchbruchs zum Profi kam 2017 der Wechsel in die 1. Liga zu Naters. «Ich hatte keinen Berater, wollte einfach mal weg aus Thun», erzählt er. Im Wallis jedoch verlor der ehemalige U-17-Torschützenkönig (17 Tore in 20 Spielen) die Lust am Fussball gänzlich. Diesen Sommer lief der Vertrag aus. Und weil sein Vater Juro Markovic in Spiez die 2. Mannschaft trainiert, kam die Rückkehr in die Heimat schnell zustande. «Für mich geht es in diesem familiären Umfeld darum, die Freude am Fussball wieder zu finden.» Vor elf Tagen hat er beim Meisterschaftsspiel der 2. Liga interregional gegen Binningen (4:3) zwei Tore geschossen. «Das Selbstvertrauen kehrt langsam zurück», meint er und ergänzt, «für einen Stürmer ist dies das Wichtigste.» Eine Saison will er sich in der Heimat Zeit geben. Derzeit wohnt der KV-Absolvent wieder im Elternhaus und sucht einen Job. Aber dann möchte er nochmals angreifen. «Spiez soll nicht die Endstation sein.» Schliesslich haben es die ehemaligen Kumpel wie Christian Fassnacht, Sandro Lauper oder Marvin Spielmann auch geschafft. «Noch heute haben wir und ein paar andere ehemalige Thuner eine Whatsapp-Gruppe und tauschen uns aus.»

Markovic freut sich auf die Cuppartie gegen Linth, es ist eine erste Rückkehr auf die nationale Bühne. Und wenn es nach ihm geht, soll es dann im Achtelfinal ein erstes Wiedersehen mit den jetzigen YB-Akteuren geben.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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