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Küngs Enttäuschung ist grösser als der Stolz

5,67 Sekunden fehlen Tour-Neuling Stefan Küng beim Zeitfahren in Düsseldorf zum Sieg. Danach überwiegt beim Thurgauer trotz starker Leistung die Enttäuschung.

Starker Finisseur: Marcel Kittel schnappt sich den Sieg in Lüttich. (2. Juli 2017)
Starker Finisseur: Marcel Kittel schnappt sich den Sieg in Lüttich. (2. Juli 2017)
Chris Graythen/Getty Images
Kittel präsentiert sich in Grün – der deutsche Sprinter kommt zu seinem zehnten Etappensieg im Rahmen der Frankreich-Rundfahrt.
Kittel präsentiert sich in Grün – der deutsche Sprinter kommt zu seinem zehnten Etappensieg im Rahmen der Frankreich-Rundfahrt.
Bryn Lennon/Getty Images
Grosses Pech für Alejandro Valverde: Der Spanier stürzt schwer. Er muss die Tour aufgeben.
Grosses Pech für Alejandro Valverde: Der Spanier stürzt schwer. Er muss die Tour aufgeben.
Peter Dejong, Keystone
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Stefan Küng hatte sich bei seinem Debüt bei der Grande Boucle nichts weniger als das Maillot jaune zum Ziel gesetzt. Damit hätte er Fabian Cancellara nacheifern wollen. Der in der letzten Saison zurückgetretene Berner konnte am 3. Juli 2004 bei seiner Tour-Premiere gleich das gelbe Leadertrikot an sich reissen.

Statt am Sonntag in Gelb zur 2. Etappe zu starten, muss sich Küng mit dem weissen Trikot für den besten Nachwuchsfahrer (unter 25 Jahren) trösten. «Das weisse Trikot erscheint mir nur als ein kleines Trostpflaster. Ich wollte gewinnen und das Maillot jaune holen. Die Enttäuschung ist momentan grösser als der Stolz», sagte der Ostschweizer nach seinen ersten 14 km bei der Tour de France. Trotzdem darf der Thurgauer in Diensten des amerikanisch-schweizerischen Teams BMC von einem gelungen Auftritt sprechen.

Die Premiere des Siegers

Wurde Küng an der Tour de Suisse im Einzelzeitfahren kürzlich zweimal nur vom Australier Rohan Dennis geschlagen, stand ihm diesmal der Brite Geraint Thomas vor der Sonne. Der 31-Jährige vom Team Sky zeigte vor allem auf der zweiten Streckenhälfte des 14 km langen Parcours eine starke Leistung und verdiente sich damit seinen ersten Etappensieg im Rahmen einer dreiwöchigen Rundfahrt.

Dritter wurde der Weissrusse Wassil Kirijenka mit sieben Sekunden Rückstand. Der deutsche Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, der bei seinem Heimauftritt als grosser Favorit auf den Tagessieg gehandelt wurde, musste sich mit Platz 4 begnügen.

Froome überzeugt – Valverde out

Von den meistgenannten Anwärtern auf den Gesamtsieg hielt sich Vorjahressieger Chris Froome am besten. Der Brite vom Team Sky beendete das Einzelzeitfahren mit einem Rückstand von zwölf Sekunden als Sechster. Damit hielt der dreifache Tour-Sieger seine ärgsten Konkurrenten auf Distanz: Mit dem australischen BMC-Captain Richie Porte (0:47), dem Kolumbianer Nairo Quintana (0:48), dem Franzosen Romain Bardet (0:51) und dem Spanier Alberto Contador (0:54) verloren vier seiner Herausforderer allesamt über 45 Sekunden auf Froomes Teamkollegen und Tagessieger Thomas.

Der Auftakt in die 104. Tour de France fand bei widrigen äusseren Bedingungen statt. Die nassen Strassen wurden besonders Alejandro Valverde zum Verhängnis. Der Spanier in Diensten des Teams Movistar kam in einer Kurve zu Fall und prallte mit voller Wucht in die Absperrgitter. Valverde blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und musste die Rundfahrt aufgeben (vermutlich Bruch der Kniescheibe). Damit verlor Mitfavorit Nairo Quintana bereits am ersten Tag seinen Edelhelfer.

Weiter nach Belgien

Die 2. Etappe vom Sonntag führt über deutschen Boden nach Belgien. Die 203,5 km zwischen Düsseldorf und Lüttich sind vorwiegend flach und deuten auf einen Massensprint hin. Zu einem Umsturz im Gesamtklassement könnte es trotzdem kommen, da es für die Tagesschnellsten Bonifikationen zu gewinnen gibt.

104. Tour de France. 1. Etappe, Einzelzeitfahren in Düsseldorf (14 km): 1. Geraint Thomas (GBR) 16:04 (52,282 km/h). 2. Stefan Küng (SUI) 0:05 zurück. 3. Wassil Kirijenka (BLR) 0:07. 4. Tony Martin (GER) 0:08. 5. Matteo Trentin (ITA) 0:10. 6. Chris Froome (GBR) 0:12. 7. Jos van Emden (NED) 0:15. 8. Michal Kwiatkowski (POL), gleiche Zeit. 9. Marcel Kittel (GER) 0:16. 10. Edvald Boasson Hagen (NOR), gleiche Zeit.

Ferner: 18. Peter Sagan (SVK) 0:25. 28. Reto Hollenstein (SUI) 0:36. 40. Michael Albasini (SUI) 0:42. 43. Michael Schär (SUI) 0:44. 49. Richie Porte (AUS) 0:47. 53. Nairo Quintana (COL) 0:58. 60. Thibaut Pinot (FRA) 0:50. 63. Romain Bardet (FRA) 0:51. 68. Alberto Contador (ESP) 0:54. 86. Danilo Wyss (SUI) 1:00. 104. Mathias Frank (SUI) 1:09. - 198 Fahrer gestartet, 196 klassiert. - Aufgegeben (nach Sturz): Alejandro Valverde (ESP), Ion Izagirre (ESP).

Gesamtklassement identisch mit Etappenklassement.

(SDA)

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