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Der Unfallfahrer missachtete Befehle

Der Fahrer des TV-Fahrzeugs, das am Sonntag an der Tour de France die schweren Stürze zweier Radprofis verschuldete, hat sich offenbar nicht an die Sicherheitsvorschriften gehalten.

Juan Antonio Flecha quält sich nach dem Unfall auf der 9. Etappe ins Ziel.
Juan Antonio Flecha quält sich nach dem Unfall auf der 9. Etappe ins Ziel.
Keystone
Johnny Hoogerland liegt nach seinem Sturz im Gras.
Johnny Hoogerland liegt nach seinem Sturz im Gras.
Keystone
Der Schmerz überwiegt die Freude über die Auszeichnung.
Der Schmerz überwiegt die Freude über die Auszeichnung.
Keystone
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«Das in den Unfall verwickelte Auto hatte von der Rennleitung die Anweisung bekommen, nicht zu überholen und den Sportlichen Leiter der Equipe Europcar vorbeizulassen, damit dieser Thomas Voeckler einen Bidon bringen kann. Das Fahrzeug hat den Befehl missachtet und so den Sturz der beiden Fahrer ausgelöst», gab die Direktion der Tour de France bekannt.

Zuvor waren der Spanier Juan Antonio Flecha und der Holländer Johnny Hoogerland von einem Auto des französischen Fernsehens regelrecht gerammt worden. Flecha stürzte auf dem Asphalt, Hoogerland schlug nach einem Salto gegen mehrere Pfosten eines Viehzauns und erlitt durch dessen Stacheldraht tiefe Schnittwunden, die mit insgesamt 33 Stichen genäht werden mussten.

«Der Fahrer hat an der Tour nichts mehr verloren»

«Was geschehen ist, kann man nicht tolerieren, der Fahrer des Autos hat an der Tour de France ganz klar nichts mehr verloren», sagte Tour-Chef Christian Prudhomme in einer Stellungnahme am TV. Das französische Fernsehen schreibt in seinem Communiqué: «Wir entschuldigen uns in aller Form bei den Fahrern, den Teams und den Organisatoren des Rennens. Wir können den Vorfall nur tief bedauern und versichern, dass wir alles tun werden, um die Sicherheit zu verbessern.»

Trotz der Entschuldigung und der Bemerkung von Sturzopfer Hoogerland, die Insassen des Unfallautos fühlten sich ohnehin schon schuldig, erwägt sein Rennstall Vacansoleil rechtliche Schritte. Das Rennen sei durch Hoogerlands Unfall verfälscht worden, dem neuen Leader des Bergpreis-Klassements sei eine ausgezeichnete Chance auf den Etappensieg genommen worden. «Als er im Ziel ankam, war er blutüberströmt», erklärte Teamchef Hilaire van der Schueren.

Schon der zweite Unfall mit einem Medien-Fahrzeug

Der Unfall von Hoogerland und Flecha ist der zweite an der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt, der von einem Begleitfahrzeug verursacht wurde. Vier Tage zuvor brachte das Motorrad eines Fotografen den Dänen Nicki Sörensen von Fabian Cancellaras früherem Team Saxo Bank zu Fall. «Ein Skandal, dass so etwas nun schon wieder passiert ist», findet Tour-Chef Prudhomme.

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