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Der König der Kurve

Sir Chris Hoy krönt sich in London mit der sechsten Goldmedaille auf dem Zenit seiner Karriere zum erfolgreichsten britischen Olympioniken aller Zeiten. Wie der Ritter auf dem Rad das Königreich in Ekstase versetzt.

Und wieder konnte er die Tränen nicht zurückhalten. «Ich bin überwältigt, ich wäre mit jeder Medaille zufrieden gewesen, aber das ist unglaublich», sagte Chris Hoy kurz bevor er aufs Treppchen stieg und unter den Augen von Prinz Harry mit zittrigen Lippen «God Save the Queen» sang. Mit der sechsten Goldmedaille setzte er im proppenvollen Velodrom zur Ehrenrunde an und winkte seinen völlig aufgelösten Eltern zu. «Es ist einfach nicht selbstverständlich, das ist es nie», sagte der 36-jährige Schotte wenige Augenblicke nach seinem Triumph.

Chris Hoy stellte im Kampfsprint, dem letzten olympischen Bahnrennen von London, nicht nur die ganze Arena auf den Kopf. Der achtfache Weltmeister riss an diesem Dienstag wieder einmal Millionen von TV-Zuschauern aus ihren Sitzen – und er dürfte auch der Queen, die ihn schon 2009 zum Ritter schlug, ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Richtig magisch war sein Antritt, als er aus der letzten Kurve hinter dem elf Jahre jüngeren Maximilian Levy hervorschoss und der BBC-Kommentator nach der Zieleinfahrt lauthals ins Mikrofon schrie: «Er hat den Deutschen einfach weggeblasen.»

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