Alaphilippe krönt starken Solo-Sieg mit Gelb

Frankreichs Hoffnungsträger gewinnt die erste hügelige Etappe bei der Tour de France. Der bisherige Leader Teunissen kann nicht mithalten.

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Der französische Bergkönig Julian Alaphilippe hat gleich die erste Chance auf einen Etappensieg bei der Tour de France genutzt und ist mit einem beherzten Solo ins Gelbe Trikot gefahren.

Auf der 215 Kilometer langen Etappe vom belgischen Binche ins französische Épernay setzte sich der 27-Jährige bei der letzten Bergwertung ab und liess sich auf den letzten 16 Kilometern nicht mehr einfangen. Inklusive der Bonussekunden reichte es für den Profi vom Team Deceuninck-Quick-Step am Montag klar zur überraschenden Gesamtführung, die der um knapp fünf Minuten abgehängte Holländer Mike Teunissen vom Team Jumbo-Visma abgeben musste. Alaphilippe liegt in der Gesamtwertung nun 20 Sekunden vor dem jungen Belgier Wout Van Aert (Jumbo-Visma) und 25 Sekunden vor dessen Teamkollegen Steven Kruijswijk (NED) und George Bennett (AUS).

Alaphilippes hatte Vorahnung

«Das heutige Finale passt perfekt für mich», hatte Alaphilippe, der im vergangenen Jahr das Bergtrikot erobert hatte, schon vor der kniffligen ersten Überfahrt nach Frankreich gemutmasst. Er sollte recht behalten. «Dieses Jahr habe ich meine gesetzten Ziele bereits erreicht», sagte Alaphilippe.

Er hatte mit Siegen bei Mailand-Sanremo und beim Flèche Wallonne bereits das Frühjahr geprägt. Am Montag meisterte er auch den schwierigen Endspurt mit einer Steigung von bis zu 15 Prozent in der französischen Champagne.

Rang zwei belegte Michael Matthews aus Australien, Dritter wurde der Belgier Jasper Stuyven. Die Topfavoriten um Geraint Thomas und Egan Bernal vom Team Ineos kamen mit den Alaphilippe-Verfolgern ins Ziel. Bernal fuhr dabei noch fünf Sekunden auf den walisischen Titelverteidiger Thomas heraus.

Sprinter waren chancenlos

Die bisher schwierigste Etappe mit vier kurzen, aber steilen Anstiegen auf den letzten 42 Kilometern liess den reinen Sprintern wie Dylan Groenewegen, Elia Viviani oder dem Deutschen André Greipel keine Chance. Schon bei den ersten beiden Bergwertungen mussten einige Sprinter abreissen lassen, auch Gelb-Träger Teunissen konnte schnell nicht mehr mithalten.

Als bester Schweizer belegte Sébastien Reichenbach mit 45 Sekunden Rückstand Platz 55. Mathias Frank vom Team AG2R fuhr auf den 59. Rang (+1:13). Der Thurgauer Stefan Küng verlor als 85. über 8 Minuten auf den Tagessieger. Der vierte Schweizer Starter, Michael Schär, kam mit dem Hauptfeld rund 14 Minuten nach Alaphilippe ins Ziel.

Am Dienstag bietet sich die Chance für die Sprinter. Auf den 213,5 Kilometern von Reims nach Nancy sind gerade einmal zwei Bergwertungen der vierten Kategorie zu bewältigen. Jumbo-Visma will dann nach dem Verlust des Gelben Trikots mit Top-Sprinter Groenewegen, der zum Auftakt böse gestürzt war, den dritten Etappensieg am vierten Renntag einfahren.

dpa

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