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Nationalgoalie schlägt Vertragsverlängerung aus

Schalke 04 verliert einen Leistungsträger: Manuel Neuer wird seinen bis 2012 laufenden Vertrag mit dem Fussball-Bundesligisten nicht verlängern und die Königsblauen nach mehr als 20 Jahren verlassen.

Als Manuel Neuer die Scheidung von seiner grossen Liebe Schalke 04 bekannt gab, schossen ihm die Tränen in die Augen. Der Nationaltorhüter kämpfte mit seinen Emotionen, während er dem königsblauen Herz am Mittwoch einen Stich versetzte und erklärte, dass er seinen bis 2012 laufenden Vertrag nicht verlängern wird. "Es war weiss Gott keine einfache Entscheidung", sagte Neuer. Zu einem Ja-Wort für den FC Bayern München, der heftig um ihn buhlt, konnte er sich nicht durchringen - doch dies scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

"Es gibt gewisse Tendenzen. Horst Heldt hat mich über das Interesse von Bayern München informiert", sagte Neuer. Bereits am Samstag, vor dem 1:1 bei Werder Bremen, hatte er die Verantwortlichen davon unterrichtet, dass er den Verein, dem der 25-Jährige seit mehr als 20 Jahren die Treue hält, verlassen will. Er habe "einige Zeit gebraucht für diese Entscheidung", gestand Neuer, aber: "Ich möchte mich weiterentwickeln und einen neuen grossen Schritt in meiner Karriere machen". Immer wieder wurden seine Augen feucht.

Zwei Tage lang, berichtete Trainer Ralf Rangnick, habe Schalke noch einmal "mit Leib und Seele gekämpft, dass Manuel hier bleibt". Doch die Verlockungen und die Chancen der grossen, weiten Fussball-Welt, die in Deutschland auf Dauer nur der FC Bayern bieten kann, waren stärker. "Ich möchte immer auf dem höchsten Niveau spielen, das ist die Champions League. Als Persönlichkeit einen Schritt machen, auf eigenen Beinen stehen", sagte Neuer, der bei Schalke 2006 vom Fan seit Kindertagen zum Stammtorhüter aufgestiegen war.

Wann und wohin Neuer geht, liess er offen. Aller Voraussicht nach aber wird er noch in diesem Sommer zum FC Bayern wechseln, nur in diesem Fall erhielte Schalke noch eine Ablösesumme. "Es gibt eine klare Tendenz. Die Frage ist nur, wie schnell man eine Lösung findet", hatte der Münchner Sportdirektor Christian Nerlinger bereits wissen lassen. Dies legt nahe, dass es nur noch um die Höhe der Ablösesumme geht. Voraussichtlich wird der FC Bayern um die 20 Millionen Euro zahlen müssen.

Erwartungsgemäss entsetzt reagierten die Schalker Anhänger. "Ich weiss, dass das bei euch auf Unverständnis stösst", schrieb Neuer auf seiner Facebook-Seite, und so war es dann auch: Der Torhüter wurde in den Tausenden Kommentaren zu der Mitteilung unter anderem als "Verräter" und "Judas" beschimpft. Für das Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern rechnet Neuer mit bösen Reaktionen: "Das ist kein schöner Moment für die Fans von Schalke 04. Mit 10 Jahren, als ich selbst in der Kurve stand, hätte ich es wahrscheinlich auch nicht verstanden."

Für Neuer steht erst einmal weiter Schalke im Vordergrund. Seine "volle Konzentration" gelte den anstehenden Saisonzielen, betonte er. Königsblau hat die Halbfinals der Champions League gegen Manchester United erreicht (27. April und 4. Mai) und steht im deutschen Cupfinal gegen den Zweitligisten MSV Duisburg. "Wir beschäftigen uns mit den anstehenden sportlichen Aufgaben. Alles Weitere wird zu gegebener Zeit erfolgen", betonte Heldt. Am 30. April ist Schalke in der Bundesliga zu Gast beim FC Bayern.

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